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Frauen stehen bei der Bundeswehr alle Bereiche und Laufbahnen offen, nicht nur im zivilen, sondern auch im militärischen Bereich.
Frauen stehen bei der Bundeswehr alle Bereiche und Laufbahnen offen, nicht nur im zivilen, sondern auch im militärischen Bereich. Bild: Jens Büttner/dpa
Job & Karriere
Bundeswehr: So läuft der Einstieg für junge Frauen ab

Was müssen Frauen wissen, um bei der Bundeswehr zu arbeiten und etwa Soldatin zu werden? Generell gilt für sie das Gleiche wie für männliche Freiwillige. Mit zwei kleinen Ausnahmen.

Berlin.

Während um den Wehrdienst für junge Männer diskutiert wird, sind junge Frauen einstweilen nicht betroffen und können generell auch nicht zu den Streitkräften eingezogen werden. Aber: Frauen stehen alle Laufbahnen und Verwendungen bei der Bundeswehr offen, wenn sie sich freiwillig melden. 

Im zivilen Bereich der Bundeswehr sind 39 Prozent der Beschäftigten Frauen, außerdem leisten derzeit mehr als 24.000 Soldatinnen ihren Dienst bei der Bundeswehr, was gut 13 Prozent der insgesamt mehr als 182.000 militärischen Angehörigen entspricht. 

Wie kommen - gerade junge - Frauen dahin?

Welche Möglichkeiten gibt es für einen Einstieg beim Militär? 

Für Frauen die gleichen wie für Männer derzeit:

  • Freiwilliger Wehrdienst (FWD): Man verpflichtet sich für einen begrenzten Zeitraum (7 bis 23 Monate) und lernt den Soldatenberuf kennen.
  • Soldatin auf Zeit / Zeitsoldatin (SaZ): Wer sich länger verpflichten möchte oder eine militärische Laufbahn anstrebt, kann sich für eine längerfristige Verpflichtung entscheiden.
  • Berufssoldatin: Je nach Qualifikation (etwa Schulabschluss) und Interesse (zum Beispiel Führungsambition) sind verschiedene Laufbahnen möglich.

Frauen wie Männern stehen drei militärische Laufbahnen offen: Mannschaften, Unteroffiziere/Feldwebel und Offiziere. Eine Übernahme als Berufssoldatin ist allerdings nur in der Unteroffiziers- oder Offizierslaufbahn möglich.

  • Mannschaftslaufbahn: Dafür ist ein Hauptschulabschluss erforderlich, ein Einstieg mit kürzerer Verpflichtungszeit ist möglich.
  • Feldwebellaufbahn: Man braucht die Mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung. Feldwebel übernehmen Führungs- und Fachaufgaben.
  • Offizierslaufbahn: Voraussetzung ist das Abitur oder eine Fachhochschulreife, ein Studium verschiedener Fachrichtungen an den Bundeswehruniversitäten in München oder Hamburg ist möglich. 

"Von Schießleistungen und Märschen bis hin zum Führungsverhalten – die Leistungen, die Soldatinnen erbringen müssen, entsprechen denen der Soldaten", heißt es auf der offiziellen Webseite. Lediglich bei der Bewertung von sportlichen Leistungen unterscheidet die Bundeswehr zwischen Männern und Frauen.

Insgesamt gibt es mehr als 1.000 verschiedene Berufsbilder in militärischen und in zivilen Bereichen. Frauen dienen gleichgestellt, ob als Boots- oder Panzerkommandantin, als Ärztin oder als IT-Spezialistin, im Inland wie auch in den Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen der Bundeswehr im Ausland. 

Wo kann ich mich informieren und beraten lassen?

Das geht auf der Website der Bundeswehr. Dort findet man Informationen etwa zu verschiedenen Laufbahnen, Verwendungen, Standorten und Dienstzeiten und kann auch interaktiv checken, was vielleicht infrage kommt - je nach Interessen. Dort gibt es auch einen extra Elternbereich.

Nächster Schritt: Ein Termin für ein Beratungsgespräch in einer der 99 Beratungsstellen der Bundeswehr – dort werden Eignung, Motivation und mögliche Laufbahn besprochen. Auch online oder telefonisch kann man ein Gespräch vereinbaren.

Wie bewerbe ich mich?

Dann geht es ans Bewerben. Die Bewerbung ist ganzjährig möglich, außer für die Offizierslaufbahn mit Bewerbungsfrist zum 31. März. 

Erforderlich sind die deutsche Staatsangehörigkeit (für Tätigkeit als Soldat), ein Mindestalter von 17 (mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten) beziehungsweise 18 Jahren sowie die Bereitschaft zu bundesweiter Versetzung und bei längeren Verpflichtungen zu Auslandseinsätzen. 

Auch dazu informieren die Beratungsstellen und Karrierecenter, sie helfen außerdem bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen. Diese kann man dort abgeben oder beim Bewerbungsportal der Bundeswehr einreichen.

Was passiert dann?

Wenn die Bewerbung geprüft wurde und alles passt, wird man zum Einstellungstest eingeladen, etwa in einem der 15 Karrierecenter. Je nach Laufbahn- oder Verwendungswunsch wird dann in verschiedenen Bereichen getestet, medizinisch untersucht und interviewt. Etwa in einem computergestützten Test (CAT-Test), einem psychologischen Gespräch, gegebenenfalls einem Sporttest. 

Bei positiver Auswahl erhält man dann einen Vertrag beziehungsweise eine Verpflichtungserklärung - und tritt den Dienst an.

Übrigens: "Um unnötige Eingriffe in die Lebensgewohnheiten auch außerhalb des Dienstes zu verhindern", erlaubt die Bundeswehr Frauen, ihre Haare lang zu tragen - anders als bei männlichen Soldaten. "Dabei gilt die Voraussetzung, dass Haare, die den Kragen berühren würden, zum Zopf oder Dutt hochgebunden sein müssen." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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