Wer im regionalen Städteranking der IHK am besten abschneidet

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Eine neue Studie zeigt auf, welche Mittelzentren in Südwestsachsen die besten Standortbedingungen bieten - und wer den Anschluss zu verlieren droht.

Chemnitz.

Stollberg, Oelsnitz im Vogtland und Annaberg-Buchholz schneiden im Vergleich aller 18 südwestsächsischen Mittelzentren am besten ab. Schneeberg, Schwarzenberg, Auerbach und Crimmitschau landen hingegen hinten. Das ist das Ergebnis eines Städterankings der Chemnitzer Industrie- und Handelskammer (IHK), die dafür 32 Indikatoren herangezogen hat. Dazu zählen unter anderem die Bevölkerungsentwicklung, die einzelhandelsrelevante Kaufkraft, die Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss, der Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen oder Steuerkennzahlen, aber auch die Fahrzeit bis zur nächsten Autobahnauffahrt, der Versorgungsgrad mit schnellem Internet oder die Anzahl der Übernachtungen. Mit aufgenommen in diesen Vergleich hat die IHK zudem die Oberzentren Plauen und Zwickau.

Die IHK wolle mit diesem Ranking der Kommunalpolitik aufzeigen, wo der dringendste Handlungsbedarf bestehe, um in Standortwettbewerb mithalten zu können, erklärt IHK-Geschäftsführer Christoph Neuberg. "In der Region Chemnitz nehmen die 18 betrachteten Mittelzentren und diese zwei Oberzentren eine immer wichtigere wirtschaftliche und kulturelle Funktion für das Umland ein." Diese Kommunen kämpften aber meist selber mit Überalterung und sinkenden Einwohnerzahlen. Der Erhalt einer umfassenden öffentlichen Infrastruktur werde dadurch immer schwieriger. Deshalb sei es insbesondere vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Covid-19-Pandemie wichtig für diese Kommunen, ihre Standortattraktivität zu bewahren.

Einige südwestsächsische Kommunen wie Plauen oder Freiberg haben in den vergangenen Jahren die Abwanderung schon stoppen können. Die im Ranking vorn platzierten Mittelzentren bieten meist viele gute Jobs und sind verkehrstechnisch gut angeschlossen. Auch der Einzelhandel konzentriert sich zunehmend auf Kommunen mit einer vergleichsweise hohen Kaufkraft. "Attraktive Arbeitsplätze sind somit eine wichtige Voraussetzung, um den Wegzug aufzuhalten", sagt Neuberg. "Zudem erzielen Orte mit einem starken Industriesektor zumeist höhere Steuereinnahmen. Deshalb müssen wir weiter an einem wirtschaftsfreundlichen Umfeld und guten Rahmenbedingungen in den Kommunen arbeiten."

Annaberg-Buchholz punktet im IHK-Städteranking zum Beispiel insbesondere bei den Indikatoren zur Bevölkerungsentwicklung. Trotz vergleichsweise weniger Industriearbeitsplätze ist diese Stadt zudem Spitzenreiter beim Pendlersaldo. Darüber hinaus belegt sie bei den Bildungsindikatoren vordere Plätze, während sich Stollberg durch einen hohen Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen, dem besten Saldo aus Zu- und Wegzügen, viele Einpendler und Industriearbeitsplätze auszeichnet. Auch bei den Bevölkerungsindikatoren liegt diese Stadt auf einem der vorderen Plätze. In dieser Kategorie schneidet Oelsnitz im Vogtland zwar schlecht ab. Das macht diese Kommune aber unter anderem durch eine hohe Anzahl an Industriebeschäftigten, einen seit Jahren steigenden Industrieumsatz, den höchsten Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Bevölkerung im Städteranking und entsprechend hohe Steuereinnahmen mehr als wett. Zwickau rangiert ebenfalls aufgrund seiner Wirtschaftskraft weit vorne.

Schwarzenberg ordnet die IHK hingegen aufgrund der dortigen Haushaltssituation, dem relativ hohen Durchschnittsalter der Einwohner und einem starken Bevölkerungsrückgang einen der hinteren Plätze im Ranking zu.

In Schneeberg sieht die Kammer vor allem Defizite im industriellen Sektor und im relativ geringen Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Bevölkerung. Auch der Industrieumsatz und der Pendlersaldo bereiteten Probleme, heißt es. In Auerbach wiederum macht die Kammer Schwachpunkte in der Bevölkerungsentwicklung, im niedrigen Anteil der Absolventen mit Hochschulreife und in einer schlechten Breitbandversorgung aus. Crimmitschau landet im Ranking trotz guter Entwicklung der Industrie ebenfalls weiter hinten, weil es dort keine berufsbildende Schule gibt, es an Gewerbeflächen mangelt, der Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen schlecht und der Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss hoch ist.

Die Studie mit allen Details zu den jeweiligen Mittelzentren ist im Internet unter www.freiepresse.de/ihk-ranking abrufbar.

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    harmoniummueller
    15.01.2021

    "Einige südwestsächsische Kommunen wie Plauen oder Freiberg haben in den vergangenen Jahren die Abwanderung schon stoppen können."

    Freiberg in Südwestsachsen? Um welches Freiberg soll es sich hier handeln?