Kälteanlagenbauer erfinden Kühlung neu

Mit ihren Kältemaschinen hat es die Firma Futron in einem Wettbewerb unter die deutsche Innovations-elite geschafft: Die für Supermärkte gebauten Anlagen sind leicht montierbar, extrem sparsam und umweltfreundlich. Doch zum Service gehört mehr.

Netzschkau.

Jörg Fuhrmann hat Kältetechnik von der Pike auf gelernt - als Kühlanlagenmonteur bei Nema Netzschkau, das zu DDR-Zeiten so etwas wie das Mekka der Branche war. "Hier sind über 40 Jahre lang Kälteanlagen entwickelt und gebaut worden. Unser Erfolg ist natürlich auch auf diese Tradition zurückzuführen." Heute trägt der Markterfolg den Namen Futron Kälteanlagenbau Netzschkau. Der Familienbetrieb entwickelt und baut Kältemaschinen, auf die immer mehr Supermärkte in Deutschland und halb Europa setzen. Neben wachsenden Marktanteilen hat dieser Innovationserfolg den Vogtländern jüngst sogar eine Notierung als Top-100-Unternehmen eingebracht. "Auch darauf sind wir stolz", sagt Jörg Fuhrmann, der bei Futron als Technischer Leiter das Sagen hat.

Futron hatte die Topplatzierung beim einzigen Wettbewerb für Innovationsmanagement in Deutschland in der Kategorie bis 50 Mitarbeiter geschafft. Innerhalb dieses Benchmarkingprojekts mit TV-Moderator Ranga Yogeshwar als medialer Speerspitze und Hunderten teilnehmenden Firmen waren die Futron-Ideenschmiede und ihr via Innovationen am Markt generierter Erfolg untersucht worden. Ergebnis war die Einladung zur Top-100-Gala in Essen und die mit dem Topsiegel verbundene Notierung als "ein Branchenvorreiter in der Kältetechnik", dessen Umsatz zu 100 Prozent aus Marktneuheiten und verbesserten Produkten stammen.Den Grund für den Innovationsgeist in ihrer 2008 gegründeten Firma beschreibt Geschäftsführerin Ramona Spörl-Fuhrmann so: "Wir legen großen Wert auf Teamarbeit, damit wir themenübergreifend Vorschläge generieren können." Eine Aktie an diesem Prozess haben auch die Söhne des Chefetagen-Ehepaars: Alexander und Maximilian Fuhrmann stehen als Kühlanlagenmonteure für den permanenten Praxisbezug der Entwickler.

Futron überzeugt derzeit vor allem mit drei Innovationen und deren Markterfolg, sagt Vertriebsleiter Andreas Schwarz. Die am einstigen Nema-Güterbahnhof entwickelten und gebauten Kältemaschinen sind anders als die der Konkurrenz im Steckkastenprinzip ohne großen Aufwand miteinander kombinierbar und lassen damit auch wegen des Servicevorteils kaum noch Kunden kalt. "Ist eine Maschine kaputt, stecken unsere Monteure eine neue an und nehmen die kaputte zur Reparatur mit ins Vogtland. Damit entfällt für den Kunden die aufwendige Fehlersuche im ganzen System", erklärt Andreas Schwarz.

Möglich macht diesen Service-vorteil eine weitere Innovation, die ebenfalls die Kunden-Portemonnaies schont. Futron kommt mit einem Bruchteil an Kältemitteln aus, die für herkömmliche Anlagen eingesetzt werden - statt Hunderter Kilogramm pro Kühlkreislauf sind das knapp drei Kilo. Grund dafür ist ein auf die Maschine selbst begrenzter Kältekreislauf. Über diesen erfolgt die Kühlung der direkt an die Maschine angeschlossenen Wasser- und Soleleitungen des sogenannten Sekundärkreislaufes - an dem hängen die sogenannten Kühlmöbel der Supermärkte wie Kühltruhen und Kühlschränke. "Wir haben also mit wenig Füllmenge eine Riesenleistung. Außerdem braucht man für die Anlagen des Sekundärkreislaufes keinen Kältetechniker mehr. Das hat sonst in Deutschland keiner."

Drittes Innovationskriterium: Futron setzt anders als andere Hersteller ausschließlich natürliche Kältemittel wie Propangas, CO2 oder Ammoniak ein. "Keine Kältemaschine ist wirklich dicht, ein gewisser Prozentsatz entweicht. Synthetische Kältemittel tragen so zum Treibhauseffekt bei, unsere natürlichen Kältemittel kaum oder nicht - und außerdem haben wir ja ihr Einsatzvolumen drastisch gesenkt", sagt der Vertriebsleiter. Die Erfolge der 27 Mitarbeiter starken Firma lesen sich nun auch am Kopf der Geschäftspost via Top-100-Siegel ab. Und die lesen immer mehr. Die Vogtländer verzeichnen ein starkes Umsatzplus und bei einer Exportquote von 40 Prozent volle Auftragsbücher. Mehr als 400 Kältemaschinen hat Futron bisher allein in Deutschland verkauft, in Kürze geht eine Lieferung nach Argentinien. In Europa bietet vor allem der Beneluxraum einen stabilen Wachstumsmarkt, die Nachfrage steigt. Aber die Produktionskapazitäten auch an einem zweiten Produktionsstandort in Dresden sind begrenzt. "Deshalb werden wir wohl in zwei, drei Jahren etwas Neues bauen", sagt Ramona Spörl-Fuhrmann.

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