Was passiert mit meinen Daten nach dem Tod?

Fragen zum digitalen Nachlass werden beim Telefonforum beantwortet

Stirbt ein Mensch, verbleiben alle von ihm gespeicherten Daten bei dem Anbieter. Laut Verbraucherzentrale können Erben ohne Berechtigung darauf nicht zugreifen.

Was ist ein digitaler Nachlass?

Das sind Daten, die mithilfe elektronischer Medien generiert oder gespeichert sind - E-Mail-Accounts, soziale Netzwerke, Homepages, Portale, Streaming-Angebote, Cloud-Dienste, Kontakte, Mitgliedschaften, Zugangsberechtigungen zu Online-Banking oder E-Mail-Konten.

Wie gehen Erben damit um?

Um an die Daten zu kommen, könnten professionelle Datensuchdienste helfen, sagt Manuel Kahlisch von der Notarkammer Sachsen. Diese würden zwar gezielt recherchieren, aber Vollständigkeit sei nicht garantiert. Und sie bekomme Einblick in die Privatsphäre. Was er für seine Leistung verlangt, hängt von individuellen Recherchen ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Firmen zu nutzen, die mit wenig Daten wie Name und Anschrift des Verstorbenen bei deutschen Online-Unternehmen überprüfen, welche Konten und Verträge existieren.

Wie lässt sich vorbeugen?

"Zu Lebzeiten sollte eine Übersicht aller Accounts mit Benutzernamen und Kennwörtern auf einem verschlüsselten USB-Stick gespeichert werden", sagt Frank Simon, Fachanwalt für Erbrecht aus Dresden. Die Auflistung müsse regelmäßig aktualisiert werden. Der USB-Stick sollte an einem sicheren Ort wie einem Bankschließfach, deponiert oder an eine Vertrauensperson übergeben werden. In einer Vollmacht sei zu regeln, wer sich um den Nachlass kümmert. "Wichtig ist, dass die Vollmacht, die auch Bestandteil einer Vorsorgevollmacht sein kann, über den Tod hinaus gilt, schriftlich verfasst, mit Datum und unterschrieben ist", sagt Simon. Sie müsse nicht notariell beurkundet werden. Das ist nur bei wichtigen Rechtsgeschäften wie Grundstücksveräußerungen nötig. Die Kosten hängen laut Notarkammer vom Vermögen des Vollmachtgebers ab. Bei 100.000 Euro seien das mit Umsatzsteuer und Auslagen 165 Euro. Informationen zu Internetaktivitäten und Zugangsdaten können auch auf einem Datenträger gespeichert werden, der unter einem Master-Passwort verschlüsselt und als Teil der Vollmacht beim Notar hinterlegt ist. (mit dpa)

Fragen zum Thema Erben beantworten am Mittwoch, dem 19. Juli von 12 bis 14 Uhr Notare und ein Fachanwalt.

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