Nicht nur die Pferde scharren mit den Hufen

Das Pfingstturnier der RFSG Langenleuba- Niedersteinbach war die erste Reitveranstaltung seit langem. Entsprechend groß war das Interesse der Reiter, die unbedingt dabei sein wollten.

Langenleuba-Oberhain.

Im April hatten die Pferdesportler der Reit- und Fahrsportgemeinschaft (RFSG) Langenleuba-Niedersteinbach resigniert. Das Pfingstturnier, das traditionell den Jahreshöhepunkt des Vereins bildet, war eigentlich schon abgesagt. Doch vor gut zehn Tagen gab es von den örtlichen Behörden einen Hoffnungsschimmer. In abgespeckter Form und ohne Zuschauer durften die Reiter am vergangenen Wochenende in den Parcours.

"Wir standen im engen Austausch mit dem Landkreis und anderen Entscheidungsträgern", sagt RFSG-Pressesprecher Karsten Koch. Dass das Turnier nicht, wie in den Vorjahren üblich, über vier Tage ausgetragen wird, war den Mitgliedern schnell klar. "Doch für zwei Tage haben wir letztlich die Genehmigung bekommen."

Binnen der vergangenen Woche gaben die RFSG-Vereinsmitglieder alles, damit die Anlage an der B 95 den Hygieneanforderungen entspricht. "Es gab viel zu beachten", sagt Karsten Koch. "Zum einen war nur eine begrenzte Anzahl von Pflegern und Helfern erlaubt, zum anderen mussten wir ein Einbahnwegesystem auf dem Gelände aufbauen, damit sich die Aktiven nicht ständig begegnen." Übernachtungen seien für die Reiter und ihre Tiere diesmal auch nicht möglich gewesen. "Das konnten wir nicht machen, weil wir jeden Tag eine neue Anwesenheitsliste führen mussten", so Koch. "Und dass alles seine Ordnung hatte, davon überzeugten sich dann am Sonntag auch die Kontrolleure der Gesundheitsbehörde."

Die Vereinsmitglieder seien schon stolz, das Turnier binnen weniger Tage so auf die Beine gestellt zu haben, betont der Pressesprecher. "Und auch die Reaktionen unserer Gäste sind positiv ausgefallen. Das liegt aber auch daran, dass die Reiter sehr diszipliniert waren."

14 Prüfungen an zwei Tagen gab es. Rund 250 Reiter nahmen diese bei circa 600 Starts in Angriff. "Und es hätten sogar noch mehr sein können", sagt Karsten Koch. "Das Interesse war riesig." Für einige Reiter war dadurch frühes Aufstehen angesagt. Obwohl Übernachtungen auf dem Gelände untersagt waren, begannen manche Prüfungen bereits um 6.30 Uhr. "Die auswärtigen Pferdesportler haben es in Kauf genommen, so früh anzureisen", so Koch. Schließlich sei das Turnier das erste in Sachsen seit den Lockerungen gewesen. "Und in Thüringen geht noch gar nichts."

Sportlich lief es dabei für einige Reiter und Reiterinnen aus der Region schon ganz gut. Uwe Streitmann vom RV Lunzenau sprang auf Rouge Coco in der Springprüfung der Klasse A* auf den 3. Platz, sein Vereinskollege Sven Ebert siegte in einer Prüfung der Klasse A*. Auch einige einheimische Starter durften sich über Siege freuen, so zum Beispiel RFSG-Reiter Gert Dietrich. Matthias Lucas vom RSC An der Leuba trug sich ebenfalls in die Siegerlisten ein. Allerdings mussten die erfolgreichen Reiter allesamt auf ihre Siegerehrungen verzichten - auch das war eine der Hygienevorschriften. "Das ist dann eben schade, dass solche guten Leistungen nicht honoriert werden können und die Sportler auf den Beifall des Publikums und ihre Ehrenrunde verzichten müssen", bedauert Karsten Koch und hofft, dass das Turnier im kommenden Jahr wieder in gewohntem Umfang stattfinden kann.

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