Im Export hat Sachsen noch Nachholbedarf

Im Freistaat sind aktuell nur acht Prozent der Unternehmen im Außenhandel aktiv. Diese Quote soll mit vielfältigen Angeboten verbessert werden.

Grünhainichen.

Für Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig bleibt es ein wichtiges Ziel, die Internationalisierung der sächsischen Wirtschaft noch weiter voranzutreiben. "Wir haben im Export noch Potenzial nach oben", sagte der SPD-Politiker am Montag in Grünhainichen (Erzgebirgskreis) nach dem alljährlichen "Spitzengespräch Außenwirtschaft". Nach seinen Worten engagieren sich im Freistaat erst rund acht Prozent der Unternehmen im Außenhandel. Im Bundesdurchschnitt seien es dagegen elf Prozent. "Dabei schafft gerade der Export zusätzliche Marktpotenziale und kann für kleine und mittlere Unternehmen zum Wachstumsmotor werden", sagte Dulig.

Bei dem Spitzengespräch verständigten sich deshalb die Teilnehmer aus Verbänden, Kammern, Wirtschaftsförderung und dem Wirtschaftsministerium auf eine außenwirtschaftliche Jahresplanung mit über 150 Aktivitäten für mehr als 40 Länder. Darunter sind bewährte Märkte in Europa sowie neue Märkte in Afrika, Lateinamerika und Asien. Die Schwerpunkte liegen allerdings auf den Nachbarstaaten Polen, Tschechische Republik, Österreich und Schweiz, welche sich besonders gut für einen Einstieg in das Exportgeschäft eignen. Dazu kommen Aktivitäten auf den wichtigsten sächsischen Auslandsmärkten China, USA und Russland. Die Koordinierung der Aktivitäten übernimmt 2019 die Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK). "Wir wollen die Unternehmen für den Export begeistern", sagte der Chemnitzer IHK-Präsident Dieter Pfortner. Vom 8. bis 12. April findet dazu die Sächsische Außenwirtschaftswoche mit zahlreichen Veranstaltungen statt. Das Motto: "Sachsen! Weltweit dabei."

Vereinbart wurde in dem Spitzengespräch auch, die 2016 ins Leben gerufene "Internationalisierungsoffensive Sachsen" (IOSax) bis Ende 2020 fortzusetzen. Ursprünglich war die Laufzeit nur auf zwei Jahre ausgelegt. Damit soll erreicht werden, dass gerade kleinere Unternehmen bis zu 250 Mitarbeitern ihre Wachstumschancen im Ausland nutzen. In dem Programm beraten sogenannte Export-Scouts der Kammern noch nicht im Ausland aktive Unternehmen gezielt zu Export und Internationalisierung. "Bislang haben sich knapp 800 Firmen zu Fragen des Auslandsgeschäfts beraten lassen", sagte Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen, welche die IOSax-Aktivitäten koordiniert.

Im Jahr 2017 erreichte der sächsische Außenhandel Rekordwerte. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf rund 41 Milliarden Euro, die Importe um zehn Prozent auf 24 Milliarden Euro. Damit erreichte die Wirtschaft im Freistaat eine Exportquote von 33,9 Prozent. (2016: 31 Prozent). Wirtschaftsminister Dulig rechnet damit, dass auch 2018 das hohe Niveau im Außenhandel gehalten werden kann. Nach den ersten drei Quartalen sehe es so aus, meinte der Minister. Die Gesamtbilanz für das vergangene Jahr wird voraussichtlich im März vorliegen. Während die Ausfuhr nach China in den ersten drei Quartalen 2018 um elf Prozent zulegte, nahm sie in die USA um fünf Prozent ab.

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