Steigende Mieten erhöhen das Schuldenrisiko

Hohe Mieten, plötzliche Kündigungen oder steigende Nebenkosten: Der angespannte Wohnungsmarkt birgt Beratungsstellen zufolge für Haushalte ein immer größeres Schuldenrisiko. Auf ihrer Jahrestagung fordern die Schuldnerberater ein Umdenken.

Erfurt (dpa) - Der angespannte Wohnungsmarkt in vielen deutschen Städten könnte Schuldnerberatern zufolge immer mehr Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten bringen.

Selbst Haushalte mit mittleren Einkommen könnten wegen gestiegener Wohnkosten kaum noch Rücklagen bilden für unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung mit.

«Die hohen Wohnkosten selbst sind ein Überschuldungsrisiko», sagte Geschäftsführerin Ines Moers. «Und Menschen, die ohnehin Schulden haben, sind ganz besonders benachteiligt.»

Bei ihrer Jahresfachtagung in Erfurt wollen Vorstand und Länderrat der Bundesarbeitsgemeinschaft am Mittwoch (15. Mai) eine Reihe von Forderungen an Politik und Vermietungsgesellschaften vorlegen. Unter anderem möchten sie, dass die Vergabe von mietpreisgebundenen, staatlich geförderten Sozialwohnungen nicht mehr von der Vorlage einer Auskunft zur Kreditwürdigkeit abhängig gemacht wird.

«Das größte Problem für überschuldete Personen auf dem Wohnungsmarkt ist, dass sie nichts mehr bekommen, sobald sie einen negativen Schufa-Eintrag haben», sagte Moers.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung vertritt größtenteils Menschen, die bei gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen in Deutschland arbeiten. Eine Statistik über alle deutschen Haushalte mit Mietschulden gibt es ihren Angaben zufolge nicht. Doch Umfragen - etwa vom deutschen Caritasverband - zeigen, dass viele Deutsche Sorge vor zu hohen Wohnkosten haben. Vor allem in Ballungsräumen wächst der Unmut der Bevölkerung über steigende Mieten. In Berlin etwa wurde ein Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungskonzerne gestartet.

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