Maschinenbauer Starrag stärkt den Standort Chemnitz

Die Schweizer Gruppe will mit organisatorischen Veränderungen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Für das Werk in Sachsen sind dabei neue Aufgaben vorgesehen.

Chemnitz.

Der börsennotierte Maschinenbauer Starrag aus Rorschacherberg in der Schweiz will sich konsequenter auf seine Zielmärkte ausrichten. Dazu wird die Gruppenstruktur des Konzerns verändert und der Vertrieb neu zentral unter eine gemeinsame Führung gestellt. "Wir wollen aus dem Starrag-Konglomerat eine konsistente Gruppe machen und so die Synergien der Produktionsstandorte heben", sagte Starrag-Vorstandsmitglied Stefan Breu (Head of Group Operations). Der von Bosch zu Starrag gewechselte Schweizer soll die Neuorganisation unter dem Titel "Starrag 2021" vorantreiben. Gleichzeitig übernimmt er auch die Geschäftsführung des Chemnitzer Starrag-Werkes (früher Heckert). Der bisherige Geschäftsführer Marcus Otto hat nach Unternehmensangaben seinen Vertrag auf eigenen Wunsch nicht fortgesetzt. Otto war drei Jahre Mitglied der Geschäftsleitung der Starrag Group.

Die Neuausrichtung tritt am 1. Juli in Kraft und soll für die Gruppe eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität bringen. Für das Maßnahmenpaket wird ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag investiert. Nach Abschluss im Jahr 2021 soll eine jährliche Kostensenkung von bis zu 10 Millionen Schweizer Franken (etwa 8,9 Mio. Euro) erreicht werden. Starrag strebt damit über den Konjunkturzyklus hinweg ein durchschnittliches Umsatzwachstum von fünf Prozent und eine Rendite von acht Prozent an.

Geplant ist unter anderem, mehr Baugruppen und Module der Maschinenanlagen - wie Kettenmagazine oder die Bodengruppe - zu vereinheitlichen und ein regelrechtes Baukastensystem für die unterschiedlichen Maschinen zu entwickeln. Dabei sollen aber die einzelnen Marken unter dem Starrag-Dach erhalten bleiben. "Der Standort Chemnitz wird die wichtigste Rolle in diesem Prozess einnehmen", sagte Breu. Er begründete das mit der im Werk zur Verfügung stehenden Fläche, auf der entsprechende Baugruppen hergestellt und montiert werden können. Zudem sei der Arbeitsmarkt in der Chemnitzer Region nicht so angespannt wie an anderen Standorten. "Wir wollen mehr Wertschöpfung nach Chemnitz bringen", versicherte der Starrag-Manager. Die Umstrukturierung sei ein langfristiger Prozess, der auch zu einem Beschäftigungsaufbau in Chemnitz führen könne, meinte er, ohne konkrete Angaben zu machen.

In anderen Produktionsstätten gibt es nicht so positive Aussichten. So sind von der Neuausrichtung am Standort Mönchengladbach rund 150 der 380 Arbeitsplätze von einem Stellenabbau betroffen. Dort steht die Starrag-Führung bereits in Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung.

Starrag hatte in den vergangenen Jahren mehrere Maschinenbauer übernommen. Der Chemnitzer Werkzeugmaschinenhersteller Heckert gehört bereits seit mehr als 20 Jahren zur Gruppe. Heute zählt Starrag zu den technologisch weltweit führenden Herstellern von Präzisionswerkzeugmaschinen zum Fräsen, Drehen, Bohren und Schleifen von Werkstücken aus Metall, Verbundwerkstoffen und Keramik. Der Maschinenbaukonzern mit insgesamt 11 Maschinenmarken betreibt Produktionsstandorte in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 1500 Mitarbeiter. 2018 lag der Umsatz bei

389 Millionen Schweizer Franken (etwa 348 Millionen Euro), das waren vier Prozent weniger als im Vorjahr. Die Chemnitzer Starrag GmbH erwirtschaftet einen Jahresumsatz in der Größenordnung von rund 100 Millionen Euro. Davon wird etwa die Hälfte auf dem deutschen Heimatmarkt erzielt. Der Maschinenbauer beschäftigt derzeit einschließlich der Auszubildenden 438 Mitarbeiter.

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