Wann sich ein Umweg zur günstigeren Tanke lohnt

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In Zeiten stark gestiegener Spritpreise wollen viele Autofahrer möglichst günstig nachtanken. Wer aber dafür Umwege in Kauf nehmen will, rechnet vorher besser genau nach.

München (dpa/tmn) - Wo ist aktuell die billigste Tankstelle? Das fragen sich viele, die frischen Sprit fürs Auto brauchen. Wer dann etwa mit einer Spritspar-App eine Tankstelle gefunden hat, sollte sich die Fahrt dahin gut überlegen. «In der Regel rechnen sich Umwege fürs Tanken nicht», sagt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. «Extreme Preisunterschiede im Einzelfall und starke Preisgefälle etwa in Grenzgebieten einmal ausgenommen». Viele unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer, so der Tüv Süd. So kosten 20 Kilometer hin und 20 Kilometer zurück zur Billigtanke mit rund vier Euro reine Spritkosten bei einem Mittelklasseauto.

Wer extra dafür startet, schadet der Umwelt

Noch teurer wird es, wenn der Motor noch kalt war. Nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt. So fallen laut Tüv Süd in der ersten Minute nach dem Kaltstart die meisten Emissionen an. Ein durchschnittlicher Benziner verbrauche in der Startphase das anderthalb bis doppelte des Normverbrauchs und stoße dann einen Großteil der Kohlenwasserstoffe.

«Am besten ist es, entlang der üblichen Routen zu tanken und hier auf die jeweils günstige Tankstelle zu achten», rät Lucà. An derselben Station variieren die Preise pro Liter meist um mehrere Cent im Tagesverlauf. Da können auch Spritspar-Apps zum Einsatz kommen. Wer etwa auf dem Weg zur Arbeit nicht tanken muss, könnte so gegebenenfalls beim Tanken auf dem Heimweg sparen.

Rechenspiele für den Umweg zur Tanke

Aber auch von unterwegs aus lohnen sich Extra-Schleifen zu einer Tankstelle «praktisch nicht», nur um einen halben Cent pro Liter billiger zu tanken. Der Tüv Süd nennt ein Beispiel: Der Tank fast leer und es sollen 60 Liter Super rein. Selbst wenn die günstige Tanke jetzt nur zwei Kilometer weg ist, verbrennt die Ersparnis von 30 Cent schon größtenteils auf der Hinfahrt.

Ein Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern hat bis zur Tankstelle schon 0,15 Liter Sprit geschluckt (21 Cent). Bis hierhin wären neun Cent gespart. Wer aber nach dem Tanken wieder auf die ursprüngliche Route und so die zwei Kilometer zurück muss, muss wieder 0,15 Liter Sprit (21 Cent) lassen.

Fazit: zwölf Cent Zusatzkosten und rund ein knappes Kilogramm Kohlendioxid für die Umwelt. «Das bildet auch nur die reinen Kraftstoffkosten ab, die Betriebskosten pro Kilometer liegen noch höher», sagt Vincenzo Lucà.

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