Die fünf beliebtesten Spielzeuge

Eine Ebay-Analyse zeigt: Klassiker funktionieren auch heute noch. Aber sie müssen weiterentwickelt werden.

Der Wunschzettel für Weihnachten ist wie ein Einkaufszettel, den Kinder ihren Eltern schreiben. "In der Regel kommen unsere Kunden tatsächlich mit einem Zettel und fragen nach einem ganz konkreten Spielzeug", sagt Jörg Krieger. Er ist für die Spielwarenabteilung in der Galeria Kaufhof in Chemnitz zuständig. Für Spielwarenhändler wie ihn ist der Advent die wichtigste Zeit des Jahres. "Jetzt erwirtschaften wir rund 40 Prozent des gesamten Umsatzes", sagt Steffen Kahnt vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. 3,1 Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Spielzeug aus. Der Online-Händler Ebay hat zwischen September und Oktober analysiert, nach welchen Herstellernamen am häufigsten gesucht wurde. Die Ergebnisse stimmen größtenteils mit den Erfahrungen des Chemnitzer Händlers überein.

Die Nummer 1 - Lego: Lego-Steine sind bei Kindern beliebt, weil sie selbst Häuser, Maschinen oder Tiere zusammenbauen und frei konstruieren können. Eltern mögen sie, weil ihre Kinder sich damit lange beschäftigen und ihre Kreativität angeregt wird. "Sie müssen sich gleichzeitig konzentrieren und Ausdauer beweisen", sagt Kinderpsychotherapeutin Christine Tappert. Die Plastikklötzchen sind nahezu unverwüstlich und unabhängig von der Bausatzreihe und dem Herstellungsjahr miteinander kompatibel. Zudem bringt das Unternehmen regelmäßig Neuheiten auf den Markt, in diesem Jahr etwa das Hogwarts-Schloss von Harry Potter. Der Däne Ole Kirk Christiansen hat das System 1932 auf den Markt gebracht. Jetzt ist die Firma der größte Spielzeughersteller der Welt und auch bei Erwachsenen beliebt. Sie kaufen gern Bausets der Themenbereiche Technik und Star Wars für sich. Oftmals seien das hochpreisige Sammlerobjekte, die bis zu 800 Euro kosten können, so Krieger.

Die Nummer 2 - Playmobil: Seit 1974 bringt die geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg die kleinen Plastikfiguren auf den Markt, inzwischen um die 100 Millionen pro Jahr. 2018 kamen Charaktere von Ghostbusters hinzu, für 2019 plant das Unternehmen Figuren der Space Police. Während Lego kleine Konstrukteure und Tüftler anspricht, ist Playmobil eher etwas für Kinder, die gleich losspielen wollen. "Das ist wichtig, denn das freie Spiel fördert die Teamfähigkeit", so Tappert.

Die Nummer 3 - Barbie: Immer schön ist die Modepuppe von Mattel, und sie behauptet sich seit vielen Jahren in den Kinderzimmern. Bei Ebay schafft sie es auf den dritten Platz. Bei Kaufhof in Chemnitz aber spielt Barbie eine untergeordnete Rolle. "Wir verkaufen eher Produkte von Baby Born und Baby Annabell", so Krieger. Die Firmen haben ihr Sortiment massiv aufgepeppt und bieten Zubehör wie eine Toilette mit Spülgeräusch oder einen ferngesteuerten City Scooter an, mit dem das Püppchen durchs Kinderzimmer rollt. Eine Babypuppe findet sich auch auf der Top Ten-Spielzeugliste, die der Handelsverband Spielwaren immer rechtzeitig vor dem Fest herausgibt, um Kaufanreize zu setzen. Es ist die interaktive Luvabelle, die dank eingebauter Sensoren lernfähig ist und auf Ansprache reagiert. Sie soll sogar kichern, wenn sie gekitzelt wird, so Verbandschef Kahnt.

Die Nummer 4 - Schleich: Mädchen bevorzugen Rollenspiele. Die meisten von ihnen lieben Pferde. Die Firma Schleich aus Schwäbisch Gmünd bedient diese Vorlieben und setzt zunehmend auf Spielsets. Das heißt: Die bekannten Einzelfiguren werden in Szenarien integriert. Für die Pferde gibt es nun einen Reiterhof mit Wohnhaus und Stall. Der Tierarzt kommt im Krankenwagen für Pferde an der Koppel vorbei oder hält gern auch an der Reitschule an. "Das Zubehör wird stark nachgefragt", sagt Krieger. Das Unternehmen spürt das in den Absatzzahlen: 2017 hat es 18 Prozent mehr Umsatz gemacht und ist auf dem siebenten Platz des deutschen Spielwarenmarktes aufgerückt.

Die Nummer 5- Nerf-Pistolen: Die meisten Jungs finden Spielzeugpistolen großartig - ganz egal, was ihre Eltern davon halten. Entsprechend werden Produkte der Marke Nerf oft nachgefragt. Sie gehört zum US-amerikanischen Spielzeughersteller Hasbro. Ihr Name steht für Non-Expanding Recreational Foam. Das ist das Material, aus dem die Geschosse gefertigt sind: formfester Spielzeug-Schaumstoff. Statt der weichen Darts kommen in den neuen Produkten auch Infrarotstrahlen zum Einsatz. In Chemnitz selten verkauft, dafür auf der Top-Ten-Liste der Branche.

Beliebt bleiben Klassiker wie Eisenbahn und Spielzeugautos oder Lizenzware wie Figuren aus Disneyfilmen wie "Frozen" oder "Cars". Und: "Ich habe in den vergangenen zwei Jahren beobachten können, dass junge Leute im Weihnachtsgeschäft vermehrt zu Gesellschaftsspielen greifen", sagt Krieger. Das allerdings passiere erst kurz vor knapp - sozusagen als Notlösung für Spätentschlossene.

Vorsicht bei Smart Toys 

Smartes Spielzeug erkennt Gesichter und Stimmen. Deshalb sollte es ohne gründlichen Datencheck nicht gekauft werden, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Ob, wie und zu welchem Zweck Daten, Nutzungs- und Spielinfos speichern, steht in der Datenschutzerklärung. Von Kindern dürfen keine Nutzungsprofile erstellt werden.

Mikrofon und Kamera müssen sich in der Steuerungs-App oder direkt am Spielzeug deaktivieren lassen.

Der Zugriff auf vernetztes Spielzeug sollte sich etwa mit änderbarer PIN bei Bluetooth-Verbindungen absichern lassen können. (dpa)

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