Wie misst man Familienfreundlichkeit?

Forscher fragen Familien in Sachsen nach ihrer Zufriedenheit und ihren Wünschen. Einige Minuten zu investieren, kann sich doppelt lohnen.

Sachsens drei große Tageszeitungen - "Freie Presse", "Sächsische Zeitung" und "Leipziger Volkszeitung" - wollen herausfinden, wie familienfreundlich die Städte und Gemeinden im Freistaat sind. Ein überaus spannendes Thema - und eine Herausforderung. Besonders für eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, die möglichst viele Haushalte erreichen will. Die Evangelische Hochschule Dresden hat dafür gemeinsam mit den Redaktionen der drei Zeitungen einen Fragebogen entworfen, den ab heute jeder in Sachsen online ausfüllen kann.

Am Anfang stand die Überlegung, wie Familienfreundlichkeit überhaupt gemessen werden kann. "Dazu haben wir Fragenkomplexe gebildet", sagt Götz Schneiderat, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum der Evangelischen Hochschule. Ziel war, zunächst nur theoretisch Beschriebenes in direkt Beobachtbares zu übersetzen: Was meinen wir, wenn wir von "Freundlichkeit" gegenüber Familien sprechen? Das kann die aufmerksame Nachbarschaft sein. Das kann ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr sein oder Kita-Erzieherinnen, die sich Zeit für die ihnen anvertrauten Kinder nehmen. "In unserer Befragung gibt es Fragestellungen zu sieben familienrelevanten Themen: Wohnen, Job, Freizeit, Gesundheit, Kita, Schule und Sicherheit. Jedes Teilgebiet kann einzeln bewertet werden." Die meisten Fragen im Familienkompass können alle Bürger ab 18 Jahren beantworten: Zur Freundlichkeit der Nachbarschaft, medizinischer Versorgung, Verkehr, subjektivem Wohlbefinden, Arbeit und Familienpolitik. Spezielle Fragen zur Qualität von Kita oder Schule sind für Familien gedacht, deren Kinder die entsprechenden Einrichtungen besuchen. Gefragt ist dabei ganz gezielt nach der persönlichen Meinung, denn im Familienkompass soll vor allem die gefühlte Familienfreundlichkeit sichtbar gemacht werden.

Dass der Bedarf groß ist, die eigene Stadt oder Gemeinde zu bewerten, um Anstoß für Verbesserungen zu geben, das hat der Familienkompass der Sächsischen Zeitung im Jahr 2013 gezeigt. Damals fand eine ähnliche Befragung nur in Ostsachsen statt. Über 10.000 auswertbare Fragebögen bekam die Redaktion zurück, sodass praktisch zu jeder einzelnen Gemeinde Aussagen zur Familienfreundlichkeit getroffen werden konnten. Der große Rücklauf führte zu aussagekräftigen Ergebnissen - und brachte zahlreiche berichtenswerte Themen an die Öffentlichkeit.

Das wichtigste Ergebnis aber war: Die große Teilnahme und die vielen konstruktiven Rückmeldungen von Familien beschäftigen nicht nur die Redaktion, sondern auch die Kommunalpolitiker, die sich letztlich mit den Problemen auseinandersetzten und Lösungen suchten. So gab es aufgrund der Befragungsergebnisse unter anderem Verbesserungen bei der Essenversorgung in Schulen, Gemeinden stellten ihre Kitaplatz-Vergabe auf ein gerechteres System um oder sorgten für mehr Sicherheit auf Schulwegen.

Solche positiven Veränderungen sollen auch beim Familienkompass 2020 erreicht werden, der heute startet. Nehmen Sie sich deshalb einige Minuten Zeit, um den Online-Fragebogen auszufüllen. Am Ende des Fragebogens haben Sie Gelegenheit, eigene Gedanken zu ergänzen und als Dankeschön an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Jede Rückmeldung ist wertvoll und kann dazu beitragen, Sachsens Städte und Gemeinden noch familienfreundlicher zu machen. (sz)

Familien aufgepasst: Wir wollen wissen, was Sie bewegt!

Sachsens große Tageszeitungen und die Evangelische Hochschule Dresden möchten gemeinsam dem Lebensgefühl von Familien in Sachsen auf den Grund gehen. Bitte nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, den Fragebogen zu beantworten. Ihre Meinung trägt dazu bei, Ihren Wohnort noch familienfreundlicher zu machen. Ihre Daten werden streng vertraulich behandelt und ohne Personenzuordnung wissenschaftlich ausgewertet. Als Dankeschön für Ihre Teilnahme haben Sie die Möglichkeit, tolle Preise zu gewinnen.

Direkt an der Familienkompass-Umfrage teilnehmen

Zum Familienkompass-Spezial


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.