Pflegevorsorge lohnt sich nicht für jedermann

Stiftung Warentest prüft Zusatzversicherungen - Sie haben mehrere Haken

Häufig reichen im Alter die Ansprüche aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht, um die Pflegekosten zu decken. Die gängigste Form einer zusätzlichen Vorsorge ist die Pflegetagegeldversicherung. Die Tarife richten sich danach, wie die Leistungen ambulanter und stationärer Pflege verteilt sind. Beim Pflegetagegeld erhalten Versicherte je nach Pflegegrad einen monatlichen Betrag zur freien Verfügung.

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Februar-Ausgabe "Finanztest" 31Anbieter von Pflegetagegeldtarifen getestet. Das Ergebnis: Mit flexiblen Tarifen sind Menschen ab 55Jahren am besten beraten. Als Testsieger bei solch einem Modellkunden und einem Versicherungsbeitrag von rund 87 Euro im Monat schneiden der Flex-Tarif der Deutschen Familienversicherung, der Tarif PTG der Deutschen Krankenversicherung und die Angebote PGA und PGS der HanseMerkur am besten ab. Die Versicherer zahlen zwischen 50 und 75 Euro Tagegeld.

Unterschieden wird bei den Angeboten zwischen verschiedenen Vorsorgemodellen - etwa, ob der Geldbetrag je nach Pflegestufe steigt, ein gleichbleibender Betrag unabhängig von der Pflegestufe gezahlt wird oder aber Versicherte flexibel über die Tarife mitentscheiden können. Das flexible Modell könne laut Verbraucherschützern Versorgungslücken im Alter am besten kompensieren. Am schlechtesten schnitten zwei Angebote der VGH Versicherungen ab. Der Tagegeldsatz fiel bei vergleichsweise hohen Monatsbeiträgen gering aus.

Eine weitere Möglichkeit der Pflegevorsorge ist die Pflegekostenversicherung. Das Modell war ursprünglich dazu gedacht, hohe Heimkosten abzudecken. Heute sei das anders - alle vier Pflegekostentarife im Test zahlten auch für die Pflege zu Hause durch nicht professionelle Helfer. Die Versicherungsleistung richtet sich nach dem Pflegegrad, der Frage, ob zu Hause oder im Heim gepflegt wird und ob durch Angehörige oder Fachkräfte.

Im Modelltest sollten sich bei einem monatlichen Beitrag von etwa 70 Euro die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung verdoppeln. Angebote der Deutschen Krankenversicherung und der Universa haben das Ziel erreicht und würden das Geld auszahlen. Tarife der Arag und Gothaer würden hingegen nur "erstattungsfähige Restkosten" übernehmen. Jeden Monat müssten Versicherte Rechnungen einreichen.

Alle Testergebnisse in der Zeitschrift "Finanztest", Heft 2, oder im Internet: www.test.de/pflegezusatzversicherung


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