Rauere Zeiten für Vorzeigefirma Komsa

Die Komsa-Gruppe in Hartmannsdorf gehört nicht nur zu den 100 größten Firmen Mitteldeutschlands, sie hat auch einen sehr guten Ruf. Doch aus der Belegschaft kommen inzwischen kritische Töne. Auch die Gewerkschaft hat Grund zum Klagen.

Hartmannsdorf.

Die Komsa AG gilt seit Jahren als Vorzeigefirma. Vor 15 Jahren öffnete in Hartmannsdorf der erste betriebseigene Kindergarten im Osten. Der Dienstleister für die Telekommunikationsbranche kann auf diverse Auszeichnungen verweisen - vom Bundespreis "Erfolgsfaktor Familie" bis zum Deutschen Logistik-Preis. In der "Focus"-Liste der 1000 Top-Arbeitgeber konnte sich Komsa in den letzten Jahren immer wieder platzieren.

Enrico Zemke hat jedoch Erfahrungen gemacht, die die Firma nicht so glänzend dastehen lassen, zumindest aus Arbeitnehmersicht. Der Verdi-Gewerkschaftssekretär hat gut ein Jahr gebraucht, um mit der Geschäftsführung ins Gespräch zu kommen. Danach blieb für ihn die Erkenntnis: Gewerkschaftsarbeit und betriebliche Mitbestimmung sind zwar geduldet, werden aber wohl nicht allzu gern gesehen.

Glaubt man Zemke, hat das Betriebsklima schon bessere Zeiten gesehen. Mitarbeiter, die sich bei der "Freien Presse" gemeldet haben, berichten von einer gestiegenen Fluktuation und Löhnen, die deutlich unter Marktniveau lägen. Mit richtigem Namen will aber keiner in der Zeitung stehen. Horst Horstmann (Name geändert) etwa, der viele Jahre im Reparaturbereich tätig war, erzählt, dass er anfangs "gutes Geld" verdient habe. Doch später sei die Prämie zusammengestrichen worden, sodass nur ein Verdienst knapp über Mindestlohn blieb. "Das größte Problem ist die Entlohnung", schimpft ein anderer Mitarbeiter.

Das Unternehmen sieht das anders. Die Löhne im Reparaturbereich lägen auf Marktniveau, sagt Pressesprecherin Andrea Fiedler. Das Prämiensystem sei dort zwar ausgesetzt gewesen, man habe aber bereits Mitte 2018 ein neues eingeführt. Und die Fluktuation? Die sei ein normaler Prozess in vielen Firmen. Bei Komsa liege sie unter den branchenüblichen Werten und sei zuletzt sogar gesunken. Ziel seien immer zufriedene Mitarbeiter.

Die Zeiten sind schwieriger geworden. Vorstandschef Uwe Bauer berichtet in einer Vorstandsinfo aus dem Vorjahr von einem Markt, der härter und rauer wird. Die Boomzeit der Handys sei durch. Die nächste Digitalisierungswelle aber stecke noch in den Kinderschuhen. Der Mobilfunkstandard 5G als Treiber für ein neues Geschäft mit Themen wie das Internet der Dinge werde im Hintergrund vorbereitet, generiere aber noch kein Geschäft.

Lange konnte Komsa Wachstum vermelden. Nun ist von einer Umbruchzeit die Rede. Die Anzahl der Handys, Smartphones und Tablets, die im Garantiezeitraum repariert werden müssen, hat sich binnen drei Jahren halbiert. Doch man habe Rückgänge durch Zuwächse woanders auffangen können. Das Geschäftsvolumen sei gleich geblieben. Auch im laufenden Geschäftsjahr werde man wieder bei über einer Milliarde Euro Umsatz liegen.

Um sich zu fokussieren und Dinge wegzulassen, "die nicht zum Geschäft beitragen", wie Komsa-Chef Bauer schreibt, habe man das Programm "Kom-On" aufgesetzt - wohl auch eine Art Sparpaket. In Bereichen mit geringeren Erträgen wolle man Kosten senken und "andererseits Ressourcen in potenzialträchtige Bereiche stecken". Als Beispiele nennt er die Übernahme der Arbeiten der Tochter Tyskcom in andere Bereiche, die Reprofitabilisierung von Komsa Polen und die Trennung von unrentablen Lieferanten. Im Dezember kündigte Komsa dann an, sein Reparaturcenter mit 300 Leuten im polnischen Breslau zu schließen.

Bereits Ende August hatte Komsa bei der Tyskcom, die in Hartmannsdorf Call-Center-Arbeiten erledigte, den Betrieb eingestellt. Ein Auftrag war weggefallen. Betroffen waren knapp 30 Mitarbeiter. Man habe allen angeboten, sich auf eine der freien Stellen bei Komsa zu bewerben. Am Ende sei es gelungen, die Hälfte zu übernehmen. Das sei "ein Kraftakt" gewesen, so Fiedler. Zemke hat da eine andere Sicht: "Es sind nicht alle untergekommen - trotz freier Stellen." Für ihn stellt sich die Frage: "Gab es eine Sozialauswahl?" Zemke weiß noch von anderen Punkten, die so nicht im Sinne der Beschäftigten gewesen sein dürften: Danach büßten diese bei einem Wechsel innerhalb der Gruppe ihre Betriebszugehörigkeitsjahre ein, mussten eine Probezeit absolvieren und bekamen nur befristete Verträge. Fragen dazu ließ Komsa unbeantwortet.

Trotz Tyskcom-Wegfalls sind in Hartmannsdorf laut Fiedler "nach wie vor" rund 1300 Mitarbeiter tätig. Für die gesamte Gruppe werden es nach Schließung des Standortes Breslau 1450 Beschäftigte sein. Ein Jahr zuvor hatte Komsa noch rund 1800 Mitarbeiter angegeben. Ein Stellenabbau sei derzeit nicht geplant, versichert Fiedler.

Auch wenn derzeit kein Wachstum zu erwarten sei, Komsa investiere in die Zukunft - in Systeme, Gebäude, neue Geschäftsfelder. Hier sei in den letzten zwei Jahren bereits viel passiert. Daran werde man 2019 anknüpfen. "Zum Beispiel, indem wir eine neue Reparaturmarke aufbauen." Und ist das laut Fiedler nicht alles. "Wir investieren schon seit Jahren in Maßnahmen, die den Wohlfühlfaktor unterstützen und Mitarbeitern Wege abnehmen." So gebe es einen Autoreinigungs- und Blumenservice, einen Geldautomaten und ein Ferienhausangebot auf Rügen. Im Dezember bot eine Bäckerei im Foyer ihre Backwaren an.

Während der Bäcker rein konnte, durfte die Gewerkschaft ihren Stand nicht aufbauen. Zemke hatte darum gebeten, um die Beschäftigten während der Pause mit Info-Material zu Betriebsratswahlen und Gewerkschaft zu versorgen. Bislang existiert nur in zwei Töchtern ein Betriebsrat - bei W-Support und Mercum. Zum Konzern gehören aber gut 20 Firmen, 13 davon sitzen in Hartmannsdorf. Doch selbst bei W-Support und Mercum ist Verdi offenbar nicht allzu stark vertreten. Beim Thema Tarifverträge muss Zemke nämlich abwinken. Das sei derzeit kein Thema. "Wir können nur dort agieren, wo wir Mitglieder haben. Bei einem Organisationsgrad unterhalb von 30 Prozent macht das keinen Sinn."

Beim Komsa-Management blitzte Zemke ab. Er darf zwar auf das Gelände, aber nur in die Betriebsteile, in denen es einen Betriebsrat gibt. Ein allgemeiner Infostand ist nicht gewollt - aus "Neutralitätsgründen", wie Fiedler sagt. Zemke schüttelt den Kopf. Bei anderen Firmen wie T-Systems, Dell oder IBM sei das kein Problem. "Das ist ein völlig normaler Vorgang und im Grundgesetz als Koalitionsfreiheit verankert."

Die Gewerkschaft baute am Ende ihren Stand auf der Zufahrtsstraße auf und verteilte dort Flyer. "Das hat schon für Gesprächsstoff gesorgt", sagt Zemke. Folgeaktionen sind in Vorbereitung.

Bewertung des Artikels: Ø 3.7 Sterne bei 10 Bewertungen
14Kommentare
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  • 3
    0
    diklu
    24.01.2019

    Vollste Zustimmung für "saxon1965". Die heute gängige Verwendung der beiden genannten Begrifflichkeiten ist ja schon unter rein physikalischem Aspekt falsch - da brauchen wir uns noch nicht einmal aufs gesellschaftswissenschaftliche Terrain zu begeben. Daher versuche ich immer, diese Bezeichnungen zu vermeiden, weil mich stets ein ungutes Gefühl bei deren Nennung beschleicht.

  • 4
    2
    saxon1965
    23.01.2019

    Die unterschiedlichen Sichtweisen sind recht interessant.
    Vielleicht hilft es ja, wenn man darüber nachdenkt, für welche "Seite" die Begrifflichkeiten Arbeitnehmer und Arbeitgeber wirklich zutreffend wären?
    Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der sich Alles, aber auch wirklich Alles, dem Geld unterordnen muss, bleibt der Begriff WERTE falsch besetzt.
    Oder ein anderes Beispiel für das, was ich meine: Wenn Steuerlasten mit dem Fleiß der Menschen gekoppelt werden und nicht mit dem Verbrauch von Allgemeingütern (Ressourcen), ist das eine genau so falsche Herangehensweise.

  • 5
    1
    derBuerger
    22.01.2019

    Komsa zeigt das Problem des Ostens in aller Deutlichkeit!
    Die besten Fachkräfte wollen, aber nur Mindestlohn zahlen wollen! Und dann über mangelnde Fachkräfte jammern. Selbst in den besten Jahren wurden die top- engagierte Fachkräfte so schlecht bezahlt, dass sie oft in den Westen gehen mußten wenn sie angemessen leben wollten!

    Eine schöne Cantine ist gut dies ist aber mehr Beruhigungsmittel um das schlecht bezahlte Personal abzulenken. Der Umgang mit den Arbeitnehmervertretern zeigt, daß man nicht fair sondern nur soviel bezahlen will wie die einzelnen durchsetzen können! In Deutschland sind die Gewerkschaften nicht Gegner der Unternehmen sondern berücksichtigen auch die Probleme von Arbeitgebern und sind sehr kompromissbereit.

  • 4
    1
    VaterinSorge
    19.01.2019

    Ja diklu, das ist völlig zutreffend, gleichwohl es in der Sache zu nachdenken anregen, aber nicht wirklich helfen kann. Aber jetzt versteht vielleicht der eine oder andere, warum ich mich hier so nenne und meine Erkenntnisse so unverblümt darstelle. Nicht mehr oder weniger, das sind nun mal die erbarmungslosen Gesetze der Marktwirtschaft, die ausgerechnet hier so ausgelebt werden und selbst im Westen schon als unmenschlich empfunden werden. Das genau macht mir Sorgen, ist generationübergreifend und betrifft alle, nicht nur Kinder und Enkel. Politiker im Westen behaupten, der Osten wäre noch nicht integriert, deshalb könne er selbst nicht integrieren, andere sehen nach wie vor die NBL ausschließlich als Markterweiterung oder Zugang zu möglichem Arbeitsvermögen ohne Mitspracherechte, selbst Kreis- und Landespolitiker meinen, dass Dialoge helfen könnten, den Einheitsprozess zu optimieren. Es sind aber die Ellenbogen, die Schere zwischen arm und reich, aber auch die Torschlusspanik, die uns davon abhält, mal wieder zu Besinnung zu kommen. Schon stecken wir wieder im Hamstertad und der Zirkus geht weiter.

  • 7
    1
    diklu
    19.01.2019

    Das in meinem ersten Kommentar Ausgeführte ergänzend, möchte ich hinzufügen, dass es keineswegs verwunderlich ist, wenn sich bestimmte Ängste, Sorgen und Nöte der einfachen, arbeitenden Menschen (soll heißen, deren Konflikte mit den ökonomischen Machthabern) von vor 90 Jahren und von heute zumindest ähneln. Ohne an dieser Stelle in oberlehrerhafter Weise über den antagonistischen Klassengegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat in der kapitalistischen Gesellschaftsformation referieren zu wollen - wir "gelernten DDR-Bürger" haben das bekanntlich im Rahmen unserer Ausbildung in jungen Jahren bis kurz vor die Schmerzgrenze theoretisch durchgekaut - sei nur gesagt, dass genau dies im Verlauf der letzten knapp drei Jahrzehnte für zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger (ich schließe mich da selbst mit ein) auch eine praktische, persönliche, ja zutiefst emotionale Komponente erhalten hat. Die Tatsache, dass die Wendeereignisse von 1989/90 in Ostdeutschland nicht in eine ruhige, von Besonnenheit und längerfristigem Nachdenken geprägte Periode der Suche nach alternativen, der Zukunft adäquaten Perspektiven für die gesellschaftliche Entwicklung mündeten, sondern in das eiligst herbeigeführte 1:1-Überstülpen des bundesdeutschen markt- und geldfetischistisch orientierten Wirtschaftssystems, stimmt mich sehr traurig. Bisweilen schlägt diese Traurigkeit in ohnmächtige Wut und Verzweiflung um, nämlich immer dann, wenn Entlassungen anstehen, Löhne und Gehälter verspätet gezahlt werden oder ähnliche unsoziale, früher nie gekannte Dinge auf der Tagesordnung erscheinen.

    Vor Jahren schaltete die Komsa Annoncen in der Freien Presse zwecks Rekrutierung von Arbeitskräften. Darin hieß es in etwa: "Wir suchen nur die Besten! Wenn Sie auch dazu gehören, dann bewerben Sie sich bei uns ...". Angesichts einer solchen Formulierung war ich kurz davor, die Personalabteilung des besagten Unternehmens zu fragen, ob man dort

    a) von den Bewerbern allen Ernstes erwarte, sich mit so viel Eigenlob zu bekleckern, als "die Besten" bezeichnet werden zu wollen, und

    b) der Meinung sei, nur Spitzenkräften stehe das elementare Menschenrecht auf einen Arbeitsplatz zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes zu - hingegen uns Durchschnittsmenschen mit einer ganzen Reihe individueller Fehler und Schwächen womöglich nicht.

    Im Letztgenannten manifestiert sich exemplarisch ein mit dem Übergang zur Marktwirtschaft einhergegangener Wechsel von Wertvorstellungen, Denk- und Verhaltensmustern, welchen ich mir niemals zu eigen machen möchte.

  • 5
    2
    VaterinSorge
    18.01.2019

    Als ich meinen Kommentar verfasste war mir klar, dass es sehr unterschiedliche Diskussionen geben wird, weil ja auch die Sichtweisen sehr unterschiedlich sind. Auch die Gesellschaft ist ja in jeder Generation, in jeder Situation und jeder Zeit im Umbruch, ja vielleicht sogar im Ausnahmezustand ist. Es wurde doch niemand gezwungen bei jeglichen Arbeitgebern für weniger als dem Mindestlohn zu arbeiten, im Gegenteil. Man hat Schlange gestanden, Bewerbungen geschrieben und alles zugesagt, bloß um einen der begehrten Jobs zu bekommen. Nun, wo sich das Blatt wendet, die potentielle Mitte wegfällt, also es mehr Studierte als Fachkräfte, dafür aber auch mehr weniger qualifizierte Beschäftigte auf dem Markt gibt, steigen die Ansprüche und Forderungen nach Zusatzleistungen bei gleichzeitiger Abnahme der Leistungsbereitschaft und Produktivität. Jedes Management oder Führungs-/Vorstandsetage macht sich so seine Gedanken, wie man seinen Posten behaupten kann und wie man ein besseres Ergebnis, bei schlechteren Marktgegebenheiten hinbekommen kann. Da es eben mittlerweile viel zu viele Akademiker mit immer schrägeren Ideen gibt und immer weniger Verbraucher, die sich das leisten können und wollen, droht nun tatsächlich ein Eklat. Das passiert nicht nur bei der Komsa, sondern bei jedem zu jeder Zeit und überall. Man hat einfach keine Lust mehr auf Shopping und Konsum, auf Wartungs- und Beratungstermine, keine Lust auf Abos, Leasing oder Finanzierung, keine Lust Schlange zu stehen und keine Lust danke oder bitte zu sagen. Diese Art von Wohlstandsverwahrlosung mündet dann in einen Arbeitskampf voller Ärger und Ungerechtigkeitsempfinden ohne wirkliche Lösungen. Das ist auch international so und jedes Volk bringt es anders zum Ausdruck. Schaut man wieder nach Hartmannsdorf, dann werden sich die 1.300 Beschäftigten schon so ihre Gedanken machen, was wäre wenn die Komsa nicht so wäre und nicht in Gebäude und Technik investiert hätte. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn Chefetage und Belegschaft gemeinsame Wege erfolgreich bestreiten, sich national und international behaupten könnten und Arbeitnehmervertreter auch im Sinne des Unternehmens gemeinsame Interessen im Auge behalten.

  • 8
    1
    diklu
    18.01.2019

    Am Rande sei übrigens erwähnt, dass sich in Kürze ein Ereignis zum 90. Mal jährt, bei dem Hartmannsdorfer Beschäftigte ihrem Unmut unverkennbar Ausdruck verliehen. Gemeint ist der bekannte Recenia-Streik von 1929/30. Das Denkmal (oben am Berg vor dem heutigen Altenpflegeheim) zu Ehren der damals gefallenen Arbeiter dürfte jeder Einheimische kennen. Seinerzeit dominierte noch die Textilindustrie den Ort und die Umgebung. Heute indes residieren hier u.a. namhafte Firmen der Elektronik- und Telekommunikationsbranche. Die herrschende Wirtschaftsordnung allerdings ist heutzutage die gleiche wie damals - bzw. präziser ausgedrückt: sie hat 1990 ihre Restauration erfahren.

    Dietmar Kluge, Taura

  • 11
    0
    Kastenfrosch
    18.01.2019

    Dass hier zwischenzeitlich Kommentare früherer Mitarbeiter verschwunden sind, wirft kein gutes Licht auf diese Sache. Zweifel, die nach dem Lesen des Artikels in mir aufkamen, werden so nur noch verstärkt.

  • 10
    3
    Zeitungss
    18.01.2019

    @ViS: Erklären Sie doch bitte einmal dem Arbeiter, warum er Abstriche machen soll, wenn die Bude einmal nicht so richtig läuft. In der Führungsetage gibt es solche Überlegungen doch auch nicht. Gewerkschaften und Betriebsrat sind in jeden Unternehmen ein rotes Tuch. Der Beschäftigte hat gefälligst mit den Entscheidungen der Führungsriege seine Zufriedenheit zu demonstrieren, was schon immer so war und daran darf auch nicht gerüttelt werden.
    Wie mit AN-Vertretungen verfahren wird, zeigt der Bericht, was eigentlich mit meiner Meinung übereinstimmt. Lasst ganz einfach die Vorstände einmal an die Werkbank,

  • 7
    4
    Freigeist14
    17.01.2019

    Die vom sorgenvollen Vater beschriebenen "Annehmlichkeiten " sind wahrscheinlich pünktlich gezahlte Löhne . Die vermeintlichen Rechte (oder doch vermeidbare ? ) stehen gut lesbar in jedem AGB .

  • 19
    1
    Deluxe
    17.01.2019

    Immer, wenn solche Firmen von Politik und/oder Medien quasi heiliggesprochen werden, ist Vorsicht geboten...

    Das gilt für die großen genauso wie die kleinen, nur daß über die kleinen im Normalfall niemand spricht. Aber wie es Mitarbeitern ergeht, die sich in Gewerkschaften engagieren oder gar Betriebsräte gründen wollen, davon wissen die Ostdeutschen im allgemeinen ein schlimmes Lied zu singen.

    Daß die Komsa wegen eines Betriebskindergartens nun die große soziale Nummer ist, greift eben zu kurz. Die Firma ist nicht anders als andere.

  • 32
    5
    contoso
    17.01.2019

    Die "Bescheidenheit der Löhne" hat in Sachsen zu den Problemen geführt die wir heute haben, keine Azubis, keine Fachkräfte...

  • 18
    10
    Freigeist14
    17.01.2019

    Der Kommentar vorher passt auch gut als Schablone für den Rittergutsbesitzer Anno dunnemals, als Landarbeiter und Katenbewohner doch bitte dankbar sein sollten für ihr Los ,weil sich der Baron doch täglich auf dem Weltmarkt für Milch und Getreide bewähren muss . Wie schnell kann so ein Gutsbezirk bankrott gehen !

  • 19
    16
    VaterinSorge
    17.01.2019

    Man sollte bei allem hin und her, bei allen Diskussionen um Gerechtigkeit, Wachstum, Profit, Investitionen, soziale Belange, Wohlfühlklima uvm. immer das Gesamtbild betrachten. So lange alles läuft, freut man sich, genießt die vielen Annehmlichkeiten als Selbstverständlichkeit und sobald man Abstriche machen muss, Korrekturen notwendig werden, wird hemmungslos geschimpft und auf seine vermeidlichen Rechte gepocht. Die Gewerkschaft spielt da aus meiner Sicht keine glückliche Rolle, denn es besteht in der Tat die Gefahr, alles zu verlieren, wenn nicht umgehend profitablere Geschäftsfelder entwickelt werden können. Die Branche ist dermaßen rasant und das Kundenverhalten extrem sensibel, dass man der Komsaführung nur wünschen kann, dass alle ihrer 20 Firmen ins Laufen kommen und daraus bessere Löhne bei gleichbleibenden weichen Faktoren, die für Wohlbefinden sorgen, gezahlt werden können. Jeder Leser, der jetzt hier seinen Kommentar abgeben wird, möge zuvor mal alle Komsa-Firmenlogos verinnerlichen, überlegen, ob er jemals einen dieser Dienstleister in Anspruch nahm, überlegen, ob er jemals sein Tablett oder Smartphone reparieren ließ, oder ob man sein digitales Leben mehr ohne @dka & Co. bestreitet. Dann wird einem ganz schnell klar, wie brutal die Branche ist und welche Verantwortung und Rollen nun Betriebsrat und Gewerkschaft inzwischen haben. Hier geht es nicht mehr um Arbeitskampf, Mindestlohn oder soziale Gerechtigkeit, hier geht es um alles, was alle zusammen nach vorne bringen kann. Wer sich in guten Zeiten für die Komsa als Arbeitgeber entschied, der sollte in anstrengenderen Zeiten auch zu ihr halten, sein bestes tun, damit auch Gegenwind und Durststrecken überstanden werden können. Wir müssen uns alle wieder mal daran gewöhnen, dass Konjunktur und Weltwirtschaft auch abflauen können, nur die Preise für leben und wohnen, Steuern und Versicherungen steigen, man es aber nicht immer durch Arbeitskampf, sondern auch durch etwas Bescheidenheit und Sparsamkeit ausgleichen kann, wenn es notwendig ist. Was passiert, wenn Herr Großer filetieren und den Stecker ziehen würde?



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