VW gibt Jobgarantie bis 2029 - Zulieferer investieren in Meerane

Trotz des Sparkurses mit einem Abbau von bis zu 4000 Stellen sollen betriebsbedingte Kündigungen bei dem Autobauer ausgeschlossen bleiben.

Zwickau/Wolfsburg.

Bis zu vier Milliarden Euro will Volkswagen bis 2023 in Digitalisierungsprojekte investieren, vorrangig in der Verwaltung, aber auch in der Produktion. Dadurch sollen bis zu 4000 Stellen vor allem in der Verwaltung wegfallen, weil sie beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden.

Trotz dieses Jobabbaus verlängert Volkswagen die Beschäftigungssicherung für die Kernmarke VW Pkw in allen deutschen Werken bis 2029. Dazu zählen auch die Standorte von VW Sachsen in Zwickau, Chemnitz und Dresden mit insgesamt rund 10.000 Beschäftigten. Damit seien betriebsbedingte Kündigungen in den nächsten zehn Jahren ausgeschlossen, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Mittwoch in Wolfsburg. Die Verlängerung war eine zentrale Bedingung der Arbeitnehmervertretung für den digitalen Umbau des Unternehmens. In der technischen Entwicklung will VW nicht an neuen Jobs sparen, sondern eher aufbauen. 2000 Jobs sollen dort entstehen, wo es um Software und Elektronik geht.

Im Zwickauer VW-Werk, das zu einem reinen Standort für Elektroautos wird, ist der Umbau in vollem Gange. Das gilt auch für die Lieferanten des Autobauers. Rund 130 Millionen Euro investieren drei VW-Zulieferer sowie der Konzern selbst in einem neuen Gewerbegebiet in Meerane (Landkreis Zwickau). Direkt an der A4 entstehen in unmittelbarer Nähe des VW-Werks in Zwickau-Mosel vier neue Standorte, sagte Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen.

Unter anderem erweitert der Autositzhersteller Adient seine Produktion. Dafür zieht das Unternehmen vom derzeitigen Standort in Zwickau in einen 27.000 Quadratmeter großen Neubau in Meerane. "Geplant ist der Umzug sukzessive für das gesamte Team bis zum Sommer 2020", sagte Sprecherin Annika Wiertz. Bisher beschäftigt Adient in Zwickau rund 340 Mitarbeiter.

Volkswagen selbst wird in Meerane künftig Antriebsteile für den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) fertigen, eine Art Baukastensystem für Elektroautos. Dazu gehören unter anderem Hinterachsen mit Achsdämpfern, Gelenkwellen und Elektromotoren, so Carsten Krebs, Sprecher von VW Sachsen. Auf knapp 40.000 Quadratmetern investiere der Autobauer bis zu 50 Millionen Euro. Am neuen Standort sind demnach künftig 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Darüber hinaus siedeln sich ein Cockpit-Hersteller, bisher ebenfalls in Zwickau ansässig, und der Zulieferer Leoni in Meerane an. "Für uns ist das durchaus ein Auftrag mit strategischer Bedeutung", sagte Leoni-Sprecher Sven Schmidt. Der Anbieter von Bordnetzsystemen und Kabelsätzen mit Hauptsitz in Nürnberg beliefert Volkswagen "just-in-sequence", also punktgenau ans Montageband. Um das auch für den neuen vollelektrischen "ID" leisten zu können, sei ein weiteres Auslieferungslager erforderlich. Bisher betreibe man sachsenweit nur in Leipzig ein solches Lager.

Für das in Zwickau künftig vom Band laufende Elektroauto ID.3 gibt es bereits mehr als 20.000 Vorbestellungen, verkündete VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann auf Twitter. Für die Sonderedition sind 30.000 Autos vorgesehen.

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