"Vor allem Ostdeutschland braucht junge Arbeitskräfte"

Die Gewerkschaften mahnen zu einer offeneren Haltung gegenüber Flüchtlingen. Ökonomen sind allerdings skeptisch, was den Arbeitsmarkt betrifft.

Berlin. Angesichts von hunderttausenden Flüchtlingen in Deutschland fordern die Gewerkschaften eine gezielte Qualifizierung von Zuwanderern in Mangelberufen. Auf diese Weise könne der zunehmende Fachkräftebedarf eingedämmt werden, sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Stefan Körzell, der "Freien Presse". Derzeit kämen zahlreiche junge Menschen nach Deutschland, die ein Potenzial darstellten. "Wir müssen sie qualifizieren, um das Facharbeiterproblem ein Stückweit zu lösen", sagte Körzell.

Gerade in Sachsen und anderen Regionen Ostdeutschlands fehlten besonders viele Fachkräfte. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden zehn Jahren verschärfen. Allerdings führten die weit verbreiteter Ressentiments gegenüber Flüchtlingen in den neuen Ländern dazu, dass sich der Osten eine große Chance vergebe, "denn vor allem dort werden diese jungen Arbeitskräfte besonders dringend gesucht".

Nach jüngsten Erkenntnissen aus sächsischen Kommunen und Jobcentern ziehen viele Flüchtlinge nach ihrer behördlichen Anerkennung in ein westdeutsches Bundesland, obwohl sie sich auch im Freistaat einen Job suchen könnten. Als Grund für den Wegzug spielen auch die zunehmenden Anfeindungen eine Rolle. Körzell merkte an, wenn es den Flüchtlingen im Osten schwer gemacht werde, "gehen sie dahin, wo sie sich angenommen fühlen".

Das DGB-Vorstandsmitglied zieht zugleich eine Parallele zu den Gastarbeitern, die Anfang der sechziger Jahre nach Westdeutschland kamen. Auch ihnen gegenüber habe es Vorbehalte gegeben. "Doch die Zuwanderer wurden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht, und irgendwann waren sie auch gesellschaftlich anerkannt. Die Erkenntnis muss reifen, dass es auch in Ostdeutschland so sein wird", sagte Körzell. "Ich glaube, wir schaffen es auch diesmal. Aber wir müssen Geduld haben", verdeutlichte der Gewerkschafter.

Wirtschaftswissenschaftler sind derweil skeptisch, was die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt anbelangt. Nach Einschätzungen des Dresdner Ifo-Instituts sind die Fachkräfteprobleme dadurch nicht zu lösen. Grund sei, dass die Qualifikation vieler Zuwanderer oft nicht den Anforderungen entspricht. 

 


Arbeitsagenturen werden personell verstärkt

Wer seit drei Monaten als Flüchtling in Deutschland gemeldet ist, darf laut Gesetz eine bezahlte Arbeit aufnehmen. Allerdings gilt bei der Vergabe von Jobs eine Vorrangprüfung. Somit muss nachgewiesen werden, dass es für eine ausgeschriebene Arbeitsstelle keinen Bewerber aus Deutschland oder einem anderen EU-Staat gibt.

Derzeit werden Jobcenter und Arbeitsagenturen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise personell aufgestockt. Das Bundeskabinett hat erst in der vergangenen Woche den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit entsprechend erhöht. Im Bereich der Grundsicherung kommen 2000 feste und 800 befristete Stellen hinzu. In der Arbeitsförderung ist im kommenden Jahr eine Verstärkung um 800 Stellen geplant. (ape/dpa)


"Osten vergibt sich eine Chance"

Deutschland steht vor der Aufgabe, Hunderttausende Flüchtlinge in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Gewerkschaften sehen in den Migranten ein Potenzial, von dem besonders der Osten profitieren könnte. Alessandro Peduto hat darüber mit DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell gesprochen.

Freie Presse: Herr Körzell, wenige Monate vor der Ankunft von einer Million Flüchtlingen, die künftig auch bei uns arbeiten wollen, wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt? Eine glückliche Fügung?

Stefan Körzell: Ja, es ist tatsächlich ein Glück. Denn damit ist klar, dass niemand unter 8,50 Euro die Stunde arbeiten kann. In einer angespannten gesellschaftlichen Lage wie derzeit dient das auch dem Ausgleich. Es kommt zu keinem Unterbietungswettbewerb, bei dem derjenige den Job bekommt, der sich am günstigsten anbietet.
Den Gewerkschaften ist die Idee aus der Union vermutlich ein Graus, für Flüchtlinge Ausnahmen beim Mindestlohn zuzulassen, um die Integration am Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Aber wäre das für eine begrenzte Zeit oder für bestimmte Gruppen nicht doch sinnvoll?

Das Gesetz sagt, dass der Mindestlohn für jeden in Deutschland gilt. Also auch für Flüchtlinge. Ausnahmen sieht der Gesetzgeber für Jugendliche unter 18 Jahre, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer Beschäftigung und bei Praktika bis zu drei Monaten vor. Geringere Bezahlung hilft bei der Integration in den Arbeitsmarkt nicht. Dafür haben wir andere Instrumente, etwa einjährige Qualifizierungskurse, mit denen junge Leute an eine Berufsausbildung herangeführt werden, um ihre Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen. Ursprünglich war dieses Instrument für schwache Hauptschulabsolventen gedacht. Wir können es auch für Flüchtlinge nutzen.

Schafft es der deutsche Arbeits- und Ausbildungsmarkt jedoch, in kurzer Zeit eine so hohe Anzahl von Menschen aufzunehmen? Das Wort Überforderung macht landesweit die Runde.

Mir fällt in dieser Diskussion vor allem auf, dass wir bis vor einem Dreivierteljahr von einem massiven Fachkräftemangel gesprochen haben. Dieser wird sich in den nächsten zehn Jahren weiter verschärfen. Nun kommen zahlreiche junge Menschen nach Deutschland, die ein Potenzial darstellen. Wir müssen sie qualifizieren, um das Facharbeiterproblem ein Stück weit zu lösen. Gerade in Ostdeutschland ist der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt.

Aber gerade dort wollen viele die Flüchtlinge nicht haben. Auch die Migranten bevorzugen es wegzuziehen, weil sie sich im Osten nicht willkommen fühlen. Lässt sich das ändern?

Damit diese Menschen Teil unserer Gesellschaft werden können, müssen die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden, auch in Ostdeutschland. Wenn sie lieber in westdeutsche Städte gehen, ist das vielleicht auch eine Folge der Erfahrungen, die sie im Osten gemacht haben. Wenn es ihnen dort schwer gemacht wird, gehen sie dahin wo sie sich angenommen fühlen. Allerdings vergibt sich Ostdeutschland eine große Chance, denn gerade dort werden diese jungen Arbeitskräfte besonders dringend gesucht.

Trotzdem werden Flüchtlinge oft als Konkurrenten angesehen.

Dieses Phänomen gab es auch zu Zeiten der sogenannten Gastarbeiter Anfang der 1960er-Jahre in Westdeutschland. Auch ihnen gegenüber gab es anfangs Vorbehalte. Doch die Zuwanderer wurden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht und irgendwann waren sie auch gesellschaftlich anerkannt. Die Erkenntnis muss reifen, dass es auch in Ostdeutschland so sein wird. Damit das gelingt, müssen wir Beschäftigten die Angst nehmen. Genau dafür ist es wichtig, dass wir den Mindestlohn haben. Man stelle sich vor, es gäbe die Ausnahme für Flüchtlinge und sie stünden Arbeitnehmern gegenüber, die den Mindestlohn bekommen. Das sind in Sachsen aktuell immerhin 25 Prozent der Beschäftigten. Der Konkurrenzdruck würde zu Angst um den Arbeitsplatz und erst recht zu Ablehnung der Flüchtlinge führen.

Die Herausforderungen sind groß. Ihre Prognose, schaffen wir das?

Wir haben zwischen 1989 und 1995 rund fünf Millionen Menschen in der Bundesrepublik aufgenommen, etwa vom Balkan und aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. 70 Prozent von ihnen waren nach sechs bis sieben Jahren in den Arbeitsmarkt integriert. Ich glaube, wir schaffen es auch diesmal. Aber wir müssen Geduld haben.

 

Zur Person: Stefan Körzell

Das Mitglied des Gesamtvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist seit Mai 2014 im Amt. Zuvor war der 52-jährige, gelernte Maschinenschlosser ab 2002 Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen. Körzell wurde mit 17 Jahren IG-Metall-Mitglied und trat für die Einführung der 35-Stunden-Woche ein. Beim DGB ist er unter anderem zuständig für die Themen Wirtschafts-, Industrie- und Dienstleistungs- sowie Handwerkspolitik. (ape)

 

Deutsche sind skeptisch

Von der Aufnahme der vielen Flüchtlinge versprechen sich laut einer repräsentativen Umfrage nur wenige Deutsche positive Effekte für ihr Land. Lediglich 16 Prozent stimmten der Aussage zu: "Die Flüchtlingswelle wird uns mehr wirtschaftliche Chancen als Probleme bringen."

Zukunftsforscher Horst Opaschowski selbst meinte, dass die Zuwanderung nicht problematisch verlaufen müsse, wenn es für das Zusammenleben klare Prinzipien wie in den USA gebe. Als Beispiel nannte er erfolgreiche amerikanische Firmen, die Mitarbeiter aus bis zu 80 verschiedenen Nationen hätten, aber auch alles bis ins Detail über Regeltreue und Checklisten festlegten. (dpa)

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29Kommentare
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  • 5
    2
    voigtsberger
    01.01.2016

    Wenn eine Außengrenze, wie die des Schengen-Raums nicht vollständig geschützt werden kann, da müssen eben wieder nationale Grenzsicherung in der EU eingeführt werden. Wer übers Mittelmeer in ei EU-Land illegal einwandert und genau weis, hier komm ich nicht weiter und werde aufgegriffen und in ein Land meiner wahrscheinlichen Herkunft sofort abgeschoben, ob ein Herkunftsland mich will oder auch nicht, es geht in der EU nicht weiter, sondern nur zurück. Wer wirklich Asylberechtigt ist, wird bis zur Klärung in Hot-Spots untergebracht und bei Bewilligung, auf die EU-Länder verteilt, mit Landesbindung für mehrere Jahre. Mit Willkommenskultur lässt sich das Problem der Asyllawine in unser Land nicht mehr Stoppen.

  • 4
    1
    gelöschter Nutzer
    01.01.2016

    Japan hat es in dieser Hinsicht ganz gut getroffen, da es rundum von Meeren umgeben ist. Vielleicht auch für die EU-Aussengrenzen eine Idee: Wassergraben, hohe Mauern + Stacheldraht. Das hat viele ja wahrscheinlich verwundert, dass dahingehend - an den Aussengrenzen - gar nichts gibt.

    Die USA praktiziert es zumindest so. Nur wäre es letztlich auch nur ein aufgeschobenes Problem.

  • 5
    2
    voigtsberger
    31.12.2015

    Frau Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache sich endlich einmal geäußert, wie es mit den Flüchtlingen wirklich ist und festgestellt, dass nun von einer illegalen Immigration zu einer gezielten Einwanderung über- gegangen wird, was war da das "Gefasel" von Asyl und Flüchtlingen in den letzten Monaten, doch nur "Augenwischerei" und "Volksverdummung"!
    Im 19. Jahrhundert, zogen die tschechischen Landarbeiter in die Städte, wegen der aufkommenden Industrialisierung und die Familien waren meist Kinderreich. Bald hatte sich die Bevölkerung Zahlenmäßig zur tschechischen Mehrheit verschoben und es entstand die 1. Tschechische Republik. Was wird dann in kurzer Zeit bei uns entstehen, wenn die Millionen Einwanderer und der Nachzug uns bald in Bevölkerungsanzahl und "Passdeutschen" in den Parlamenten, Zahlenmäßig überholt haben, ist dann unsere Nationalflagge schwarz, rot, gold mit Halbmond, ODER!

  • 5
    1
    aussaugerges
    31.12.2015

    Übrigens in Japan darf gar keiner einwandern.

  • 4
    1
    Interessierte
    31.12.2015

    Na was denn nun?Flüchtlinge oder Einwanderer?
    Die Frau Merkel sprach gerade von einer gelungenen Einwanderung ...

    Das ist das Gleiche wie mit den Transitzonen .
    Mit dieser Wortspielerei wird die Menschheit bewußt in die Irre geführt und die machen zwischenzeitlich etwas , wovon du gar keine Ahnung hast .

    5 Millionen Ausländer sind nun schon da .
    Wenn noch 5 Millionen kommen , sind es 10 Millionen
    Wenn die sich ´fleißig` verfünffachen , sind das 50 Millionen
    Und wenn unsere große Rentneranzahl verstorben ist , dann sind wir - fiftyfifty ...

    Dann können wir das ´Deutschsein` nicht mehr allein für uns reklamieren ....

  • 4
    1
    aussaugerges
    29.12.2015

    Kautzvonhier:
    So ist es.
    -Selektieren
    -Diffenzieren
    -Aussortieren
    -Aussaugen
    ===Abfall also kein Geld...

  • 9
    2
    gelöschter Nutzer
    29.12.2015

    Es ist pures Unternehmergequatsche: Sie "brauchen" die Flüchtlinge um weniger zahlen zu können..

    Ich sehe es ebenso: Das Schulsystem muesste verbessert werden. Eins indem der Mensch im Vordergrund steht und nicht permanent durch Noten wie Abfall aussortiert wird..

  • 12
    2
    nell73
    29.12.2015

    Es wäre eher an der Zeit das Schulsystem zu überarbeiten,das Ostschulsystem hat jedenfalls besser funktioniert als das was wir jetzt haben ...an einer Schule 2verschiedene Lehrpläne ect.
    So das zumindest wieder einheitlich ein Lehrplan in allen Schulen unterrichtet wird! Das wäre langsam ein Ansatz! Aber nicht "wir brauchen die Flüchtlinge weil wir Fachkraftmangel haben" damit ist das Problem nicht gelöst..von denen sind wenn es hoch kommt vielleicht 10% so ausgebildet das sie hier in irgendein Betrieb eingesetzt werden könnten!
    Also noch mehr mit unzureichender Schulbildung die dem Staat auf der Tasche liegen! Die dann auch nicht mehr zurück in ihr Land gehen...weil hier geht's ihnen ja gut...für Miete und Essen gibt's H4 und da bleibt noch was übrig was sie zur Familie heimschicken können!
    Obwohl ich bezweifel das hier nur Fachkräfte fehlen...mein Sohn hat mit guten Schulabschluss hier vor 4 Jahren verzweifelt einen Ausbildungsplatz gesucht nichts bekommen und ist von hier weg....meine Tochter hat vor 2 Jahren hier das selbe durch und ist jetzt auch weg! Drüben sind sie mit geschmatzten Händen genommen worden unser großer durfte hier nur seine Lehre zu Ende machen der ist jetzt auch drüben...alle drei haben drüben nach der 2.Bewerbung etwas bekommen also kanns auch nicht an fehlenden Fachkräfte oder mangelnder Schulbildung liegen...die Betrieb (die noch existieren) nehmen niemand...Sachsen hat alleine bei meiner Familie...1Mechatroniker ,1Industriemechaniker mit Techniker Abschluss und eine KFZ-Mechtronikerin verloren...die def.Nicht mehr rüber kommen zum Arbeiten!Also nicht von der Seite ...entweder dumm oder faul oder assozial deshalb keine Schüler mit vernünftigen Abschluss und deshalb kann man nicht ausbilden....die paar die Abschlüsse haben werden noch verscheucht!

  • 12
    2
    gelöschter Nutzer
    29.12.2015

    @thinktank68: Und in ihrem Kommentar zeigt sich ebenfalls nicht gerade Intelligenz. Höchstens Überheblichkeit.
    Jeder Schüler , der den Abschluss nicht schfft, ist einer zu viel und verschenktes Potenial ! im Übrigen waren es laut IDW im vgangenen Schuljahr run 48 000 Schüler, die ohene Abschluss die Schule verlassen haben. Darunter nicht wenige mit Migrationshintergrund. D.h. das sie schon länger hier leben und die Intergration eben nicht unbedigt geschafft haben. Hinzu kommen noch die von der Statistik "weggeschönten" die sich in s.g. Maßnahmen (BCJ, FöJ usw. ) befinden. Etwa noch mal rund 25 000 in Deustchland. Diese Zahl sit nur eine Schätzung, das gebnaue Zahlen seitens des Boldungsministriums zurückgehalten werden.
    Unbestritten ist ebenfalls, das das gesamte deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich an Niveau eingebüßt hat. Auch wenn das gern schöngeredet wird.Das ist auch den falschen Sparmaßnahmen zu verdanken.
    Alles in Allem ist diese ganze Diskussion etwas infam ! Wer hat den seit der "Wende" immer "Flexibilität" gepredigt ? Wer hat denn die jungen Leute aus dem Osten in die Altbundesländer getrieben ? Zurückgeblioeben sind zerrisene Familien und eine überalterte Generation.
    Das jetzt mit "fremden Menschen" mal eben schnell "ausbügeln" zu wollen ist illusorisch.

  • 6
    3
    thinktank68
    28.12.2015

    Bei dem Kommentar von "Hübnererich" zeigt sich eine Ursache des Fachkräftemangels unabhängig von der demographischen Entwicklung: fehlende Intelligenz.
    Im Jahre 2014 haben 2348 Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Frage stellt sich , wie es weniger als 2500 Menschen, die es nicht einmal zu einem primitiven Hauptschulabschluss gebracht haben, auch nur ansatzweise einen Fachkräftemangel lösen sollen.

    Einschätzung der sächsischen Wirtschaftskammern:
    "Der Umfrage zufolge suchen die Unternehmen vor allem Berufskraftfahrer, Mechaniker, Mechatroniker sowie Köche. Bei akademischen Abschlüssen rangieren Bauingenieure, Informatiker und Elektrotechniker auf den vorderen Plätzen".

    Menschen ohne Schulabschluss sind entweder dumm, faul, kommen aus extrem sozial verrütteten Verhältnissen, haben vielleicht eine Behinderung oder Krankheit, sind Drogen abhängig (Alkohol, Kokain usw.). Und ebenso wenig sind diese Menschen "sozial integriert". Vielmehr im Gegenteil sind es die sozial ausgegrenzten. Jeder kann ja selbst mal überlegen, wieviel Menschen sich ohne Schulabschluss in seinem Freundeskreis befinden. Es dürfte wohl gegen Null tendieren.

    Es gibt immer Menschen, die aus verschiedenen Gründen bildungsresistent und nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Da nützt es auch nichts, wenn Deutsch die Muttersprache ist, aber weder Rechtschreibung noch Grammatik beherrscht werden.

    http://www.sz-online.de/sachsen/jeder-elfte-schueler-in-sachsen-ohne-abschluss-3095577.html

    http://www.sz-online.de/nachrichten/kammern-sehen-keinen-flaechendeckenden-fachkraeftemangel-in-sachsen-3279482.html

  • 7
    8
    gelöschter Nutzer
    28.12.2015

    @Hübnererich Genau darauf wollte ich hinweisen ! Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, einem Bekannten (Tischlermeister) bei der Auswahl von Lehrstellenbewerbern bei zu stehen. Katastophal was Bildungsstand und Motivation angeht ! Dort wird so viel Potential veschwendet.......
    Aber Kriegsflüchtlinge brauchenn eben im Moment unsere ganze Fürsorge.
    Ob diese das ganze Problem (in der breiten Masse) auch so sehen, bleibt abzuwarten !

  • 14
    6
    Hübnererich
    28.12.2015

    In Sachsen verläßt jeder 10. Schüler die Schule ohne Abschluß. Vllt. wäre das ein Ansatzpunkt bei der Lösung des Fachkräftemangels. Sozial integriert ist dieser Personenkreis in der Regel und deutsch ist ihre Muttersprache.

  • 13
    4
    voigtsberger
    28.12.2015

    Es wird immer von Integration in unsere Gesellschaft, in den Arbeitsmarkt und in sonst noch alles gesprochen, aber da stellt sich bei mir die Frage, warum sprechen dann alle Asylfreunde von Flüchtlinge und dem Recht auf Asyl, wenn hier eine Einwanderung betrieben wird und das auch noch illegal, unter dem Deckmantel ASYL. Das beste Beispiel habe ich Heute im TV gesehen, da regen sich "Flüchtlinge" auf, das die Bearbeitung der Anträge so lange dauert, aber auch keine Papiere und Dokumente vorhanden sind, um sich auszuweisen und die Identität nicht zweifelsfrei geklärt ist, aber man sich doch ein neues Leben in Deutschland einrichten möchte. Hat die illegalen Einwanderer und Flüchtlinge, noch kein Freund der Willkommenskultur und noch kein Politiker aufgeklärt, dass nachdem im Herkunftsland kein Grund zur Flucht mehr besteht, diese Alle wieder zurück müssen, oder sollte man doch einmal unsere Bevölkerung darüber informieren, das Keiner dieser illegalen Einwanderer unserer Land und die EU je wieder verlassen werden und auch nicht verlassen wollen, denn warum dreht sich alles immer nur noch um Integration und deren Kosten, wenn Asyl nur ein Bleiberecht auf Zeit ist? Für die kosten der Flüchtlingswelle hätte man all die Schulabbrecher, all die Lehrstellenverweigerer, all die Langzeitarbeitslosen mit Nachdruck und Härte in den Arbeitsmarkt integrieren können (Ausnahmen bestätigen die Regel) und das schon vor Jahren. Doch da waren immer die Kassen leer oder alle Subventionen für die Wirtschaft schon ausgereizt, um nun neue Programme für staatliche Hilfen aufzulegen und vielleicht auch noch den Mindestlohn wegen der Flüchtlinge auszuhebeln. In einen Interview, hat eine Politikerin schon mal "den Gedanken in den Ring geworfen", bis zur nächsten Bundestagswahl könnte man ja das Wahlrecht für Asylbewerber mit Bleiberecht einführen, dann mal "prost Mahlzeit"!

  • 6
    6
    Interessierte
    28.12.2015

    @Deluxe:
    Na was denn nun?
    Flüchtlinge oder Einwanderer?

    Asylbewerber !!!
    Das sind alles gut ausgebildete und politisch verfolgte Asyl-Bewerber
    Und deshalb dauert das auch alles so lange , weil ´geprüft` werden muß , ob politisches Asyl geboten wird .
    Lediglich die Einwanderer kann man schneller abschieben ...
    Und als Flüchtlinge werden dann wohl alle bezeichnet ...

  • 11
    1
    HuiBui
    28.12.2015

    "Der Fachkräftemangel ist in Westdeutschland in einigen Gegenden genauso groß. Die haben aber noch zwei Ressourcengruppen, die man heben kann. Das sind die Frauen – die Erwerbstätigkeit der Frauen ist in Westdeutschland deutlich niedriger - und die haben deutlich mehr Ausländer."

    http://www.deutschlandfunk.de/fachkraeftemangel-erzgebirge-kaempft-um-arbeitnehmer.769.de.html?dram:article_id=317426

  • 13
    3
    gelöschter Nutzer
    28.12.2015

    "Somit muss nachgewiesen werden, dass es für eine ausgeschriebene Arbeitsstelle keinen Bewerber aus Deutschland oder einem anderen EU-Staat gibt."

    Wie weist man etwas nach, das es nicht gibt?

  • 11
    3
    geiluc
    28.12.2015

    der DGB sucht doch nur neue mitglieder...bei den austrittszahlen kein wunder...

  • 4
    10
    Interessierte
    28.12.2015

    Ja , nachdem man sich alles geholt hat , was ´sehr gut` ausgebildet war und was man gebrauchen konnte und auch besser bezahlt hat als in der Heimat , damit die Leute auch kommen/gehen , fehlen hier nun die Arbeitskräfte ...
    Und damit sollte man den Osten nun dringendst mit Flüchtlingen auffüllen !!!

    Das sieht auch ein Reinhard Pätz so :
    ( woher kommt denn dieser Mann ?)
    https://www.form-werkzeug.de/news/uebersicht/artikel/vdma-ost-fluechtlinge-als-fachkraeftepotenzial-1240840.html
    ...

    Der Stefan Körzell vom DGB ( *63 , Bosserode , 984 EW , liegt bei Wildeck in Hessen mit 4933 EW ) sieht das bestimmt auch richtig so .
    .

  • 16
    3
    Freigeist14
    28.12.2015

    Enttäuschend und bezeichnend ,wie DGB-Funktionäre in vasallischer Verbundenheit mit der SPD der Regierung nach dem Mund reden.Als wäre der"Fachkräftemangel" in Sachsen ein demographisches Problem.Und glaubt Herr Körzel,daß sich qualifizierte und ehrgeizige Neubürger mit den Mindestlöhnen und befristeten Frohndiensten in den Gewerbeklitschen zufrieden geben will und aus Dankbarkeit und Demut bleiben wird?

  • 10
    1
    1953866
    28.12.2015

    @nell73, die Politiker gehen schon davon aus, dass irgendwann in den Ländern Ruhe einkehrt. Aber aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte weiß auch die Politik, dass der größte Teil der Flüchtlinge Deutschland nicht wieder verlassen wird, egal ob der Asylantrag positiv oder negativ beschieden wird:
    http://www.migrationsrecht.net/nachrichten-auslaender-kultur-und-integration/727-bleiberecht-bleiberechtsregelung-innenministerkonferenz-duldung-fllinge-integration.html

    180000 geduldete Ausländer in Deutschland vor der Flüchtlingswelle 2015

  • 15
    4
    fingerindiewunde
    28.12.2015

    Wer diesen Artikel
    http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/IWH-Fluechtlingszuzug-wird-Arbeitslosigkeit-kaum-erhoehen-artikel9392499.php
    genau liest weiß, dass in Wirklichkeit unter den hunderttausenden (ich meine mindestens 1,4 Millionen) Asylanten genau 130 000 bis 140 000 Asylanten sind, die einer steuerpflichtigen Tätigkeit nachkommen könnten. Das sind bei einer Asylantenzahl von 1 Million im besten Fall 14%. Der "schwache Rest" der Asylanten, sind Leistungsempfänger (Sozialhilfe, Hartz IV usw.).

    Wo, Herr Peduto, gibt es denn im Osten die hundertausenden Arbeitsplätze, die, selbstverständlich tariflich bezahlt, den Lebensunterhalt einer Familie sichern können? Nennen Sie doch mal Namen und Anschrift dieser Arbeitgeber hier im Osten. Ich wette mit Ihnen, Sie bekommen keine Tausend zusammen. Und das, Herr Peduto, nenne ich Meinungsjournalismus!

  • 17
    5
    geiluc
    28.12.2015

    es fehlen keine fachkräfte es fehlen geeignete arbeitsplätze....alles erst plattmachen....die leute müssen pendeln und arbeiten auswärts , und im gleichen atemzug nach billigen, teilweise ungebildeten asylarbeitern schreien...

  • 18
    6
    nell73
    28.12.2015

    Wenn hier im Osten Fachkräfte gebraucht werden,wieso müssen dann so viele Fachkräfte in den Westen pendeln??? Ich kanns nicht fassen!!!! Für wie doof wird die Bevölkerung gehalten???? Ausserdem...Flüchtling bedeutet doch ,das er nur so lang hier Unterschlupf braucht bis es in seinem Land wieder sicher ist...also gehen Politiker schon mal davon aus das es in den Ländern nie Ruhe geben wird und werden dann auch wohl nichts ändern wollen da ja hier so genannter Fachkraftmangel herrscht!!! Oder sind es doch Einwanderer???

  • 19
    4
    1953866
    28.12.2015

    Millionen Jugendliche in der EU sind arbeitslos:
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vergleich-der-eu-staaten-jugendarbeitslosigkeit-in-deutschland-am-niedrigsten/12172162.html

    (EU-Bürger dürfen bekanntlich problemlos in jedem EU-Land arbeiten)
    Millionen Arbeitsplätze sind in den nächsten Jahren durch Digitalisierung bedroht:
    http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/id_75972684/alptraum-arbeit-4-0-18-millionen-stellen-in-deutschland-sind-bedroht.html

    Millionen Ostdeutsche pendeln, mangels Arbeit in Wohnortnähe, nach wie vor zur Arbeit in die alten Bundesländer.
    Und dann lese ich hier:"Allerdings vergibt sich Ostdeutschland eine große Chance, denn gerade dort werden diese jungen Arbeitskräfte (Flüchtlinge)besonders dringend gesucht."
    Ist das jetzt ein schlechter Silvesterscherz?

  • 23
    5
    gelöschter Nutzer
    28.12.2015

    "Osten vergibt sich eine Chance"
    Die Chancen "des Ostens" wurden schon vor langer Zeit vergeben !
    Der ganze s.g. "Fachkräftemangel" beruht doch im Grunde auf jahrelanger Ignoranz und falscher Sparpolitik.
    Wie will man Flüchtlinge integrieren, (die ja eigentlich nur vorübergehend hier Asyl suchen), die (in der Mehrheit) nur über völlig unzureichende Kenntnissen verfügen, wenn man doch nicht einmal in der Lage seine eigenen Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren oder seinen eigenen Kindern eine Berufliche Pestspektive zu geben, weil schon letztere mit ungenügenden Kenntnissen und Fähigkeiten auf den "Arbeitsmarkt" losgelassen werden ? Wie bisher mit geschönten Statistiken ? Mit "Bereinigungs Tricks" ? Mit sinnvollen "Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen" ?
    Das kann und wird so niemals funktionieren.
    Irgend wie erinnert mich das ganze Schöngerede und Palaver an eine Zeit, die wir eigentlich "abgeschafft" zu haben glaubten............

  • 16
    6
    aussaugerges
    28.12.2015

    Diese Überschrift zeigt die ganze Arroganz und Menschenverachtung.

  • 17
    5
    28.12.2015

    Nun ja, es ist halt Weihnachtszeit, da haben Märchen und Wunschträume Hochkonjunktur. Ob allerdings Märchen aus 1000 und einer Nacht die Akzeptanz der derzeitigen Flüchtlingspolitik befördern, darf bezweifelt werden.

  • 24
    3
    349214
    28.12.2015

    Die geschönten Zahlen der Politiker tragen nicht zu einer Verbesserung der Flüchtlingspolitik bei. Der eine sagt dies, der andere wird wieder in seinen Aussagen gebremst. Denken die Politiker, die Bürger sind dämlich?
    Man muß weder rechts noch links eingestellt sein, man braucht nur seinen gesunden Menschenverstand, dass "wir das NICHT schaffen" wir wollen es auch gar nicht. Die Flüchtlinge können einem leid tun, so hatten sie sich das wohl alles nicht vorgestellt.

  • 25
    4
    Deluxe
    28.12.2015

    Wenn der deutsche Arbeitsmarkt FACHkräfte braucht, dann geht es dort mindestens um Facharbeiterabschlüsse.
    Mal abgesehen davon, daß es keinen generellen Fachkräftemangel gibt, sondern nur einen ganz speziellen in wenigen Wirtschaftsbereichen, besonders im Ingenieursbereich.

    Wie soll dieser Fachkräftemangel beseitigt werden, wenn ein Großteil der Einwanderer nichtmal 6 Schulklassen besucht hat und es unter diesen Leuten eine Analphabeten-Quote jenseits von gut und böse gibt???

    Das ist Augenwischerei!

    Im übrigen sollte es bei FLÜCHTlingen nur um eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsdauer mit anschließender Heimreise und ohne größere Einbindung in den Arbeitsmarkt des Gastgeberlandes gehen, ansonsten sind es keine Flüchtlinge, sondern Einwanderer.
    Es wird aber immer behauptet, das seien Kriegsflüchtlinge in Not.

    Na was denn nun?
    Flüchtlinge oder Einwanderer?



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