Handwerker fordern von Kammer Reformen

Lehrlingsgewinnung und Ausbildung als Priorität - Beratung ausgelagert

Handwerker aus Westsachsen fordern von der Handwerkskammer Chemnitz einen stärkeren Dialog und Reformen. "Das Handwerk hat sich sehr verändert, entsprechend muss sich die Selbstverwaltung anpassen", sagte Simona Roth. Sie führt mit ihrem Mann Stefan sowie Falko Müller am Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal eine Karosseriebaufirma mit 30 Mitarbeitern. Die Zusammenarbeit mit den Firmen müsse intensiver und transparenter werden. "Der Dialog ist vor allem für die vielen kleinen Firmen wichtig", meinte Roth. Sie hätten oft den Eindruck, gar nicht wahrgenommen zu werden. Die zahlreichen Angebote, die die Kammer bietet, würden von solchen Firmen zumeist nicht genutzt. Mehr Unterstützung wünschen sie sich hingegen bei der Gewinnung von Lehrlingen.

Das ist auch die Forderung von Malermeister Hilmar Steinert. Er verlangt zugleich einen deutlich stärkeren Wandel. Die Handwerkskammer sollte demnach ausschließlich für die Lehrlings- und Meisterausbildung zuständig sein. Alles weitere solle als Beratungsgesellschaft ausgelagert und ergebnisorientiert angeboten werden. "Eine durchdachte und konsequent umgesetzte Lehrlingsgewinnung, - ausbildung und Nachbetreuung in den Firmen sollte die Kernaufgabe der Kammer in Zukunft sein."

Die Handwerkskammer ist die Interessenvertretung der in die Handwerksrolle eingetragenen Firmen. Sie regelt die Lehrlings- und Meisterausbildung, bietet umfassende Weiterbildungen an, berät zu Betriebsführung und Existenzgründung und ist Rechtsaufsicht über die Innungen und die Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk. Sie finanziert sich über Beiträge. Der Jahresbeitrag ist seit 2001 konstant.

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