Tiefensee zu Forschungsfabrik: «Erneut geht Osten leer aus»

Erfurt/Berlin (dpa/th) - Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, die «Forschungsfertigung Batteriezelle» im nordrhein-westfälischen Münster anzusiedeln. «Eine Standortpolitik, die auch die Interessen der ostdeutschen Länder im Blick hat, sieht anders aus», erklärte Tiefensee am Sonntag. «Erneut geht der Osten leer aus.»

Thüringen hatte Sachsen bei der Bewerbung um das zunächst mit 500 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt unterstützt. In beiden Ländern gibt es mit Dresden und Hermsdorf Standorte des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme. Die Forschungseinrichtung ist etwa auf die Entwicklung von Komponenten und Systemen für die Energietechnik spezialisiert.

Die Entscheidung des CDU-geführten Bundesforschungsministeriums habe einmal mehr gezeigt, dass seitens der Christdemokraten nichts von einer «Priorität Ost» zu spüren sei, bemängelte Tiefensee. «Wenn es wirklich drauf ankommt, kann sich Ostdeutschland auf die CDU nicht verlassen.» Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte die aus seiner Sicht eingeschränkte Standortdiskussion schon im Vorfeld der Vergabe kritisiert.

Die Vergabe war bis zuletzt umstritten. Am Freitag war dann bekannt gegeben worden, dass Münster den Zuschlag für die «Forschungsfertigung Batteriezelle» erhält. Kritik daran hagelte es bereits aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, aber etwa auch aus Bayern und Baden-Württemberg.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    Nixnuzz
    30.06.2019

    Deshalb: "Die Landesregierung NRW hat die Bewerbung des Standorts Münster von Beginn an intensiv begleitet und unterstützt. Für den Aufbau und den Betrieb der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ wird das Land insgesamt:" mehr als 200 Millionen Euro " zur Verfügung stellen.(!) Nordrhein-Westfalen hatte sich mit einem Forschungskonsortium unter Federführung des Münster Electrochemical Energy Technology (MEET, Westfälische Wilhelms-Universität Münster) gemeinsam mit dem Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich beworben. Nordrhein-Westfalen stellt ein bundesweites Exzellenzzentrum in der Batteriezellforschung und Produktionstechnologie. Herausragende Spitzenforscher wie Professor Martin Winter aus Münster (Leitung MEET) sowie seine Aachener Kollegen Professor Günther Schuh und Professor Achim Kampker (beide PEM) sind international führende Experten auf ihrem Gebiet."..( https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/deutschlandweit-einzigartige-forschungsfertigung-batteriezelle-kommt-nach-nordrhein ) ..
    Wie soll da der Osten aus den Puschen kommen??..

  • 3
    1
    ChWtr
    30.06.2019

    Da gibt es nur eins zu sagen: Sauerei und befeuert nur noch die Meinung, die man ohnehin von den mehrheitlich westdtsch. Politikern bereits hat.



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