Ein Handwerk im Trend

Friseure und Kosmetiker der Chemnitzer Innung zeigen die angesagten Schnitte für die Saison. Sie stehen aber auch vor großen Herausforderungen.

Chemnitz.

Die Chemnitzer Friseur- und Kosmetikinnung präsentierte am Wochenende Trends. Es geht nach oben. Das gilt nicht nur für die Haare, die nach Vorstellungen der Friseure im Frühjahr und Sommer 2019 hochtoupiert und lockenprächtig wie in den 1970er Jahren getragen werden. Auch die Konjunkturkurve führt aufwärts. Das bestätigt Jörn Lüdecke, aus Zschopau stammender Innungsobermeister. Etwa 115 Friseure mit fast 400 Salons seien demnach derzeit in seiner Innung organisiert. "Die Anzahl ist in den vergangenen drei Jahren um etwa 10 Prozent gestiegen", so Lüdecke. Immer mehr nutzten die Vorteile der Vereinigung deshalb, weil es beispielsweise günstige Weiterbildungsmöglichkeiten gebe.

Im Gebäude der Handwerkskammer in Chemnitz präsentierten Inhaber der Innungsbetriebe nun an 40 Modellen die neuesten Frisurentrends. Etwa 300 ihrer Kollegen verfolgten die Show. Sie tauschten sich aber auch zu den Herausforderungen in ihrer Handwerksbranche aus. "Kritisch sehen wir etwa, wenn immer häufiger Bartpflege-Salons oder Friseurläden gegründet werden sollen, ohne dass ein Betreiber mit Meisterausbildung dahinter steht", so Jörn Lüdecke. "Viele versuchen das über Ausnahmegenehmigungen zu erreichen. Dagegen argumentieren wir aber mit dem Verweis auf die Notwendigkeit unserer guten Fachausbildung." Mit Blick auf die Ausbildung stellte Jörn Lüdecke fest, dass immer noch mehr Mädchen den Friseurberuf ergreifen würden: "Keine zehn Prozent der derzeit 90 Berufsanfänger an unseren Friseurschulen in Chemnitz, Wilkau-Haßlau und Falkenau sind männliche Jugendliche." Allerdings geht er davon aus, dass künftig mehr Männer das Friseurhandwerk prägen könnten. Lüdecke: "Mit der Migration kommen Menschen zu uns, die als Friseure arbeiten wollen." In anderen Ländern, etwa im Norden Afrikas, sei das Friseurhandwerk ein klassischer Männerberuf.

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