Neue Forschungsallianz will Sachsens Wirtschaft stärken

Wie kommen Forschungsergebnisse möglichst effizient in die Praxis? Die Unis in Chemnitz, Dresden und in Freiberg haben dafür einen Plan.

Dresden/Chemnitz/Freiberg.

Die Stärkung der regionalen Unternehmen in Sachsen haben sich Wissenschaftler der TU Dresden, der TU Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg auf die Fahnen geschrieben. Dazu bündeln sie ihre Kompetenzen in den Bereichen Materialforschung, Prozessgestaltung und Produktionstechnik in der "Sächsischen Allianz für Material- und Ressourceneffiziente Technologien" (abgekürzt: Amareto).

Die Forschungsallianz will Modelle und Simulationen für innovative Produkte entwickeln. "Wir wollen, dass die sächsischen Unternehmen frühzeitig an neuen Wertschöpfungsketten teilhaben können", sagte Professor Maik Gude von der TU Dresden. Als Beispiel nannte er die Entwicklung von Turbinenteilen für Flugzeugtriebwerke, die heute von Unternehmen in Sachsen hergestellt werden.

Der Freistaat fördert das Projekt, an dem auch das Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) beteiligt ist, bis 2020 mit rund 5,5 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Der Betrag soll eine Anschubfinanzierung sein. "Weitere Mittel sollen zudem von außen eingeworben werden", erklärte Professor Matthias Putz von der TU Chemnitz und vom IWU.

Am Montag übergab Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) in Dresden die Förderbescheide an die beteiligten Partner. "Amareto ist eine Brücke zwischen Forschung und Anwendung und stärkt den Forschungsstandort Sachsen", sagte Stange. Dass ein Fraunhofer-Institut beteiligt ist, sei eine neue Qualität, meinte die Ministerin. Es sei wichtig, abgestimmt miteinander zu forschen und auch die Anwendung im Blick zu behalten. "So entsteht internationale Konkurrenzfähigkeit", erklärte Stange.

Den Experten geht es bei dem Projekt vor allem um die intelligente Verknüpfung von neuen Materialien, beispielsweise für den Leichtbau, und um optimierte Produktionstechnologien für die Maschinenbau-, Automobil- und Luftfahrtindustrie. So entwickeln die Forscher der TU Chemnitz und das Fraunhofer IWU zum Beispiel die Simulation datengetriebener Produktionsprozesse. Auf dieser Basis sollen sich später Fertigungsprozesse automatisch anpassen und selbst optimieren können. Eine unterschiedliche Qualität des Materials könnte so im Fertigungsprozess berücksichtigt werden. Dies würde die Ausschussraten reduzieren und die Qualität erhöhen. "Heute haben wir noch zu wenige Daten über die Werkstoffe und die Prozesse", sagte Putz. Das Sammeln der Daten sei auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur künftigen Industrie 4.0. Mit Industrie 4.0 wird eine stärker digitalisierte Produktionsweise bezeichnet, deren Prozesse automatisiert ablaufen.

Die Forschungsallianz will ihre Ergebnisse frühzeitig an die Wirtschaft weitergeben. "Wir suchen die Kommunikation mit den Unternehmen und bieten Workshops über unsere Arbeitsergebnisse an", versicherte Gude von der TU Dresden. Dazu gebe es einen engen Austausch mit dem Automobilcluster Ostdeutschland und auch mit den Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Genutzt werden sollen zudem die bestehenden Kooperationen der Projektpartner mit der sächsischen Industrie.

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