Ein Produkt, ein Händler, verschiedene Preise

Viele Onlineshops ändern sogar täglich ihre Preise, belegt ein Marktcheck

Online-Shops spielen gezielt mit den Preisen für ihre Produkte. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Marktwächter-Projekts Digitale Welt der Verbraucherzentralen. Die Experten haben 34 Tage lang insgesamt 1133 Produktpreise bei 16 deutschen Online-Händlern beobachtet. Ergebnis: 15 von 16 untersuchten Händlern ändern regelmäßig ihre Preise. Das betrifft mehr als ein Drittel der dort angebotenen Artikel. In den Bereichen Elektronik, Apotheken, Autoteile und Mode konnten die Verbraucherschützer am häufigsten solche Preisschwankungen beobachten. Im Segment Freizeit und Hobby, bei Baumärkten sowie Luxus und Schmuck traten Preisveränderungen seltener auf.

Bei einigen Onlinehändlern müssen Kunden zum Teil doppelt so viel für das gleiche Produkt zahlen. Im Bereich Mode fiel bei der Untersuchung eine Stoffhose von G-Star Raw im Zalando-Shop mit 120 Euro maximalen Preisunterschied besonders auf. Im Bereich Autoteile wiesen Reifen hohe Schwankungen auf - bei einem Continental-Winterreifen des Händlers Tirendo wurde laut Studie eine Differenz von 419,20 Euro festgestellt. Bei Mediamarkt lag die Preisdifferenz für das Smartphone Samsung Galaxy S 8 bei 220 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten angebotenen Preis. Ebenfalls bBei Mediamarkt änderte sich der Preis für einen Samsung LED TV um bis zu 39 Prozent, bezogen auf den mittleren Produktpreis, was einer Schwankung von 137 Euro gleichkommt.

Entscheidend für den angezeigten Preis ist oft der Zeitpunkt des Kaufes innerhalb eines Tages. Der Online-Shop von Mediamarkt senkt nach Beobachtungen der Experten immer am frühen Abend seine Preise und nimmt diese Reduzierung am Folgetag wieder zurück. Auch beim Online-Händler ATU waren im Untersuchungszeitraum Autobatterien oder Reifen jeweils am Vormittag teils bis zu 30Prozent teurer als am Nachmittag zuvor. Bei den Versandapotheken DocMorris und Sanicare gingen an einzelnen Tagen Preissenkungen mit Preiserhöhungen anderer Artikel einher. Wer zusätzlich zu heruntergesetzten Produkten noch weitere bestellt, sollte daher aufpassen, warnen die Verbraucherschützer.

Grundsätzlich dürfen Händler ihre Preise frei gestalten. "Daher dürfen sie auch ihre Preise dynamisch ändern", erklärt Constanze Gaßmann, Referentin für Statistik beim Marktwächter Digitale Welt. Einzig wichtig sei es, dass Preise vor dem Kauf transparent ausgewiesen werden, sodass Verbraucher wissen, welcher Preis sie bei der Bezahlung erwartet. , sodass Kunden vor dem Kauf wissen, welcher Preis sie bei Bezahlung erwartet. "Jedoch kann die Wahrnehmung von Preisschwankungen bei Verbrauchern auf Ablehnung stoßen: Wie andere Studien zeigten, leidet das Vertrauen in den Händler und es sinkt die Bereitschaft, wieder dort zu kaufen", sagt Constanze Gaßmann. (rnw)

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