Kfz-Steuer steigt für viele Neuwagen

Neue Tests erhöhen Emissionsmesswerte

Bei schon zugelassenen Fahrzeugen ändert sich nichts. Wer aber ab September ein fabrikneues Auto kauft, muss mit einer höheren Kraftfahrzeugsteuer als bisher rechnen. Grund dafür ist der neue Emissions- und Verbrauchstest "Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure", der nur für Erstzulassungen gilt. Dieser Testzyklus führt bei den meisten Neuwagen-Modellen zu höheren Kraftstoffverbrauchswerten und damit auch zu höheren Kohlendioxidemissionen, weil er eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit vorsieht, die Höchstgeschwindigkeit heraufsetzt und auch Zusatzausstattungen berücksichtigt. Da die Kfz-Steuer sich nach Hubraum und den CO2-Emissionen bemisst, erwartet Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen Erhöhungen von bis zu 75 Prozent, obwohl sich technisch an den Fahrzeugen nichts ändert. Das treffe zum Beispiel auf den Kia Picanto 1.0 mit 69 PS (Benziner) zu, für den die Kfz-Steuer von 32 auf 56 Euro steigen werde, rechnet Dudenhöffer vor. 16 Prozent mehr seien es beim Land Rover Discovery SD4 (Diesel), 40 Prozent mehr beim Lexus RX mit 238 PS (Benziner) oder 36 Prozent mehr beim BMW 320i mit 184 PS (Benziner). Sollte sich an der Kfz-Steuerbemessungsgrundlage nichts ändern und wachse der Fahrzeugbestand in Deutschland jährlich weiter wie bisher an., spüle das in den nächsten 15 Jahren zusätzlich 2,5 Milliarden in die Kassen des Finanzministers.

Die Bundesregierung sieht dennoch keinen Grund für eine Änderung - obwohl Union und SPD im Koalitionsvertrag versprochen haben, die Steuern nicht zu erhöhen. Durch das neue Testverfahren mit dem neuen Berechnungsmodus komme es zu gerechteren Angaben beim Treibstoffverbrauch und den Schadstoffwerten, zitiert die "FAZ" das Bundesverkehrsministerium. Genau das sei immer gefordert worden. "Das ist eine Steuererhöhung durch die Hintertür", kritisierte hingegen der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar. (juerg)

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