Heizöl: Tanken oder weiter abwarten?

Wegen der relativ hohen Preise ordern viele Verbraucher in Sachsen derzeit nur kleinere Heizölmengen. Ob und wann dieser Brennstoff wieder günstiger wird, steht aber in den Sternen.

Chemnitz.

Wer an der Mitteldeutschen Produktenbörse 2500 Liter kauft, zahlt aktuell im Raum Chemnitz durchschnittlich 85,16 Euro pro 100 Liter Heizöl. Mitte November waren es zwar noch rund sechs Euro mehr. Im vergangenen Februar oder im Dezember vor einem Jahr waren es allerdings auch rund 20 Euro weniger. Bei einer Tankfüllung macht das 500 Euro Preisunterschied aus. "Bei vielen Kunden sind die Tanks noch zu gut einem Drittel gefüllt. Deshalb warten sie ab", sagt Andreas Lorenz, Vorsitzender des Sächsischen Brennstoff- und Mineralölhandelsverbandes (SBMV). "Oder sie kaufen nur 1000 oder 1500 statt 2500 Liter, in der Hoffnung, damit übers Jahr zu kommen und dass die Preise weiter fallen."

Ob es dazu kommen wird, vermag Lorenz aber nicht zu prognostizieren. Zum einen hat das Erdölkartell Opec angekündigt, die Produktion zu drosseln. Das hätte vermutlich steigende Preise zur Folge. Zum anderen will Katar aber zum neuen Jahr aus der Opec aussteigen und die Ölfördermenge erhöhen. Das würde preismindernd wirken. Grundsätzlich weichen der Weltmarkt und der Markt am Ende der Handelskette allerdings ohnehin oft voneinander ab.

"Es kommt vor, dass die Preise zwar an der Börse sinken, aber nichts davon beim Kunden ankommt", sagt Lorenz. Niedrige Pegelstände, die seit dem Sommer in einigen Regionen Deutschlands zum Beispiel zu Versorgungsengpässen führen, oder große Reserven spielten ebenfalls eine Rolle. "In die Preispolitik der Mineralölkonzerne haben wir als Händler keinen Einblick."

In Sachsen verfügen laut Institut für Wärme und Öltechnik 264.000 Wohnungen oder Häuser über eine Ölheizung. Das ist rund jede siebente Wohneinheit im Freistaat. Die 87 Mitgliedsfirmen des Sächsischen Brennstoff- und Minertaölhandelsverbandes haben nach dessen Angaben im vergangenen Jahr etwa 456.000 Tonnen Heizöl, 943.000 Tonnen Dieselkraftstoff und rund 137.500 Tonnen Braunkohlebriketts verkauft. Damit haben sie rund 80 Prozent des gesamten sächsischen Brennstoffumsatzes gemacht.

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