Bei vielen Menschen hapert's mit der Masken-Hygiene

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Laut Umfrage verwendet nur etwa jeder Fünfte die Maske vorschriftsmäßig. Haltbarkeit und Nutzen hängen vom Typ ab.

Manche hängen ihre Schutzmaske zum Trocknen an den Kleiderhaken, andere legen sie über Nacht auf die Kommode im Flur. Viele Deutsche nutzen ihre Mund-Nasen-Schutzmasken mehrfach. 44 Prozent tauschen sie nach zwei bis fünf Einsätzen aus, 13 Prozent erst nach sechs- bis zehnmal Tragen und elf Prozent sogar noch seltener. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage, für die vom 15. bis 17. Januar 5.120 Menschen über 18 Jahren befragt wurden. Mehr als zwei Drittel handhaben die Masken demnach aus hygienischer Sicht nicht ideal.

Nur etwa jeder Fünfte wechselt die Gesichtsmasken vorbildlich nach jedem Tragen - entweder um sie zu reinigen oder zu entsorgen. Bei der Umfrage wurde allerdings nicht nach Maskentyp unterschieden, von dem abhängt, ob sie mehrfach verwendet und gereinigt werden können.

Die Alltagsmasken: Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff lassen sich im Topf auskochen oder in der Maschine waschen - aber mindestens bei 60 Grad und nicht im Kurzwaschprogramm, rät das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Manche Modelle können durch wiederholtes Waschen an Filterleistung verlieren. Das steht in den Herstellerangaben, die man beachten sollte.

Die medizinische Gesichtsmasken: Diese Masken sind für den Einmalgebrauch gedacht und sollten deshalb regelmäßig gewechselt werden, so das BfArM. Benutzte Masken gehören in den Müll.

Die FFP2-Masken: Von ihren Herstellern sind auch die partikelfiltrierenden Halbmasken laut dem Bundesinstitut meist für den Einmalgebrauch ausgelegt. Sie tragen dann die Kennzeichnung "NR" (englisch für not reusable). Das BfArM verweist aber auf ein von ihm gefördertes Forschungsprojekt der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, in dem Verfahren untersucht wurden, durch die sich das Infektionsrisiko bei einer erneuten Nutzung der Masken deutlich reduzieren lasse. Zwei Vorgehensweisen werden dabei als geeignet beschrieben: das Wiederaufbereiten im Ofen und das Lufttrocknen.

Bei der Ofenvariante, die nicht für formstabile Modelle mit Körbchen oder Masken mit Ventil taugt, kommen die Masken für eine Stunde auf einem Rost bei 80 Grad Ober- und Unterhitze in die Röhre. Anhaftende Sars-CoV-2-Viren können dadurch den Forschern zufolge vollständig "inaktiviert" werden, allerdings muss man es bei der Temperatur genau nehmen. Ist es zu heiß, kann das Material Schaden nehmen. Ist es zu kalt, überleben anhaftende Viren womöglich.

André Siegl vom Verband der Technischen Überwachungs-Vereine rät jedenfalls vom Reinigen im Backofen ab. Besser sei es, die Masken trocken an der Luft zu lagern. Das ist auch die zweite Variante, die die Münsteraner Forscher beschreiben. Um das hygienisch perfekt zu machen, braucht es ihren Angaben nach sieben FFP2-Masken, für jeden Wochentag eine. Denn eine Maske sollte eine Woche trocknen, dann sei die mögliche Viruslast auf ein vertretbares Maß minimiert.

Egal, ob Ofen oder Trocknen im Zimmer: Spätestens nach dem fünften Mal Wiederaufbereitung sollte die FFP2-Maske in den Müll wandern. In der Waschmaschine haben die Masken dagegen nichts zu suchen. Das senkt laut Tüv Nord das Schutzniveau. Kochtopf, Mikrowelle, Spülmaschine oder UV-Lampe sind ebenfalls ungeeignet.

Die Grundregel für alle Typen: Und für alle drei Maskentypen gilt die Regel: Sobald sie durchfeuchtet sind, sollte man sie tauschen - und außerdem nach der Nutzung nicht mit anderen Gegenständen in Kontakt bringen, um diese nicht womöglich mit Viren zu kontaminieren. Am Kleiderhaken zwischen den Winterjacken sollten die Masken also nicht trocknen. (dpa)

Maskentypen im Überblick und Empfehlungen: www.freiepresse.de/bfArM

Untersuchung und Empfehlungen der Forscher: www.freiepresse.de/ffp2

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