Radsportler kommen wieder auf Touren

Die Fahrer des Teams Berthold aus Hainichen warten weiter auf ihren ersten Wettkampf. Nach vielen Wochen wollen sie bald wieder gemeinsam trainieren.

Hainichen.

Sebastian Vogel hatte sich in den vergangenen Tagen oft im Muldental zwischen Waldenburg, Rochlitz und Colditz gequält. Der Neuzugang im Radteam Berthold aus Hainichen, der zudem für den SV Remse startet, hatte mit der Equipe ein erstes Ziel vor Augen - das Sachsenring-Radrennen Ende Mai. Doch aufgrund der Corona-Bestimmungen wurde das Fahrerfeld dezimiert. Das Hainichener Radteam durfte nicht daran teilnehmen und wartet weiter auf ihr erstes Rennen seit vielen Wochen.

"Es wurden am Sachsenring nur 50 Fahrer zugelassen. Und wenn dann schon 48 Profis in der Starterliste stehen, sind Amateure schnell draußen", sagt Teamchef Achim Berthold. Seine komplette Mannschaft hat er zuletzt im März kurz vor der Corona-Krise gesehen. "Da sind wir gerade topfit vom Trainingslager aus Kroatien zurückgekehrt und waren startklar - und dann das." Im Juli steht noch ein Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings im Kalender, doch Berthold glaubt nicht an die Genehmigung. "Wir werden uns noch weiter gedulden müssen", sagt er. "Ich denke, dass vor dem Herbst keine Rennen ausgetragenwerden." Einen Lichtblick gibt es immerhin: "Im September werden wir an einer Rundfahrt in Polen teilnehmen, sofern sich die Lage nicht wieder dramatisch ändert." Bis dahin trifft sich das Team ab und an und bestreitet ein kleines Trainingslager in Sachsen. "Vielleicht gibt es dann schon erste kleine Rennen in der Region."

Sebastian Vogel möchte ebenfalls zeigen, dass er nach einem Jahr Auszeit wieder angriffslustig ist. "Ich wollte mich einfach auf mein Studium konzentrieren. Da wäre der Reisestress zu viel gewesen", erklärt Vogel. Der Verzicht sollte sich lohnen, immerhin schloss er sein Maschinenbau-Studium erfolgreich ab. Und sportlich hatte das vergangene Jahr auch ohne Bundesliga durchaus Höhepunkte zu bieten. Besonders stach dabei die Teilnahme an den Deutschen Straßenmeisterschaften am Sachsenring hervor, die Vogel zusammen mit seinem Remse-Vereinskameraden Thomas Riedel am 30. Juni in Angriff nahm. Aufgrund strenger Karenzzeiten schieden beide vor dem Ende aus, durften sich am Badberg aber zumindest über eine großartige Atmosphäre freuen.

Die Kontaktaufnahme vor seinem Wechsel ging dabei von seinem neuen Team aus. "Ich kenne Sebastian schon länger und beobachte ihn seit einer Weile. Vor zwei Jahren wären wir wohl nicht seine erste Adresse gewesen, aber wir haben die Gunst der Stunde genutzt", sagt Achim Berthold. Über seinen Fahrer Robert Walther fühlte Berthold bei Sebastian Vogel vor. "Er ist einer der stärksten Fahrer in Sachsen und wird sich mit Robert gut ergänzen", sagt Berthold. Bei regionalen Rennen hofft der Teamchef auf ein paar Siege, "und in der Bundesliga ist Sebastian ein sicherer Kandidat, um ins Ziel zu kommen und weiter oben zu landen." Das tat er an Pfingsten bereits im kleinen Kreis: Bei den Vereinsmeisterschaften des SV Remse war er der Schnellste. (rosd/ewer)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.