Handel macht zu wenig gegen Plastikmüll

Umfrageergebnis der Verbraucherzentrale ist ernüchternd. Sie fordert eine Umgestaltung von Verpackungen, sodass weniger Müll anfällt.

Gastronomie und Handel unternehmen zu wenig gegen Plastikmüll. Zu diesem Fazit kommt die Verbraucherzentrale Hamburg, die mehr als 100 Supermärkte, Fast-Food-Restaurants und Coffee-Shops zu ihren Bemühungen um Müllvermeidung befragt hat. Nur acht der insgesamt 107 befragten Unternehmen gaben über einen Online-Fragebogen Auskunft zu Maßnahmen, die sie umsetzen, um Plastikmüll zu reduzieren. Dazu gehören Mehrwegboxen für Salate und Speisen oder Pfandsysteme für Mehrwegbecher.

Bei Kaufland und Rewe zum Beispiel darf Obst und Gemüse in selbst mitgebrachten Beuteln transportiert werden. Käse und Wurst von der Frischetheke wird bei Kaufland auf Wunsch in selbst mitgebrachte Behälter eingepackt. Man plane, den Plastikverbrauch bis 2025 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Verpackungen der Eigenmarken sollen besser recycelbar sein.

Rewe wiederum will das sogenannte Natural Branding - das Tattoo auf der Schale - bei Obst und Gemüse ausbauen und auf die Bananen-Banderole verzichten. Bei Burger King wird Kaffee in selbst mitgebrachte Becher oder Gefäße gefüllt und dafür ein Rabatt von zehn Cent gewährt. Alnatura gibt dafür sogar 30 Cent Rabatt.

Laut Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg gibt es zahlreiche Beschwerden über unnötige Plastik- und Umverpackungen: "Die meisten wollen keine überdimensionierten Packungen mit großen Hohlräumen, geringe Mengen an Lachs und Schinken in riesigen Plastikverpackungen oder eingeschweißtes Obst und Gemüse", sagt sie. Die Anbieter müssten es Konsumenten leichter machen, weniger Plastik zu verbrauchen. Mit einem EU-Verbot sei es nicht getan. Die Verbraucherzentrale fordert eine Umgestaltung von Verpackungen, sodass weniger Müll anfällt. Sie setzt sich für verpflichtende Mehrwegquoten, Mehrwegnetze und Mehrwegbecher sowie für eine Verschärfung der rechtlichen Vorgabe ein, wonach 30 Prozent Luft in Fertigpackungen erlaubt sind. (rnw)

 

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