Prozess um Messerangriff in Aue startet nächste Woche

Landgericht Chemnitz setzt mehrere Termine für Verhandlung an

Aue.

Fast sechs Monate nach der Messerattacke auf einen Helfer bei der Weihnachtsfeier im Pfarrhaus der St.-Nicolai-Kirchgemeinde in Aue müssen sich die Tatverdächtigen in der kommenden Woche vor Gericht verantworten. Am Mittwoch, 17. Juni, beginnt am Landgericht Chemnitz der Prozess gegen zwei Syrer und einen Libyer unter anderem wegen versuchten Totschlags. Wie das Gericht mitteilt, sind bis zum 3. Juli zunächst insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Weil einer der Angeklagten zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt war, wird vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt.

Der Jugendliche soll am 24. Dezember 2019 den freiwilligen Helfer Mike Weller bei der Weihnachtsfeier der Kirchgemeinde mit einem Messer niedergestochen haben. Dazu soll er von seinem damals 53 Jahre alten Vater angestiftet worden sein. Ein dritter Mann - ein 22-jähriger Libyer - ist als mutmaßlicher Tatbeteiligter angeklagt. Ihm wird gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen.

Mike Weller war durch den Messerstich in Lunge und Milz damals schwer verletzt worden. Eine Notoperation rettete sein Leben; inzwischen ist er wieder genesen. Der 51 Jahre alte Ehrenamtliche hatte am Weihnachtstag einen Streit zwischen den Angeklagten und anderen Asylbewerbern im Auer Pfarrhaus schlichten wollen. Seine Familie hat angekündigt, als Nebenkläger aufzutreten. Das würde bedeuten, dass Mike Weller nicht nur als Zeuge gehört wird, sondern dass sein Anwalt dann auch die gesamte Zeit der Verhandlungen im Sitzungssaal anwesend sein darf.

In der St.-Nikolaikirchgemeinde ist man froh, dass mit dem Beginn der Verhandlungen ein wichtiger Schritt getan wird. Es habe umfangreiche Befragungen und Ermittlungen seit der Tat in der Auer Kirchgemeinde gegeben, so Pfarrer Jörgen Schubert. An der Weihnachtsfeier, die auch für ausländische Mitbürger gedacht ist, will die Kirchgemeinde festhalten. Geplant ist für dieses Jahr aber ein Gesprächskreis, für dessen Gestaltung sich die Kirchgemeinde laut Schubert professionelle Berater geholt hat. "Wir wollen das Thema offen besprechen - so haben wir es den Menschen versprochen." (mit dpa)

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