Gründern in Sachsen fehlt privates Risikokapital

Junge Unternehmer wollen sich nicht auf Fördermittel des Staates verlassen

Leipzig.

Eine erfolgreiche Gründerszene braucht vor allem private Geldgeber, die angehende Unternehmer mit ihrem Kapital und ihrem Knowhow unterstützen. Im Vergleich mit Berlin oder westdeutschen Grüderzentren wie München und Stuttgart gibt es solche sogenannten Business Angels in Sachsen noch zu wenig. Das war das Fazit einer Diskussion auf der Mitgliederversammlung des Unternehmerverbandes Sachsen am Dienstagabend in Leipzig.

"Junge Unternehmen können sich nicht auf Fördermittel verlassen, deshalb ist das private Engagement in Sachsen gefordert", sagte Eric Weber von SpinLab, der Start-up-Iniviative der Handelshochschule Leipzig (HHL). Er forderte die gestandenen Unternehmer im Freistaat auf, ihr Kapital nicht so sehr in Immobilien, sondern in junge Unternehmen zu stecken, die mit neuen Produkten oder Dienstleistungen erfolgreich sein könnten. Das könne den positiven Trend bei Start-ups in Sachsen verstärken.

Vor kurzem hatte eine Studie der Technischen Universität Chemnitz ergeben, dass die private Szene an Kapitalgebern in Sachsen praktisch nicht öffentlich und nur schwer erkennbar ist. Der Zugang zu privatem Risikokapital sei grundsätzlich verbesserungswürdig, hieß es in der Studie von Juniorprofessor Mario Geissler.

Auf die Notwendigkeit von Start-ups, beim Marktstart besonders schnell zu sein, wies Markus H. Michalow, Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG), hin. "Die Finanzierungsentscheidungen müssen deutlich schneller fallen", sagte Michalow. Dazu gehöre weniger Papier und deutlich mehr Vertrauen. Das könnten private Geldgeber oft leichter bewerkstelligen als die öffentliche Hand.

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