Beiträge 2018: Gute Aussichten für Kassenpatienten

Erhöhungen bleiben weitgehend aus, für manche Versicherte wird es billiger. Eine Kasse gewinnt besonders viele neue Mitglieder.

Dresden.

Für die meisten Sachsen ist das eine gute Nachricht: Sie müssen nächstes Jahr für ihre Krankenversicherung nicht tiefer in die Tasche greifen. Große Kassen wie die AOK Plus, die Barmer und die DAK halten ihre Beitragssätze konstant. Bei der IKK classic - im Freistaat die Nummer zwei - sinkt der Beitrag um 0,2 Prozentpunkte, die TK plant eine Senkung um 0,1 Prozentpunkte. Teurer wird es bei der BKK VBU (künftig 15,9 Prozent).

Günstigste gesetzliche Kasse in Sachsen ist nach wie vor die AOK Plus. Nach einer deutlichen Anhebung zu Beginn dieses Jahres beschloss der Verwaltungsrat am Dienstag, den Beitragssatz im kommenden Jahr unverändert bei 15,2 Prozent zu lassen. Das Angebot an freiwilligen Leistungen bleibe dabei erhalten.

Bei der TK soll der Beitragssatz auf 15,5 Prozent sinken. Der Vorschlag muss allerdings am Mittwoch noch vom Verwaltungsrat bestätigt werden. Die IKK classic verringert mit ihrer Beitragssenkung auf 15,8 Prozent den Abstand zu den anderen großen Kassen. Deutlich über dem Durchschnitt bleibt die DAK-Gesundheit mit 16,1 Prozent.

Bis 2014 galt in Deutschland ein allgemeiner Beitragssatz von 15,5 Prozent. Ein Jahr später wurde er auf 14,6 Prozent gesenkt. Im Gegenzug durften Krankenkassen je nach Finanzbedarf einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, den die Versicherten allein zahlen. Das führte zu einer massiven Wanderungsbewegung, von der in Sachsen vor allem die AOK Plus profitierte. Nach Angaben der Kasse ist der Zulauf ungebrochen. So habe man allein in den ersten elf Monaten dieses Jahres weitere 106.000 neue Versicherte gewonnen, davon 61.000 in Sachsen. Verlierer waren vor allem die DAK und die IKK classic.

Das Bundesgesundheitsministerium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag im kommenden Jahr auf 1,0 Prozent reduziert, was einem Beitragssatz von 15,6 Prozent entspricht. Diese Zahl ist allerdings nur eine Richtgröße und spiegelt die positive Finanzsituation in der gesetzlichen Krankenversicherung wider. Zugleich wird aber auf erhebliche Unterschiede zwischen den Kassen verwiesen. Ersatzkassen kritisieren, dass der Finanzausgleich insbesondere den AOKs einen unfairen Vorteil verschaffe.

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