Eisheilige: Sachsens Winzer fürchten Frostschäden

Die Eisheiligen haben Sachsen im Griff - mancherorts sanken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Das trifft die Reben in einem empfindlichen Stadium. Winzer befürchten Verluste.

Radebeul/Dresden (dpa/sn) - Winzer in Sachsen befürchten nach den kalten Temperaturen in der vergangenen Nacht teils erhebliche Schäden. «So etwas habe ich lange nicht erlebt», sagte der Radebeuler Winzer Friedrich Aust am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Am Weinberg Goldener Wagen seien die Temperaturen in den frühen Morgenstunden auf fast minus zwei Grad gesunken.

Die Junganlagen hat Aust mit Frostschutzkerzen geschützt. Dennoch geht er nach ersten Schätzungen von einem Ertragsverlust von etwa 30 Prozent aus. So seien vielerorts Blätter schon verwelkt. Genaueres lasse sich erst nach zwei oder drei Tagen sagen. «Aber es ist einschneidend.»

An zahlreichen Reben hat Aust sogenannte Frostruten stehen lassen, die nach oben wachsen und dafür sorgen sollen, dass im Falle von Bodenfrost die Rebe überlebt. Nur: «Selbst die hat es getroffen.» Auch in den nächsten beide Nächten will der Winzer Nachtwache halten, um bei Minustemperaturen Frostschutzkerzen anzuzünden. Winzer Klaus Zimmerling aus Pillnitz hat vorsorglich nur jede zweite Rebzeile mit der Fräse bearbeitet, damit die Kälte besser abfließen kann. «Wir haben vielleicht Glück gehabt.»

Nach Einschätzung des sächsischen Weinbauverbandes stellen die Eisheiligen die Winzer im Elbtal vor große Herausforderungen. «Kritisch war vor allem die vergangene frostige Nacht», sagte der Vorsitzende Michael Thomas. Die Feuchtigkeit in den Weinbergen durch die Regenfälle in Verbindung mit dem Frost sei problematisch, das Ausmaß der Schäden bisher noch unklar. Zunächst müsse man die nächsten kalten Nächte abwarten. «Es ist jedoch leider davon auszugehen, dass es Frostschäden in den Weinbergen geben wird.»

Auch das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul hat in der Nacht zum Dienstag bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Weinbergsfeuer und Frostschutzkerzen auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar entfacht, um etwa 100 000 Reben vor den Eisheiligen zu schützen. «Die Bedingungen waren herausfordernd», berichtete Sprecher Martin Junge.

Zum einen habe starke Feuchtigkeit geherrscht, zum anderen sei es weitgehend windstill gewesen. Das sei insofern problematisch, weil die Rauchfeuer den Frost über dem Boden gewissermaßen wegblasen sollen. «Ob es auf unseren Weinbergen Frostschäden gab, wird sich in den nächsten zwei bis drei Tagen zeigen», sagte Junge. Weil weitere kalte Nächte vorhergesagt sind, rechnen die Mitarbeiter des Weingutes mit weiteren nächtlichen Einsätzen in den nächsten Tagen - unter anderem in Diesbar-Seußlitz, Laubach, Weinböhla und Radebeul.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.