Chinesen steigen bei Flugzeugteilehersteller Cotesa ein

Mittweida. Die Übernahme der Mehrheitsanteile am Flugzeugindustrie-Zulieferer Cotesa in Mittweida durch den chinesischen Staatskonzern AT&M ist abgeschlossen. Das bestätigte am Freitag Cotesa-Geschäftsführer und Firmengründer Jörg Hüsken.

Mit dem geplanten Einstieg der Chinesen sei eine Kapitalerhöhung bei Cotesa um einen zweistelligen Millionenbetrag verbunden. Laut Hüsken seien damit auch Investitionen in Anlagen und Technik der beiden Cotesa-Werke in Mittweida und Mochau bei Döbeln in den nächsten drei Jahren verbunden. Geplant sei zudem der Neubau eines Werkes in China. Das werde aber nicht zu Lasten der Produktion in Deutschland und den rund 750 Mitarbeitern hier gehen. Vielmehr biete der Einstieg von AT & M bei Cotesa die Chance, Zugang zu einem Programm zum Bau von Zivilflugzeugen in China und damit zu einem großen Absatzmarkt zu erhalten. So sei man bei der Entwicklung von Komponenten für ein geplantes Großraumflugzeug des chinesischen Herstellers Comac von Beginn an dabei.

Damit sei eine Expansion des auf Faserverbundwerkstoffe spezialisierte Flugzeug- und Autoteilehersteller aus Mittweida in Asien verbunden. Bisher hatte sich Cotesa vor allem als Zulieferer von Bauteilen für Airbus-Flugzeuge und Boeing-Militärhubschrauber einen Namen gemacht.

Die ursprünglich für Ende des vergangenen Jahres geplante Übernahme habe sich durch eine Prüfung des Bundeswirtschaftsministeriums verzögert, wie Hüsken erklärte. Das Prüfverfahren habe sieben Monate gedauert, erst im April dieses Jahres gab das Ministerium grünes Licht und bestätigte, dass mit dem Einstieg der Chinesen "Ordnung und Sicherheit in Deutschland nicht gefährdet" seien. "Wir konnten in der Zeit nicht investieren und mussten uns Aufträge im Umfang von drei bis fünf Millionen Euro durch die Lappen gehen lassen", so Hüsken. Doch jetzt habe man einen finanzkräftigen Investor an Bord, der strategisch denke.

Bei dem neuen Cotesa-Gesellschafter Advanced Technology & Materials (AT & M) handelt es sich um eine Tochterfirma der China Iron & Steel Research Institute Group und damit eines der größten Staatsunternehmen der Volksrepublik.

Die operative Führung des deutschen Unternehmens verbleibt bei Firmengründer Hüsken und dessen Partner Udo Berthold, die Anteile in Höhe von 25,1 Prozent an Cotesa und damit eine Sperrminorität, also de facto die Kontrolle bei wichtigen Entscheidung, behalten.

Für dieses Jahr erwartet Cotesa-Chef Hüsken einen Umsatz von etwa 70 Millionen Euro. Im kommenden Jahr werde man zwar nicht mit einem "Raketenstart" weiter wachsen. Ziel sei aber "in die erste Reihe der Luftfahrtzulieferer" aufzusteigen. (jl)

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