Nixbachweg gehört jetzt offiziell der Stadt

Immer wieder gab's Ärger über eine von Fußgängern gern genutzte Abkürzung in Schwarzenberg. Nun ist dafür eine neue Eigentümerin zuständig.

Schwarzenberg.

Selbst ältere Einwohner von Schwarzenberg können sich unter der Bezeichnung "Fußweg vom Zufahrtsweg Zentrale Ausbildungsstätte zur B 101" wohl nichts vorstellen. Die Beschreibung stand seit Mitte der 1990er-Jahre im Schwarzenberger Straßenbestandsverzeichnis. Bei dem Weg handelt es sich um eine wichtige Verbindung für Fußgänger zwischen den Stadtteilen Sachsenfeld, Neuwelt und Hofgarten. Wird der im Volksmund gebräuchliche Name Nixbachweg verwendet, fällt bei den meisten der Groschen. Es geht um den 330 Meter langen Weg, der am Parkplatz des von der Schneeberger Straße aus zu erreichenden Eisenbahnmuseums beginnt, durch einen Tunnel unter der Eisenbahntrasse hindurch führt und an der Bundesstraße 101 unmittelbar neben der Tankstelle endet.

In der Vergangenheit hatten sich Fußgänger immer wieder über den widrigen Zustand des etwas abgelegenen Weges und des Tunnels beschwert. Dessen Beleuchtung scheint auf zerstörungswütige Vandalen eine magische Anziehungskraft auszuüben. Die Frage, wem der Weg gehört und wer für seine Unterhaltung zuständig ist, dürfte nun endgültig geklärt sein: Die Stadt hat nach langjährigen Bemühungen das betroffene Flurstück von der Deutschen Bahn AG für den symbolischen Preis von 1 Euro gekauft und die Straßenbaulast übernommen.

Mit einstimmigem Beschluss haben die Stadträte Ende Mai weitere Klarheit geschaffen. Das betrifft nicht nur die nunmehr offizielle Benennung Nixbachweg. Denn beim Landratsamt wurde das Umstufen von einem Eigentümerweg - diesen Status hatte der Weg, als der Bahn das Flurstück gehörte - in einen beschränkt öffentlichen Weg beantragt. Die bisher schon geltende Beschränkung auf Fußgängerverkehr soll beibehalten werden, da wegen der topografischen Lage und der geringen Gehwegbreite Voraussetzungen für den Fahrradverkehr nicht gegeben seien, hieß es zur Begründung aus dem städtischen Bauamt.

Damit ist also geklärt, dass man sich bei Fragen und Problemen zu diesem Weg, über den übrigens auch der Lehrpfad "Alte Eisenbahn Schwarzenberg" führt, nunmehr an die Stadtverwaltung wenden muss. Für den Abschnitt im Tunnel liegt die Zustimmung der Deutschen Bahn zum Umstufen des Weges ebenfalls vor. Details zur Nutzung des Tunnels werden aber in einer gesonderten Vereinbarung geregelt.

Bleibt die Frage, was es mit der "Zentralen Ausbildungsstätte" in der alten Wegebezeichnung im Straßenbestandsverzeichnis auf sich hat. Hinter dem Lokschuppen, der heute Kernstück des Eisenbahnmuseums ist, war in einem Flachbau früher die Kantine des Bahnbetriebswerks und später ein Kinderferienlager untergebracht. Nach einer Leerstandszeit diente das Gebäude einer Gleisbaufirma als Ausbildungsstätte. Nun gehört es mit dem Gelände dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde.

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