Einzelhandel sorgt sich um die Innenstädte

Handelsverband Sachsen sieht Änderung der Einkaufsgewohnheiten

Chemnitz.

Für den stationären Einzelhandel in Sachsen wird der Wettbewerb mit dem Onlinehandel härter. "Der Onlinehandel ist der Wachstumstreiber und erreicht in einigen Produktsparten einen Umsatzanteil von fast 25 Prozent", sagte René Glaser, Geschäftsführer beim Handelsverband Sachsen. Die Folge seien dramatisch abnehmende Frequenzen in den Innenstädten. "Die Einkaufsgewohnheiten ändern sich, das Flanieren durch die Geschäfte nimmt ab", erklärte Glaser. Es müsse deshalb gelingen, gemeinsam mit den Kommunen, die Städte wieder stärker zu Erlebnisräumen zu machen. "Unterhaltung spielt heute eine große Rolle für das Einkaufserlebnis", sagte Gläser wenige Tage vor dem Chemnitzer Handelsforum.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) sorgt sich um die Stadtzentren. "Viele Innenstädte in Deutschland sind in höchster Not. Früher attraktive und vitale Zentren verlieren an Zugkraft", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Folge seien Leerstände und eine Verschlechterung der Versorgungssituation in den Kommunen. Die Politik dürfe diesem Erosionsprozess nicht länger zuschauen, forderte Genth. Der Handelsverband Sachsen setzt auch darauf, dass der Einzelhandel selbst aktiv wird. "Der Einzelhandel muss auf die Kunden zugehen. Es sind neue Ideen für die Kundenansprache gefragt", meinte Glaser. Auch Bert Rothe, Handelsexperte der Chemnitzer Industrie- und Handelskammer, sieht Handlungsbedarf beim Auftritt des Einzelhandels. "Allein mit dem Preis ist gegen den Onlinehandel nichts zu gewinnen", sagte Rothe.

Strategien und Konzepte für den Einzelhandel sind auch das Thema des Chemnitzer Handelsforums 2019 am Mittwoch, 20. März, bei der IHK Chemnitz.

www.chemnitz.ihk24/chf2019

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