Sachsen: 40.000 mehr Jobs in der Industrie als vor zehn Jahren

Mittlerweile arbeitet jeder siebente Beschäftigte an einem industriellen Arbeitsplatz. Damit hat es der Freistaat bundesweit ins Mittelfeld geschafft. Zwickau und das Erzgebirge sind sogar noch besser.

Die Industrie in Sachsen hat in den letzten zehn Jahren ihr Personal deutlich aufgestockt. 2017 waren im Freistaat 227.596 Menschen in Industriebetrieben sozialversichert beschäftigt. Das waren 40.141 mehr als vor zehn Jahren. Damit liegt der Beschäftigungsanstieg in der sächsischen Industrie bei 21,4 Prozent, während die Gesamtbeschäftigung im selben Zeitraum nur um 14,4 Prozent zunahm. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit erfasst dabei Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe.

"Seit vielen Jahren führt die gute Auftragslage der Industrieunternehmen zu einem steigenden Bedarf nach Mitarbeitern. Dadurch konnten viele Menschen, die zuvor keinen Job hatten, ihre Arbeitslosigkeit beenden und wieder in Lohn und Brot kommen", sagt Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz. Die Industrie sei das Rückgrat der sächsischen Wirtschaft und damit der treibende Wirtschaftsmotor, meinte Hansen.

In Sachsen gibt es insgesamt rund 1,6 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Anteil der Beschäftigten in der Industrie liegt bei 14,4 Prozent - und damit im Vergleich mit den anderen Bundesländern etwa im Mittelfeld. Den höchsten Industrieanteil gibt es in Baden-Württemberg mit 24,1 Prozent, gefolgt vom Saarland (21,3 Prozent) und Bayern. Schlusslicht ist Berlin mit 5,6 Prozent. Die Hauptstadt zeichnet sich allerdings durch einen hohen Anteil der Beschäftigung im Dienstleistungssektor aus.

Regional gibt es in Sachsen große Unterschiede beim Industrieanteil. Relativ wenige industrielle Arbeitsplätze liegen in den drei großen Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig. Das liegt vor allem an der Lage der Gewerbegebiete, die häufig im Umland und nicht im Stadtgebiet angesiedelt sind. Den höchsten Industrieanteil hat mit 23,8 Prozent der Beschäftigten der Landkreis Zwickau. Aber auch der Erzgebirgskreis liegt mit 21,8 Prozent auf Augenhöhe mit Bayern. In Mittelsachsen (19,3 Prozent) und im Vogtland (19,2 Prozent) erreicht der Industrieanteil noch deutlich einen Wert über dem Landesdurchschnitt. Schlusslicht ist die Stadt Leipzig mit nur 7,8 Prozent Beschäftigten in der Industrie.

Im vergangenen Jahr erzielte die Industrie in Sachsen nach Angaben des Statistischen Landesamtes einen Gesamtumsatz von 67,4 Milliarden Euro. Das waren 5,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Inlandsgeschäft legte dabei um 4,8 Prozent zu, der Auslandsumsatz stieg um 6,2 Prozent. Die Exportquote, das ist der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, betrug 39,8 Prozent (Vorjahr: 37,0 Prozent).

Wichtigste Industriebranche mit einem Umsatzanteil von 27 Prozent bleibt im Freistaat die Automobilindustrie. Darauf folgen die Branchen Metallerzeugung mit 13 Prozent, Maschinenbau mit 12,6 Prozent und die Elektrotechnik/Mikroelektronik mit 11,6 Prozent Anteil am sächsischen Industrieumsatz.

Das sächsische Wirtschaftsministerium entwickelt derzeit in sogenannten Werkstattgesprächen zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft und Wissenschaft eine Industriestrategie für die Zukunft. "Damit wollen wir die Weichen für Wertschöpfung und Wohlstand in Sachsen bis 2030 stellen", sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

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