Neuer Schwung für Arbeitsmarkt im Herbst: Weniger Kurzarbeit

Zwar hinterlässt die Corona-Krise deutliche Spuren. Dennoch ging die Arbeitslosigkeit im September weiter zurück. Weniger Betriebe schicken ihre Mitarbeiter zudem in Kurzarbeit.

Chemnitz.

Der Herbst sorgt für neuen Schwung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt. Im September waren 132 800 Menschen ohne Job und damit etwa 5000 weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,3 Prozent.

«Die Beschäftigungsaufnahme der Ausbildungsabsolventen zahlt sichtbar auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit ein», sagte die operative Geschäftsführerin Reinhilde Willems. Es sei zudem ein positives Signal, dass sich im September rund 1600 weniger Männer und Frauen arbeitslos meldeten als im Vormonat. Die Corona-Krise hat dennoch deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen: Im September waren knapp 20 Prozent mehr Menschen in Sachsen arbeitslos als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Die Regionaldirektion führt für den Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem drei Gründe an: Viele Neueinstellungen wurden auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben, Schulabgänger haben Anfang September mit Ausbildung oder Studium begonnen, und auch die Bildungsmaßnahmen der Agenturen sind wieder angelaufen - wenn auch coronabedingt in eingeschränktem Umfang. Demzufolge ging auch die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen in Sachsen wieder zurück - binnen Monatsfrist um 9,4 Prozent.

Ohne das Kurzarbeitergeld allerdings wären die Arbeitslosenzahlen wohl deutlich höher ausgefallen. Den Angaben zufolge haben im Juni rund 20 700 Betriebe für 190 000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Das waren bereits deutlich weniger als im April mitten in der Corona-Krise - mit rund 288 000 Beschäftigten. Zudem haben im September 375 sächsische Betriebe Kurzarbeit für mehr als 5000 Beschäftigte neu angezeigt. (dpa)

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