Freie Presse-Umfrage: Lebensmittel und Energie werden immer teurer - wo sparen Sie?

Die Inflation erreichte im Mai fast acht Prozent. Und viele Preissteigerungen kommen erst noch. Die "Freie Presse" möchte von ihren Leserinnen und Lesern wissen, wie sie mit der Situation umgehen.

Chemnitz.

Kräftige Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel haben die Teuerungsrate in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren getrieben. Im Mai lagen die Verbraucherpreise um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Damit verharrte die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft im dritten Monat in Folge über der Marke von 7 Prozent, von April auf Mai zogen die Preise um 0,9 Prozent an. Die Statistiker bestätigten am Dienstag ihre vorläufigen Angaben von Ende Mai.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern muss man bis in den Winter 1973/1974 zurückblicken, um ähnlich hohe Werte zu finden. Damals waren die Energiepreise infolge der ersten Ölkrise gestiegen. In Sachsen und im gesamten Osten Deutschlands gab es in den Jahren 1992 und 1993 Inlationsraten von über 10 Prozent, als die niedrigen Grundmieten aus DDR-Zeiten angehoben wurden.

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft. Verbraucher können sich für einen Euro dann weniger leisten und müssen sparen. Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht. Die Verkaufspreise im Großhandel, die auf die Verbraucherpreise wirken, waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Mai um 22,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Vor dem am Dienstag beginnenden Deutschen Bauerntag sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) in einem Interview mit der "Rheinischen Post", viele Preissteigerungen bei Lebensmitteln kämen erst noch. "Wir müssen im Herbst und Winter mit Steigerungen rechnen, weil sich der Handel jetzt mit teurer Energie versorgen muss und die Preissteigerungen an die Kunden weitergereicht werden."

Die Folgen: Branchen wie Gastgewerbe oder auch Friseurbetriebe befürchten, dass Kunden nun seltener kommen. Selbst Baumärkte, die etwa noch in der Coronazeit boomten, schauen inzwischen pessimistischer auf ihre Gewinnentwicklung. Der Konzern Hornbach erklärte am Montag, nach einer stabilen Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerprodukten im ersten Quartal 2022 erschwerten inzwischen Probleme mit Inflation und Lieferketten die Geschäfte. Und nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland wollen drei Viertel der Deutschen bei ihren Urlaubsplänen auf die Bremse treten - etwa indem sie günstiger, kürzer oder gar nicht verreisen.

Die "Freie Presse" möchte von ihren Leserinnen und Lesern gern wissen: Wo sparen Sie? Kaufen sie günstigere Lebensmittel? Streichen Sie bei Bioprodukten? Gehen Sie weniger zum Essen in die Gaststätte - oder seltener zum Friseur? Lassen Sie das Auto öfter stehen? Oder fallen die Urlaubspläne in diesem Jahr bescheidener aus?

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