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Digitale Helfer für die Haushaltsrechnung - so klappt's mit dem Kredit

Einnahmen und Ausgaben des Antragstellers sind wichtige Kriterien jedes Kredits. Doch wie berechnet man sowas überhaupt - und was bringen digitale Tools dabei? Das namhafte Kredit-Vergleichsportal smava erklärt es.

Aus Sicht von Banken gibt es bei Krediten nur ein Ziel: Das Risiko, dass der Darlehensnehmer das Geld samt Zinsen nicht wie geplant zurückzahlt, soll so kalkuliert und niedrig wie nur irgendwie möglich sein. Nahezu alles, was Kreditinstitute rund um einen Antrag prüfen und machen, hat in irgendeiner Form mit dieser Risikominimierung zu tun.

Die Haushaltsrechnung ist dabei ein zentrales Element. Denn sie zeigt beiden Parteien glasklar auf, was monatlich für die Raten zur Verfügung steht. Das funktioniert jedoch nur, wenn jeder Kreditnehmer in spe die nötigen Datengrundlagen liefern kann - detailliert und konservativ kalkuliert.

Warum ist eine Haushaltsrechnung so wichtig?

Egal ob neues Auto, Solaranlage auf dem Dach oder eine moderne Küchenzeile: Bevor Geld fließt, wollen Banken grundsätzlich wissen, wie viel finanzieller Spielraum beim Kreditnehmer vorhanden ist. Die Haushaltsrechnung verrät genau das. Sie stellt alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und beantwortet somit zwei entscheidende Fragestellungen:

  1. Welche Monatsrate kann sich der Kreditnehmer überhaupt sicher leisten?
  2. Korreliert die gewünschte Kreditsumme mit diesen Raten und der Maximallaufzeit?*

*Banken haben für jeden Kreditbetrag intern festgesetzte Maximallaufzeiten. Das heißt, ein Kredit über X Euro kann grundsätzlich nur höchstens Y Monate lang laufen - andernfalls müsste die Bank untragbare Nachteile in Kauf nehmen.

Was gehört in eine Haushaltsrechnung?

Je klarer und realistischer diese Zahlen aufbereitet sind (und vom Antragsteller geliefert werden), desto besser stehen die Chancen auf eine Zusage. Viele angehende Kreditnehmer scheitern allerdings nicht an mangelnder Bonität, sondern an unvollständigen oder unübersichtlichen Angaben. Oft werden Dinge vergessen, lediglich grob geschätzt oder jährliche Kosten einfach auf zwölf Monate verteilt, ohne Belege zu liefern. Genau hier setzt eine gekonnte Haushaltsrechnung an - und stützt sich auf digitale Helfer.

Die wichtigsten Grundregeln einer guten Haushaltsrechnung sind Lückenlosigkeit, Detailliertheit und Nachvollziehbarkeit. Grundsätzlich kann man nur raten, dazu Verträge, Kontoauszüge und ähnliche Unterlagen zu verwenden, um belastbare Zahlen zu haben. Daraus sind folgende typische Informationen zu extrahieren - die dahinterstehenden Angaben sind immer nur als Beispiele zu verstehen:

Einnahmen (Monat & Jahr):

  • Nettoeinkommen: Hauptverdienst, auch bei mehreren Haushalts-mitgliedern
  • Nebeneinkünfte: Minijob, Mieteinnahmen, freiberufliche Tätigkeiten
  • Kindergeld, Elterngeld oder Unterhalt
  • Renten oder Pensionen
  • Kapitalerträge: Zinsen, Dividenden, regelmäßige Ausschüttungen
  • Sonstige regelmäßige Zuschüsse: BAföG, Pflegegeld

Fixe Ausgaben (Monat & Jahr)

  • Miete oder Hypo-thekenrate
  • Nebenkosten: Strom, Heizung, Wasser usw.
  • Versicherungen: Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Berufsunfähigkeit etc.
  • Kommunikation: Telefon, Internet, Mobilfunkverträge
  • Kreditraten: Laufende Darlehen, Leasing
  • Abos: Streamingdienste, Fitnessstudio, Vereine
  • Steuern und Abgaben: Kfz-Steuer, Kirche etc.

Variable Ausgaben (Mon. Durchschnitt)

  • Lebensmittel und Getränke
  • Kleidung und Schuhe
  • Mobilität: Kraftstoff, ÖPNV, Reparaturen
  • Freizeit, Kultur und Urlaub
  • Gesundheit: Medikamente, Zuzahlungen, Brillen, Zahnarztkosten
  • Haushalt und Pflege: Putzmittel, Haushaltswaren, Gartenbedarf
  • Sonstiges: Geschenke, Haustiere, Taschengeld

Entscheidendist,dassdieZahlenvollständigundplausibelsind -Bankenerkennensehrschnell, wenn die Ausgaben im Verhältnis zum Einkommen unrealistisch niedrig erscheinen. Ebenfalls sollten sichKreditnehmerdavorhüten"PimalDaumen"-Angabenzumachenodergroßzügiggerundete,statt vollständiger Werte anzugeben.

In aller Deutlichkeit: Wer seine Zahlen realistisch angibt, erspart sich Rückfragen, das Bank-seitige Ansetzen von Pauschalwerten und verbessert die eigene Bonitätsbewertung. Eine vollständige, detaillierte Haushaltsrechnung signalisiert der Bank Verlässlichkeit - und erhöht so die Chancen auf eine Zusage.

Tipp: Standardmäßig ein Haushaltsbuch zu führen, kann bei Kreditanträgen alles zeitlich erheblich straffen, weil bereits viele Werte vorhanden sind.

Wie helfen digitale Tools bei der Haushaltsrechnung?

Eine Haushaltsrechnung auf manuelle Art und Weise ist nicht nur anstrengend und zeitraubend, sondern birgt auch zahlreiche Fehlerquellen. Zahlreiche digitale Helfer machen die Sache deutlich einfacher - von der simplen Haushaltsbuch-App auf dem Smartphone bis zum professionellen Budgetplaner mit automatischer Auswertung. Einige Beispiele dafür, was diese Werkzeuge leisten können - je nach Ausführung:

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Im Gegensatz zu Papier und herkömmlichen Tabellenkalkulationsprogrammen aktualisieren sich digitale Tools laufend selbst, passen sich an veränderte Lebenssituationen an und ersparen das ständige Neuberechnen. Wer etwa umzieht oder eine neue Versicherung abschließt, ändert einfach den Betrag - der Rest wird automatisch angepasst.

Digitale Haushaltsrechner und Budget-Apps nehmen dem Nutzer nicht die Verantwortung ab - aber sie machen die Aufgabe deutlich leichter, transparenter und fehlerfreier. Genau das ist es, was letztendlich Kreditinstitute überzeugt: Klare, nachvollziehbare Zahlen, die zeigen, dass der Antragsteller seine Finanzen im Griff hat.

Fazit: Technik, die Ordnung schafft

Die Haushaltsrechnung ist einer der wichtigsten Punkte, der darüber entscheidet, ob man einen Kredit erhält und, falls ja, zu welchen Konditionen. Und selbst wenn vieles davon heute bei den Banken automatisiert geprüft wird, so gibt es nach wie vor menschliche Schnittstellen - bei denen auch auf Dinge wie Form und Plausibilität geachtet wird.

Unter dieser Prämisse sind via Taschenrechner kalkulierte Haushaltsfinanzen - selbst wenn sie am Computer übersichtlich in Tabellen eingetragen wurden - eine der schlechtmöglichsten Herangehensweisen.

Digitale Tools machen die Berechnung nicht nur einfacher. Sie vermeiden vor allem unpräzise Angaben und Flüchtigkeitsfehler und bringen Struktur in eine komplexe Zahlenreihe. Damit werden solche Werkzeuge zu einem echten Game Changer - egal ob beim Kreditantrag oder durch eine jederzeit verfügbare glasklare Übersicht über die eigenen Finanzen und Einsparpotenziale.

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