Radfahrer fühlen sich gefährdet

Beim Fahrradklima-Test des ADFC liegt Werdau bundesweit im Mittelfeld. Die Ergebnisse der Befragung vom Herbst 2018 zeigen viele Probleme auf.

Werdau.

71 Prozent der Werdauer fühlen sich beim Rad fahren in der Stadt gefährdet. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) am Dienstag öffentlich vorgestellt hat. Nicht nur das Sicherheitsgefühl bewerten die Werdauer kritisch, 65 Prozent fühlen sich mit dem Rad auch an Baustellen unzureichend geschützt, und 65 Prozent werden regelmäßig von Autofahrenden bedrängt und behindert. 68 Prozent der Werdauer sind mit der Breite ihrer Radwege unzufrieden, 51 Prozent kritisieren die Oberflächenqualität der Wege. Das Falschparken auf Radwegen wird von 63 Prozent der Werdauer Radfahrenden als Problem wahrgenommen, sachsenweit sind es sogar 80 Prozent. 69 Prozent vermissen sichere Abstellanlagen für ihre Fahrräder in der Stadt. Nur 23 Prozent fühlen sich als gleichwertige Verkehrsteilnehmende akzeptiert.

Nur 29 Prozent der Werdauer haben ein gutes Gewissen, ihr Kind allein in der Stadt mit dem Rad fahren zu lassen. Und 33 Prozent finden, dass es gewünscht ist oder gefördert wird, Kinder mit dem Rad zur Schule zu schicken. 63 Prozent sind der Meinung, dass die Radwege in Werdau für Kinder zu unsicher sind.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht in den Ergebnissen der Stadt Werdau einen deutlichen Verbesserungsbedarf. "Der Fahrradklima-Test zeigt, dass die Werdauer bei der Förderung des Radverkehrs von der Kommunalpolitik entschiedenes Handeln erwarten. Wenn sieben von zehn Werdauern das Radfahren in der Stadt als gefährlich einschätzen, dann muss sich dringend etwas ändern." In Werdau wünschen sich 57 Prozent mehr Engagement bei der Förderung des Radverkehrs.

Mehr als die Hälfte der Befragten findet, dass es wenig Hindernisse auf Radwegen gibt. Das ist wesentlich mehr als im sächsischen Durchschnitt", sagt Krause. Außerdem sehen nur 56 Prozent der Werdauer Radfahrenden den Fahrraddiebstahl als Problem an; im Landesdurchschnitt beträgt dieser Wert 77 Prozent. Radfahrer in Werdau haben durchschnittlich auch weniger Konflikte mit Autofahrenden und Fußgängern als im Rest von Sachsen.

Der Fahrradklima-Test ist eine vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) organisierte Befragung zum Radverkehr in deutschen Städten. Zwischen September und November 2018 konnten Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Stadt kundtun. In Werdau bewerteten 56 Personen ihre Stadt nach Fahrradkriterien. Die Ergebnisse zeigen viele Probleme auf: 71 Prozent der Radfahrenden geben an, sich im Verkehr nicht sicher zu fühlen, 57 Prozent wünschen sich eine bessere Reinigung der Radwege. Mehr als die Hälfte ist mit der Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr unzufrieden. Mit einer Gesamtbewertung der Situation von 3,75 liegt Werdau bundesweit im Mittelfeld, jedoch hinter vergleichbaren sächsischen Städten wie Hoyerswerda (3,5), Markkleeberg (3,51) oder Coswig (3,56). Sachsenweit nahmen über 10.000 Befragte am Fahrradklima-Test teil. Die Wahrnehmung der Radverkehrsbedingungen hat sich in Sachsen leicht von 4,03 auf 3,95 verbessert. (fp)

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