Gesetzliche Krankenkasse wird im neuen Jahr für alle billiger

Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich künftig den kompletten Beitrag. Einige Kassen senken zudem ihren Zusatzbeitrag.

Dresden.

Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen müssen im neuen Jahr weniger Beiträge zahlen. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, nach der Arbeitgeber beziehungsweise die Rentenversicherung künftig auch die Hälfte des Zusatzbeitrages tragen. Außerdem senken einige Kassen ihre Zusatzbeiträge.

Die AOK Plus teilte am Dienstag nach einer Sitzung des Verwaltungsrates mit, dass der Beitragssatz von 15,2 Prozent beibehalten werde. Damit gehört die größte Kasse im Freistaat - etwa jeder zweite Sachse ist hier versichert - nach wie vor zu den günstigsten in ganz Deutschland. Konkurrenz bekommt sie allerdings von der BKK Verbund Plus, die ihren Beitragssatz auf 15,1 Prozent senkt. Die Betriebskrankenkasse mit Sitz in Biberach (Baden-Württemberg) unterhält auch eine Geschäftsstelle in Dresden. Den niedrigsten Beitrag zahlen bundesweit Versicherte der HKK mit knapp 15 Prozent.

Beitragssenkungen haben unter anderem die Techniker-Krankenkasse und die IKK Classic beschlossen. Barmer-Versicherte zahlen im kommenden Jahr mehr als den Durchschnittsbeitrag, DAK-Versicherte sogar deutlich mehr.

Wie groß die Ersparnis im kommenden Jahr für jeden Einzelnen ist, hängt vom Einkommen und der Höhe des Zusatzbeitrages ab. Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der monatlich 3000 Euro brutto verdient und bei der AOK Plus versichert ist, muss künftig 108 Euro weniger im Jahr zahlen. Ist er Mitglied der DAK, liegt die Ersparnis sogar bei 270 Euro im Jahr. Wegen des höheren Zusatzbeitrages zahlt er unterm Strich aber dennoch mehr als die meisten anderen Versicherten.

Deutliche Entlastungen wird es 2019 auch für Selbstständige mit geringem Einkommen geben. Ihr Krankenkassenbeitrag kann im günstigsten Fall um mehr als die Hälfte sinken. Beziehen Selbstständige Kranken- oder Mutterschaftsgeld, zahlen sie gar keine Kassenbeiträge mehr.

Gut zu wissen: Die meisten Deutschen werden 2019 trotz der sinkenden Kassenbeiträge mehr Geld in die Sozialkassen einzahlen müssen. Denn ab 1. Januar steigt der Beitragssatz für die Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent. Unter Umständen kommt dazu noch der Kinderlosenzuschlag in Höhe von 0,25 Prozentpunkten. Wer zwischen 4.425 und 4.537,50 Euro verdient, wird zudem wegen der höheren Beitragsbemessungsgrenze stärker zur Kasse gebeten. Und noch ein Haken: Wer in eine günstigere Kasse wechselt, muss einen höheren Bruttolohn versteuern.

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