Netzschkau will Garagen verkaufen

Die Anlage an der Elsterberger Straße kostet die Stadt mehr als sie einbringt. Das ist nicht der einzige Grund, sie auf den Markt zu werfen.

Netzschkau.

Die Garagenanlage an der Elsterberger Straße in Netzschkau soll zum Verkauf angeboten werden. Darauf haben sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses im Stadtrat nach einer Besichtigung geeinigt.

Auf dem Grund und Boden der Stadt stehen 123 Garagen, die zum großen Teil von den früheren Besitzern selbst errichtet wurden. Durch das Flächenbereinigungsgesetz wurde die Stadtverwaltung zum Verpächter, da das Eigentum von Grund und Boden sowie darauf errichteter Bauwerke in einer Hand sein muss. 115 der Einheiten sind zu je 50 Euro pro Jahr verpachtet. 5750 Euro nimmt die Stadtverwaltung auf diese Weise jährlich ein. Einige der Garagen gehören der Stadt Netzschkau. Der Versuch, eine Garagengemeinschaft zu gründen, die das Areal übernimmt, scheiterte am fehlenden Interesse, erklärte Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein).

Im vergangenen Jahr musste die Verwaltung ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und Pappeln beseitigen lassen. Dafür wurden knapp 8000 Euro aufgewendet. Auch sonst fallen Kosten für die Pflege des Areals und die Gewährleistung der Zufahrt an. Für den auf ein Garagendach gefallenen Baum habe der Kommunale Schadensausgleich als Versicherer der Kommunen nichts gezahlt, da ein Sturm die Ursache war. Der Bürgermeister erklärte dazu: "Das fällt unter Elementarschaden und ist nicht von der Versicherung gedeckt." In der Summe können also Kosten anfallen, die durch die Einnahmen nicht gedeckt sind.

Ein Großteil der Garagen befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Acht von ihnen sind überhaupt nicht mehr nutzbar. Bei vielen anderen ist das Gras in der Zufahrt hoch gewachsen. Dort hat schon lange niemand mehr ein Tor geöffnet. Purfürst: "Viele der Garagen dienen nur noch als Abstellfläche. Wenn wir eine höhere Pacht dafür nähmen, wären sie schnell ausgeräumt." Er hat zusammen mit der Verwaltung die eigene Vermarktung der Fläche diskutiert. "Wenn wir hier etwas neu bauen wollen, brauchen wir mindestens eine Dreiviertelmillion Euro", so seine Schätzung. Die alten Garagen müssten abgebrochen und neue errichtet werden. Dazu komme die Gestaltung des Areals. Er plädierte dafür, dass sich die Verwaltung auf ihre Aufgaben konzentriert. Die Vermietung von Garagen gehöre nicht dazu. Das könne ein privater Investor besser leisten. "Wir haben ganz andere Projekte für Investitionen in den nächsten Jahren", so der Bürgermeister.

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