Zahl der Insolvenzen fällt auf Tiefstand seit 1999

So wenige Insolvenzen gab es in Deutschland lange nicht mehr. Aber auch Verbraucher profitieren von der guten Wirtschaftslage. Dass das so bleibt, glauben Experten indes nicht.

Wiesbaden (dpa) - Im vergangenen Jahr mussten so wenige Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 1999 nicht mehr.

Dank des langen Wirtschaftsaufschwungs und günstiger Kredite ging die Zahl der beantragten Insolvenzen auf 18.749 zurück. Das war ein Minus von 2,9 Prozent gemessen am Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Die Behörde sprach von einem Tiefstand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999. Einen Anstieg der Firmenpleiten hatte es zuletzt 2009 gegeben nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.

Die voraussichtlichen Forderungen aus den Insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für 2019 auf knapp 26,8 Milliarden Euro - deutlich mehr als im Vorjahr (21 Mrd). Das lag an der Zahl großer Firmenpleiten - etwa des Reisekonzern Thomas Cook und der Modefirma Gerry Weber.

Auch Verbraucher profitierten von der guten Wirtschaftslage. Die Zahl der Pleiten dort sank kräftig um 7,3 Prozent auf 62 632 Fälle, so die Wiesbadener Statistiker. Zuletzt war die Zahl der Verbraucherinsolvenzen 2010 gestiegen.

Experten rechnen indes damit, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen wieder steigt. «Die Abschwächung der Konjunktur in Deutschland wird sich 2020 auch in den Insolvenzzahlen niederschlagen», hatte jüngst die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel erklärt. Auch die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus dürften viele Firmen treffen - gerade im Tourismus, bei Messen, Hotels und Gaststätten.


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