Reis von gestern? Nicht automatisch giftig – aber die Kühlung entscheidet. Wer Reste schnell kaltstellt, senkt das Risiko fürs "Fried Rice Syndrom".
Reis von gestern? Nicht automatisch giftig – aber die Kühlung entscheidet. Wer Reste schnell kaltstellt, senkt das Risiko fürs "Fried Rice Syndrom". Bild: Christin Klose/dpa-tmn
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Reisreste noch mal aufwärmen? Jein!

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Giftige Bakterien im Lieblingsgericht? Warum falsche Lagerung von Reis zu Bauchkrämpfen und Durchfall führen kann – und wie man sich davor schützt.

München.

Geht es um das Auftischen von Reisresten vom Vortag, hat man schnell die Diskussion am Tisch: Ist das nicht giftig? Klare Antwort: Es kommt darauf an.

Gefühlt ist das wie mit dem Naschen von rohem Teig: Jeder hat schon mal gehört, dass das gefährlich für die Gesundheit sein soll, schleckt aber trotz Salmonellen- oder E.coli-Bakterien-Gefahr gern mal mit Genuss den Kochlöffel ab. Was sollte einem da schon mit lecker gebratenem Reis aus übriggebliebenem Resten von gestern passieren? Im schlimmsten Fall löffelt man Reiskörner in sich hinein, die mit einer Menge sporenbildender Bakterien vom Typ Bacillus cereus überzogen sind, warnen Ernährungsexperten. 

Sporen dieser Bakterien können sich bei falscher Aufbewahrung zu Kolonien neuer Bakterien entwickeln, die Giftstoffe bilden, warnt die Verbraucherzentrale Bayern. Diese Bakterien vermehren sich besonders schnell, wenn gekochter Reis langsam bei Zimmertemperatur abgekühlt oder bei lauwarmen Temperaturen warmgehalten wird. 

Das Fiese an den Toxinen, die zum sogenannten "Fried Rice Syndrom" mit Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfall führen können: "Bereits im Lebensmittel gebildetes Erbrechenstoxin kann durch erneutes Erhitzen nicht inaktiviert werden", klärt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) auf. Erkrankungen würden meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr beginnen.

Bedeutet das, Reisreste besser zu entsorgen? Nicht unbedingt 

"Frisch gekochte Nudeln oder Reis sind keimarm, bieten jedoch einen idealen Nährboden für Mikroorganismen", stellt das LAVES klar. Reste von Reisgerichten können aufgewärmt werden - wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, so die Verbraucherzentrale. Dazu gehöre, den Reis nicht lange in der Küche ungekühlt bei Zimmertemperatur stehenzulassen. Wichtig sei, dass der Reis im Kühlschrank rasch abgekühlt oder bei über 65 Grad Celsius warmgehalten wird. 

Nur so könne man verhindern, dass Keime überhaupt wachsen beziehungsweise Sporen auskeimen. Doch auch dann sollte gekochter Reis innerhalb eines Tages verzehrt werden, so die Verbraucherschützer. Wer das versäumt, gibt den Sporen die Chance, auszukeimen. Die Bakterien des Bacillus cereus können sich laut Bundesinstitut für Risikobewertung im Bereich von 7 bis 48 Grad vermehren.

Das LAVES hat weitere Tipps auf Lager:

  • Soll Reis für einige Zeit heiß gehalten werden, ist eine Temperatur von mehr als 60 Grad an allen Stellen des Lebensmittels beizubehalten.
  • Reste gekochter Speisen - neben Reis gelte das auch für Nudeln, Lasagne und Co. - sollten immer sofort nach dem Kochen in kleinen Portionen in den Kühlschrank gestellt werden.
  • Bei guter und schneller Kühlung (innerhalb von 120 Minuten auf unter 7 Grad) kann das Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Beim Aufwärmen sollte man darauf achten, dass die Speisen gleichmäßig und vollständig auf über 70 Grad erwärmt werden. Besondere Vorsicht ist bei Mikrowellen geboten, diese erhitzen nur punktuell.

(dpa)

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