Strukturentwicklung in der Lausitz mit Rolls Royce

Neue Jobs und mehr Firmen: Nach dem Kohleausstieg soll die Lausitz zur Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum werden.

Cottbus (dpa/bb) - Nach dem Kohleausstieg werden in der Lausitz tausende neue Arbeitsplätze gebraucht. Dafür müssen sich in der Region auch Forschung und Wissenschaft ansiedeln. Um den Standort zu stärken hat das Land Brandenburg am Montag Vereinbarungen mit zwei großen Unternehmen zur Entwicklung von Hochtechnologien unterschrieben.

Mit Rolls Royce vereinbarte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Cottbus eine weitere Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Rolls Royce will mit der Universität die Entwicklung von Hybrid-Elektroantrieben für Flugzeuge in Brandenburg voranbringen. Damit sollen die steigende Nachfrage nach Flugreisen gedeckt und die Co2-Emissionsziele erreicht werden, teilte das Unternehmen mit.

Die enge Kooperation mit der BTU und eine mögliche Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen schaffte Chancen für die Menschen in der Lausitz und am Standort Dahlewitz bei Berlin, sagte der Geschäftsführer von Rolls Royce Deutschland, Dirk Geisinger.

Rolls Royce und das Land werden das Programm in den nächsten sechs Jahren gemeinsam finanzieren. Unter anderem sollen für Rolls Royce an der BTU hybridelektrische Antriebssysteme von 400 Kilowatt bis 1000 Kilowatt entwickelt werden. Die Pläne müssen zuvor noch formell genehmigt werden.

Gemeinsam mit der Dekra will Brandenburg den Standort Lausitz bei der Entwicklung von automatisiertem und vernetztem Fahren stärken. Woidke und Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke unterschrieben dazu in Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) eine Erklärung. Darin bekennen sich die Landesregierung und die Prüforganisation zum Dekra Technology Center am Lausitzring als den Angaben zufolge größtem unabhängigen Testgebiet für diese Technologie.

Dekra und die Deutsche Telekom wollen nach eigenen Angaben die Test- und Rennstrecke mit schnellem Internet ausstatten. So solle ein ideales Umfeld für Automobilhersteller und Zulieferer sowie für Hersteller von Kommunikationskomponenten geschaffen werden. Die Landesregierung sagte zu, das Engagement zielgerichtet zu fördern. Die Dekra hatte 2017 den Lausitzring übernommen.

Beide Projekte sind Bestandteile der Brandenburger Strategie zur Strukturentwicklung der Lausitz im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes für die Kohleregionen. Die grüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky sagte zu den Vereinbarungen der Landesregierung, die Bewältigung des Strukturwandels brauche mehr Engagement als das Verteilen von Steuergeldern und das öffentliche Unterschreiben von Papieren. «Insgesamt fehlt noch ein roter Faden, wo die Reise eigentlich hingehen soll.»

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