So kann man in der Corona-Krise helfen

Während den einen vor Langeweile zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, werden die anderen von Stress, Arbeit und Sorgen erschlagen. Zeit, einander zu helfen! Auch von der Couch aus kann man Gutes tun.

Berlin (dpa) - Die Corona-Krise trifft nicht alle Menschen gleich. Während die einen fast normal weiterleben und manche sich zu Hause langweilen, brauchen die anderen gerade jetzt Unterstützung. Von tagesfüllenden Aufgaben über kleine Erledigungen bis zur Hilfe in wenigen Minuten ist für alle etwas dabei. Eine Übersicht, wem wie geholfen werden kann:

- Krankenhäuser: Gerade jetzt wird in Krankenhäusern und Arztpraxen jede Hand gebraucht. Medizinstudenten oder Mediziner in Rente können in zahlreichen Einrichtungen helfen - ob am Telefon oder in der Notaufnahme. Die Website «Medis vs Covid19» listet mehr als 300 Einrichtungen in Deutschland und Österreich auf, die noch Unterstützung suchen. Und wer medizinisch nicht bewandert ist, kann mit einer Spende helfen: Blut und Blutplasma werden weiterhin dringend gebraucht.

- Risikogruppe: Die eigenen vier Wände zu verlassen, kann für Menschen mit Vorerkrankungen oder Ältere gefährlich sein. In vielen Gegenden gibt es deshalb bereits Nachbarschaftshilfen. Gesucht wird oft jemand, der den Einkauf übernimmt. Manch einer bittet aber auch, mit dem Hund Gassi zu gehen. Gesuche gibt es etwa bei «Quarantänehelden», «Nebenan» oder «Wir gegen Corona».

- Obdachlose und Bedürftige: Weil viele Helfer derzeit wegfallen und Einrichtungen geschlossen bleiben, sucht die Tafel Menschen, die Essen verpacken und ausliefern. Auch Lebensmittelspenden sind willkommen. In vielen Städten gibt es außerdem sogenannte Gabenzäune, an denen Menschen in Tüten verpacktes Essen, Kleidung und Hygieneprodukte für Bedürftige zur Verfügung stellen. Standorte kann man im Internet finden. Wer in der Nachbarschaft einen Gabenzaun einrichten möchte, sollte daran denken, ein Schild zu basteln und in Aushängen auf den Zaun aufmerksam zu machen.

- Schüler: Geschlossene Schulen bedeuten für Millionen Schüler, dass sie alleine lernen. Studierende können deshalb per Videochat helfen, die Lerninhalte zu verstehen und die Hausaufgaben zu erledigen - zum Beispiel über die Plattform «Corona-School».

- Geschäfte: Gerade für kleine Unternehmen kann die Ladenschließung existenzbedrohend sein. Viele rufen deshalb dazu auf, online von kleinen Betrieben zu kaufen oder in Cafés und Restaurants Essen zum Mitnehmen zu bestellen. Und auch geschlossene Geschäfte, Clubs und Theater können finanziell unterstützt werden: das Portal «Lokalsupport» bietet Gutscheine, die später eingelöst werden können.

- Menschen mit geringen Deutschkenntnissen: Wer nur wenig oder kein Deutsch spricht, braucht gerade jetzt akkurate Informationen zu medizinischen Themen. Die Organisation «Triaphon» sucht deshalb Freiwillige, die für Kliniken am Telefon dolmetschen. Mitmachen kann zurzeit, wer fließend Deutsch und Farsi/Dari, Vietnamesisch, Kurdisch oder Rumänisch spricht.

- Landwirte: Durch die Corona-Krise fehlen derzeit Hunderttausende Erntehelfer. Damit reifes Obst und Gemüse geerntet, verkauft und gegessen werden kann, können Menschen Landwirten in ihrer Region bei der Ernte helfen. Bezahlte Angebote gibt es online bei «Bauer sucht Hilfe», «Land-arbeit» und «Das Land hilft».

- Alleinlebende: Soziale beziehungsweise physische Distanz kann auch Einsamkeit bedeuten. Ein netter Brief oder Anruf bei der Oma oder einem alleinlebenden Freund kann helfen. Einige Vereine wie die Young Caritas in Dortmund oder das Nachbarschaftszentrum in der Ufa-Fabrik in Berlin sammeln Briefe, um sie an ältere und einsame Menschen zu verschicken. Darin kann gemalt, gebastelt und geschrieben werden.

- Systemrelevante Berufsgruppen: Um Menschen, die etwa im Einzelhandel oder in einer Klinik arbeiten, zu unterstützen, können Erzieherinnen, Pädagogen und Studierende der Sozialen Arbeit bei der Kinderbetreuung helfen. Registrieren kann man sich auf der Plattform «Yoopies».


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