IC-Anschluss rückt ein Stück näher

Bahn und Freistaat nehmen die Planungen für den Ausbau der Bahnlinie Chemnitz-Leipzig wieder auf. Doch bis zur Fertigstellung werden aber noch etliche Jahre vergehen.

Leipzig.

Fast vier Jahre lang herrschte Stillstand, nun geht es weiter: Die Deutsche Bahn nimmt die Planungsarbeiten für den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig wieder auf, das Land stellt das Geld bereit. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und der Konzernbevollmächtigte der DB, Eckart Fricke, unterzeichneten gestern in Leipzig eine entsprechende Vereinbarung. Zehn Millionen Euro hat das Land im Haushalt für die Arbeiten eingeplant, die höchstens zwei Jahre dauern sollen.

Der Vertrag sei eine wichtige Weichenstellung, um die Region Chemnitz wieder an den Fernverkehr anzubinden, so Dulig. Es sei und bleibe ein Unding, dass Chemnitz seit 2006 davon abgeschnitten ist. "Wir dürfen keine Zeit verlieren", sagte Fricke. Fernziel sei die Anbindung an das IC-Netz der Bahn.

Nachdem das Bundesverkehrsministerium angedeutet hatte, dass die Kosten-Nutzen-Analyse ein positives Ergebnis gebracht hat und das Projekt damit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden kann, ist wieder Bewegung in das Vorhaben gekommen. Die Landesregierung war zwischenzeitlich auf die Bremse getreten, Minister Dulig hatte 2015 erklärt, Mittel für weitere Schritte erst bereitzustellen, wenn das Projekt im Bundesverkehrswegeplan steht. Duligs Vorgänger, der FDP-Mann Sven Morlok, hatte bereits 2014 eine Vorplanung für die Modernisierung der 81 Kilometer langen Strecke vorgelegt.

Die wird nun aktualisiert, zudem erfolgen weitere Planungsschritte. So wird etwa untersucht, wie und wo Straßen- und Eisenbahnüberführungen verändert werden müssen. Das Konzept von 2014 sieht neben der Elektrifizierung einen zweigleisigen Ausbau auf zwei Abschnitten vor. Bislang sind 14,2 Kilometer zweigleisig, sieben Kilometer sollen noch dazukommen. Nach Frickes Worten wird es dabei aber wohl nicht bleiben: "Die Überprüfung wird zu dem Ergebnis kommen, dass weitere Abschnitte zweigleisig ausgebaut werden müssen", sagte er und begründete dies mit anderen, weniger spurtstarken Fahrzeugen, die bei der ersten Planung noch unterstellt worden waren. Ohne Zwischenhalt soll eine Fahrzeit von 50 Minuten möglich werden. Die DB plant demnach mit einem Fernverkehrsangebot im Stundentakt.

Bis es soweit ist, werden noch Jahre vergehen. Dulig geht von einem Zeitraum von acht bis elf Jahren aus. Allein beim Planfeststellungsverfahren muss laut Fricke mit drei Jahren Dauer gerechnet werden. Reine Bauzeit seien drei Jahre. Der Ausbau wird nach früheren Planungen 250 Millionen Euro kosten, eine neue Kostenschätzung gibt es noch nicht.

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