Jeder Fünfte raucht oder dampft

Zigaretten und Alkohol gefährden die Gesundheit - das weiß jeder. Aber viele stört das nicht, wie eine neue DAK-Studie zeigt.

Das Bierchen nach Feierabend, die Zigarette nach dem Essen, ein Spielchen auf dem Handy vorm Schlafengehen: Jeder hat so seine Gewohnheiten. Doch die können zu einer Gefahr für die Gesundheit werden - und irgendwann in die Abhängigkeit führen. Betroffene sind doppelt so oft krankgeschrieben wie andere Erwerbstätige, zeigt der neue DAK-Gesundheitsreport. Er liefert auf der Grundlage repräsentativer Befragungen und Statistiken einen Überblick über die Verbreitung und die Folgen des Konsums von Tabak und Nikotin, Alkohol sowie erstmals auch der Computerspielsucht.

Rauchen: Das Rauchen von Zigaretten ist die am weitesten verbreitete Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Mehr als jeder fünfte Erwerbstätige (22Prozent) greift zum Glimmstängel. Dabei fällt auf, dass der Anteil der Nichtraucher in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit fast 84 Prozent am höchsten ist. Hochgerechnet sind 6,5 Millionen Beschäftigte zigarettenabhängig. Fast jeder zweite Raucher rauche auch während der Arbeit.

Etwa fünf Prozent der deutschen Erwerbstätigen konsumieren E-Zigaretten, oft zusätzlich zur normalen Zigarette. Die übergroße Mehrheit (85 Prozent) dampft Liquid mit Nikotin. Dies führe ebenso in die Abhängigkeit wie herkömmliche Zigaretten, warnt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Er forderte - auch mit Verweis auf die Fachgesellschaft der Lungenärzte - ein umfassendes Werbeverbot. E-Zigaretten dürften nicht vom geplanten Tabakwerbeverbot der Bundesregierung ausgenommen werden.

Trinken: Vier von fünf Beschäftigten trinken Alkohol - zumindest gelegentlich. Der Anteil der Männer liegt um fünf Prozent höher als der der Frauen, während es bei den Alkoholabhängigkeiten kaum noch Unterschiede gibt. Etwa vier Millionen - und damit jedem Zehnten - bescheinigt die Studie einen riskanten Alkoholkonsum. Das heißt, die Betroffenen gehen dadurch das Risiko körperlicher, psychischer bzw. sozialer Folgeschäden ein. Hier ist der Anteil der jungen Erwerbstätigen mit rund 16 Prozent besonders hoch. Als Risikofaktoren gelten Termin- und Leistungsdruck sowie emotional belastende Faktoren. Die DAK-Gesundheit bietet ihren Versicherten ein neues Online-Programm, mit dessen Hilfe der Alkoholkonsum kontrolliert und reduziert werden kann.

Spielen: Mehr als jeder zweite Beschäftigte (56,1 Prozent) nutzt das Internet zum Spielen. Wenig überraschend: Am häufigsten (rund 70 Prozent) ist die Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren betroffen. Rund 400.000 Beschäftigten bescheinigt die Studie eine "Internet Gaming Disorder" - den Zwang zum Spielen unter Vernachlässigung anderer Interessen mit der Folge von Krankheiten. Für 160.000 trifft diese Diagnose im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien wie Facebook, Instagram und Whatsapp zu.

Bin ich schon abhängig?

Sind mindestens drei der folgenden sechs Kriterien erfüllt, sprechen Mediziner von einer Abhängigkeit:

Starker Wunsch oder Zwang, das jeweilige Mittel zu konsumieren bzw. das jeweilige Verhalten auszuüben.

Betroffene können Beginn, Ende und/oder Menge des Konsums nicht kontrollieren.

Es sind zunehmend höhere Dosen des jeweiligen Mittels/des Verhaltens nötig.

Entzugssyndrom, wenn der Konsum reduziert oder beendet wird bzw. eine andere Substanz zur Vermeidung des Entzugssyndroms konsumiert wird.

Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen, Aktivitäten, Interessen und Verpflichtungen zugunsten des Substanzkonsums.

Der Konsum wird trotz körperlicher, psychischer und/oder sozialer Schäden fortgesetzt.

Quelle: Dilling/IGES

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...