Unseriöse Aktienseiten locken mit Gewinnen

Verbraucherzentrale warnt: Betreiber zahlen oft kein Geld aus

Diverse Handelsplattformen im Internet versprechen satte Gewinne beim Handel von spekulativen Wertpapieren, die auf Schwankungen von Wechselkursen oder Kursschwankungen von Aktien setzen. Den Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale liegen Beschwerden zu 43 solcher Plattformen wie beispielsweise Option888 und 24Option vor. Diese Seiten stehen auch auf Warnseiten von Finanzaufsichtsbehörden. Oft machen Verbraucher nach anfänglichen Gewinnen nur noch Verluste, die Anbieter verzögern oder verweigern die Auszahlung der Gewinne.

Genau genommen geht es um sogenannte Contract for Difference (CFD, Differenzkontrakt). Anleger spekulieren dabei auf Kursentwicklungen eines Basiswerts, zum Beispiel einer Aktie oder Kryptowährung. CFDs bergen hohe Verlustrisiken, warnen die Marktwächter-Experten. Außerdem wird über die Plattformen Forex-Trading angeboten. Dabei setzen Anleger auf Veränderungen von Wechselkursen.

Wie Verbraucher schildern, sind die Maschen, mit denen auf diesen Plattformen gelockt werden, oft ähnlich: Anfangs wird ein kleines Startkapital von meist 250 Euro gefordert. Anleger berichten, dass sie zunächst Gewinne machten und ein persönlicher Broker sie überzeugt habe, mit höheren Einzahlungen mehr Gewinne zu erzielen. Sobald dann eine höhere Summe auf dem Konto der Trading-Plattform eingegangen ist, fangen die Probleme an. "Die Auszahlung von Guthaben wird verschleppt, die persönlichen Broker sind dann meist nicht mehr erreichbar. Oder sie belästigen Verbraucher, die aus dem Handel aussteigen möchten, mit Telefonanrufen", berichtet Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen.

Mit aufwändigen Internetseiten, die Erfolgsgeschichten erzählen, prominenten Namen oder durch die Verwendung von Logos bekannter Medien täuschen die Anbieter Seriosität vor. Da etliche dieser Plattformen im Ausland registriert sind, haben Verbraucher kaum eine Chance, an ihr Geld zu kommen. rnw

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