Kühle Hilfe für dicke Beine: Ein nasses Handtuch kann Linderung verschaffen.
Kühle Hilfe für dicke Beine: Ein nasses Handtuch kann Linderung verschaffen. Bild: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Gesundheit
Geschwollene Beine im Sommer: Was hilft?

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Es ist normal, wenn bei steigenden Temperaturen die Beine etwas anschwellen. Einfache Tricks sorgen dann für ein besseres Gefühl. Doch man sollte auch wissen, wann die Schwellung ein Notfall ist.

Stuttgart.

Im Sommer schwellen die Beine schon mal an. Die einfachste Maßnahme ist dann: Kühlen. Was nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) noch effektiv hilft:

  • Beine hochlagern
  • Ausreichend Trinken, etwa Wasser oder ungesüßter Tee
  • Kalte Wassergüsse, um die Gefäße zusammenzuziehen. Dabei immer die Beine von den Füßen in Richtung Herz abduschen.

Vorbeugen lässt sich zudem durch regelmäßige Bewegung: "Kurze Spaziergänge oder wiederholtes Wippen von den Fersen auf die Zehenspitzen, unterstützt den Rücktransport des Blutes", so Siamak Pourhassan, Gefäßchirurg in Oberhausen und Vorstandsmitglied der DGG.

Hinter der Beinschwellung steckt ein normaler Prozess. Die oberflächlichen Blutgefäße erweitern sich bei Hitze - damit mehr Blut in die Haut gelangt und der Körper Wärme abgeben kann. 

Bei Menschen mit Venenerkrankungen kann die Wärme im Sommer aber zu Problemen führen. Etwa zu Schwellungen um die Gelenke, die oft schmerzhaft sind.

Menschen mit Venenerkrankung - was sollen sie beachten?

Bekommen Menschen mit Venenleiden Kompressionsstrümpfe verordnet, sollten sie diese auch im Sommer konsequent tragen, rät der Mediziner. Wer seine Strümpfe bei der Wärme als unangenehm empfindet, sollte sich zu alternativen Modellen beraten lassen. Mittlerweile gebe es Sommer-Kompressionsstrümpfe in leichteren, atmungsaktiven Materialien.

Noch ein Tipp, der das Tragen im Sommer viel angenehmer macht: Wer die Stümpfe direkt am Bein mit einer Sprühflasche mit Leitungswasser befeuchtet, kann den Kühleffekt verstärken. 

Alternativ kann man die Kompressionsstrümpfe für fünf bis zehn Minuten in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach legen - am besten in einen Plastikbeutel verpackt. Das gebe ein erfrischendes Gefühl beim Anziehen und verenge die Gefäße gleich zu Tagesbeginn, so Pourhassan.

Was sind Warnsignale für eine ernste Erkrankung?

Eine anhaltende Beinschwellung kann laut der DGG ein Hinweis auf eine lebensgefährliche Thrombose, Erkrankungen des Herzens oder der Nieren sein. Insbesondere, wenn die Schwellung nur an einem Bein auftritt, gilt dies als klares Warnsignal. Dann sollte man die Ursache rasch von einem Gefäßmediziner abklären lassen. 

Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich folgende Symptome auftreten:

  • Atemnot
  • Brustschmerzen
  • Herzrasen

"Dann besteht die Gefahr, dass ein Blutgerinnsel in die Lunge gewandert ist. Das ist ein medizinischer Notfall", warnt Gefäßchirurg Pourhassan. In so einem Fall sollte man schnell den Notarzt rufen. 

Auch wenn die Beine unabhängig von steigenden Temperaturen dauerhaft anschwellen, sollte man die Ursache von einem Arzt abklären lassen. (dpa)

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