Neuer Trend macht Hoffnung

Für den Fahrradtourismus können E-Bikes im Erzgebirge ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Grünhainichens Bürgermeister will den Zschopautal- mit dem Flöhatalradweg verbinden.

Grünhainichen.

"Da hoch? Niemals freiwillig!" Der Radfahrer schiebt die Sonnenbrille nach oben und schüttelt den Kopf. Er sei mit seiner Frau regelmäßig mit den Mountainbikes auf den Radwegen im Erzgebirge unterwegs. "Der Flöhatalradweg gehört zu unseren Lieblingsstrecken", sagt der Chemnitzer beim Stopp auf der neu asphaltierten Flöhatalstraße in Grünhainichen. Von dort geht es über eine Brücke weiter zur Floßmühle - oder eben nach rechts über die Mühlenstraße steil ins Dorf hinauf.

"Die Unterstützung des Radfahrers durch einen Elektromotor eröffnet den Fahrradtourismus für neue Zielgruppen. Zudem werden mit dem E-Bike Regionen für den Fahrradtourismus relevant, die sonst von Urlaubern im Fahrradsattel links liegen gelassen worden wären", sagte Ulrike Saade, Geschäftsführerin der Velokonzept Saade GmbH, beim 17. Eurobike Travel Talk - einem Fachkongress für die Tourismus- und Fahrradbranche. Der Absatz von Elektrofahrrädern ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, von 2018 bis 2019 so stark wie nie zuvor. Im Vorjahr wurden in Deutschland insgesamt rund 1,4 Millionen E-Bikes verkauft.

Auf diesen Boom setzt auch Grünhainichens Bürgermeister Robert Arnold (parteilos): "Wir sind in der glücklichen Lage, dass gleich zwei beliebte Radwege durch Ortsteile der Gemeinde führen, der Zschopautalradweg in Waldkirchen und der Flöhatalradweg in Borstendorf." Arnold, der im Verwaltungsverband Wildenstein für Kultur, Touristik und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, will beide Täler mit einem Radweg quer durchs Gemeindegebiet verbinden, um Pedalritter auch in die Ortsmitte von Grünhainichen zu lotsen. "Mit E-Bikes sind die Anstiege aus den Tälern heraus kein Problem", meint der Bürgermeister - obwohl etliche Höhenmeter gemeistert werden müssen: Die tiefsten Punkte sind an der Flöha (328 Meter) und Zschopau (336 Meter), der höchste auf dem Scheffelsberg (501 Meter).

Arnolds Plan sieht vor, dass der neue Radweg von der Flöhatalstraße in Grünhainichen über die Mühlenstraße, einer Nebenstraße der Chemnitzer Straße, bis hinauf zum Spieldosenplatz führt. Bis zum Ortsausgang soll die Hauptstraße genutzt werden. Für den Anstieg aus dem Zschopautal bieten sich zwei Möglichkeiten an: "Radler, die lieber auf befestigten Straßen unterwegs sind, könnten von der Krumhermersdorfer Straße in Unterwaldkirchen über die Dorfstraße bis zur Kreuzung in Oberwaldkirchen fahren. Mountainbiker könnten auf einen Platten- und Feldweg ausweichen, der vom Landwirtschaftsbetrieb Agrarprodukte Krumhermersdorf am Wichernhaus vorbei ebenfalls bis fast an die Kreuzung in Oberwaldkirchen führt."

Für den folgenden Abschnitt bis zum Ortseingang Grünhainichen hat das Gemeindeoberhaupt dagegen noch keine konkreten Vorstellungen.

"Die Chemnitzer Straße ist für die Radfahrer lebensgefährlich", schließt der leidenschaftliche Hobby-Radler die Nutzung der S 235 aus. Seine Vision: ein Radweg entlang der engen und viel befahrenen Ortsverbindungsstraße. Oder: die Einbindung von weiter südlich gelegenen Feld- und Waldwegen. Zwischen sechs und acht Kilometer schätzt Bürgermeister Arnold die Länge des "Pedelecs"-Wegs, der nicht nur das Tourismusangebot im Ort bereichern, sondern auch den Weg zur neuen Grundschule in Grünhainichen sicherer machen soll.

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