Kinder im Lockdown: "Die Abgehängten werden ein Leben lang darunter leiden"

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Psychotherapeut Sven Quilitzsch über die Folgen der Coronabeschränkungen für die Psyche der Kinder

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1212 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    0
    Dickkopf100
    22.03.2021

    Habe den Eindruck, man versucht den schwarzen Peter den Eltern zuzuschieben. Das ist der falsche Weg. Kinder sind keine Haustieren, die man einsperren oder dressieren kann. Kinder brauchen Freiraum für ihre Entwicklung und es schadet ihnen, wenn ständig ihre Eltern ihnen im Nacken hängen. Kinder mögen das nicht, auch wenn die lieben Mammis und Papis das glauben. Auch ein Kind kann genervt sein und dann kann schnell mal ein "Ich hasse dich" kommen. Eltern sind dann entsetzt und verstehen die Welt nicht mehr. Doch sind sie selbst schuld.
    Und der Politik muss man sagen, Kinder muss man von der Leine lassen! Begreift ihr das nicht? Die wenigsten Kinder erkranken an Covid -19. Also, wenn schon keine Schule, dann lasst sie, verdammt noch mal, wenigsten draußen mit ihren Freunden spielen. Was kann denn noch Schlimmes passieren? Nur dass wir Erwachsene alle von den Kindern gehasst werden und wir irgendwann dafür die Quittung bekommen.
    Darüber sollte man mal nachdenken...

  • 7
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    Suppenfrosch
    22.03.2021

    @ralf Ich lebe hier und jetzt und nicht vor x Jahren.

    Ja, andere Generationen hatten es schwer und haben einen großen Anteil, dass wir da stehen wo wir wohlstandsmäßig sind. Ja, wir haben ein Dach über dem Kopf und Nahrung etc., keine Frage. Es ist aber auch eine andere Situation die sich hier aktuell abspielt. Und ich jammere nicht für mich, ich leiste was ich kann. Aber ich mache mir Gedanken was aus bzw mit meinen Kindern werden soll.

    Da muss ich ans Jetzt und ans Morgen denken und was da die Anforderungen sind bzw sein werden mit denen meine Kinder konfrontiert werden. Da nützt mir dieses ewig gestrige Loblied auf vorangegangene Generationen nämlich überhaupt nichts.

    Das einzige was mir bzw vielmehr meinen Kindern etwas nützen würde, wäre eine gewisse Kontinuität, Voraussicht und Weitsicht der Entscheidungsträger. Und davon sehe ich aktuell nicht viel.

  • 9
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    ralf66
    22.03.2021

    @Suppenfrosch, was Eichelhähr65 geschrieben hat ist weder unglaublich noch daneben oder ungerecht er hat recht, sie müssen diese Situation durchstehen ob sie das wollen oder nicht auch wenn es beschissen und schwierig ist völlig egal! Andere Generationen vor uns haben noch viel schlimmere Situationen durchstehen müssen an denen nehme ich mir immer ein Beispiel dann ziehe ich Vergleiche und stelle fest, wir müssen keinen Hunger leiden, wir müssen nicht frieren, wir haben ein festes Dach über dem Kopf, wir können arbeiten und Geld verdienen, wir haben unsere Kinder die nicht wenn sie 18 Jahre alt werden in den Krieg ziehen müssen die müssen zur Zeit nur mal zu Hause bleiben, überlegen Sie mal auf welchem Niveau wir jammern.

  • 5
    2
    Laufhase81
    22.03.2021

    Ja, die Eltern sind jetzt gefragt. Es geht aber nicht nur um das
    was die Eltern tun können, um ihr Kind psychisch zu stärken. Es geht auch nicht plakativ darum, anderen die Verantwortung zu überlassen, Eichelhäher. Sondern um geregelte, gesunde Tagesabläufe außerh. der eigenen 4 Wände: Schule, soz. Kontakte, Freunde, Hobbys, Vereine. Seit einem halben Jahr wird ununterbrochen gefordert, Kontakte zu reduzieren, die Bewegung einzuschränken. Was macht das wohl mit der menschl.bzw. kindlichen Seele.. Auf die Dauer wird das nicht funktionieren, das ist gegen jegliche Natur. Seit fast einem halben Jahr sind die Schulen zu (für die Klassen 5-9)! Wir leben momentan (Ende nicht abzusehen) vglb. mit einem natürlich verlaufenden Fluss, der kanalisiert + verengt wird. Es bringt auch nichts, auf die böse (Auto-)Industrie zu schimpfen, auch wenn ich die Wut auf diese Unverhältnismäßigkeit verstehe.. Kinder haben keine Lobby. Die Schulen trotz Tests zu schließen, ist auch in meinen Augen falsch.

  • 9
    6
    Suppenfrosch
    22.03.2021

    @Eichelhäher65

    Ich habe 4 Kinder (0-11 Jahre), denen ich bisher immer beigestanden habe, auch und gerade jetzt in dieser Zeit. Was anderes würde mir nicht in den Sinn kommen, gleichwohl ist mir sehr bewusst, dass es leider auch andere familiäre Konstellationen gibt.

    Aber: auch Eltern sind nur Menschen, auch Eltern haben Grenzen und die sind spätestens seit den aktuellen Schulschließungen erreicht. Seit Monaten sind wir als Eltern
    eben nicht nur Eltern, sondern Spielgefährten, Lehrer, Freund, einfach alles für unsere Kinder. Das ist dauerhaft schlichtweg nicht zu leisten.

    Ihre Aussage ist in anbetracht der aktuellen Lage sowas von daneben und ungerecht gegenüber der Mehrheit aller Eltern, unglaublich.

  • 12
    6
    Eichelhäher65
    22.03.2021

    Hier sind jetzt vor allem auch die Eltern gefordert, ihren Kindern beizustehen, sich Zeit zu nehmen und trotz eigener Ängste eine positive Stimmung zu verbreiten. Da das aber schon vor der Pandemie nicht viele geschafft haben, wird es für diese jetzt noch schwerer. Man kann es nicht immer anderen überlassen, sich mit den Kindern zu beschäftigen, Eltern ist man immer und erst recht in schweren Zeiten !

  • 6
    0
    OlafF
    22.03.2021

    ...und mit diesen Folgen lässt sich keine gute "Public Relation" betreiben. Deswegen Danke für Ihren Mut zu diesem Artikel.

    [...]
    Ich gehe davon aus, dass ein Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen auch gestärkt aus dieser Krise herausgehen wird, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass sie eine Belastungssituation bewältigen konnten. 

    Dem stehe ich eher skeptisch gegenüber:

    "Die Erfahrung unter allen Bedingungen funktionieren zu müssen" sollte bestenfalls auf Maschinen (Roboter) übertragen werden."

    Diese Erfahrung würde ich nicht als Stärke auslegen.

  • 14
    5
    Suppenfrosch
    22.03.2021

    Es gibt für weiterführende Schulen ein Testkonzept, welches in der vergangenen Woche erstmals angelaufen ist. So konnten die wenigen positiven Fälle selektiert werden um die Infektionsketten zu unterbrechen.

    Gleichzeitig hat diese Reihentestung gezeigt: der Infektionsschwerpunkt liegt NICHT in den Schulen.

    Ich denke angesichts der aktuellen Fallzahlen wäre für viele nachvollziehbar, wenn nochmal ein harter Lockdown kommen würde, aber mit aller Konsequenz und nicht nur einfach "Schule zu".

    'Hauptsache in Deutschland werden noch Autos produziert, da ist die Welt in Ordnung!' habe ich letztens zu meinem Mann gesagt. Kinder haben halt im Gegensatz zur Industrie keine Lobby und werden kurzerhand zum Buh-Mann der Pandemie degradiert.

  • 39
    49
    MuellerF
    22.03.2021

    "Jetzt zu sagen, es dauert nur noch 14Tage, glaubt einem kein Mensch mehr, weil die Politik von einem Lockdown zum nächsten taumelt."

    Stimmt schon. Jedoch ist "die Politik" trotz aller leider gemachten Fehler nicht für die Verbreitung des Virus verantwortlich. Das sind immer noch "wir alle"- je nach persönlicher Umsetzung des Infektionsschutzes.

    "Doch stattdessen schüren das Robert-Koch-Institut, das ja eigentlich lediglich die Regierung beraten soll, und die Politik selbst Angst."

    Natürlich machen die fehlenden Perspektiven & auch die Krankheit selbst Angst. Aber was soll das RKI denn sonst machen- die Lage beschönigen? Schweigen? Davon abgesehen gibt es hier auch noch ganz andere Angstmacher, die das Treiben verrückt machen: sie nennen sich "Querdenker".

    " Die Abgehängten werden also ihr Leben lang darunter leiden."

    Auch das könnte man Angstmache nennen. Ja, die Gefahr besteht, WENN wir nicht angemessen damit umgehen/ Lösungen finden.

  • 45
    8
    Hankman
    22.03.2021

    Es war auch schon vor der Pandemie schwierig, einen Termin beim Psychotherapeuten zu kriegen, weil die Nachfrage in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Und das liegt daran, dass sich unsere Gesellschaft in eine ungute Richtung entwickelt. Immer mehr Spannungen, Anforderungen, immer mehr Druck und Kälte. Ganz Deutschland müsste auf die Couch. Der Druck und die Konflikte treffen auch Kinder und Jugendliche. Das war schon vor Corona so. Mag sein, dass viele von ihnen unter den Schulschließungen leiden - aber ein Teil fühlt sich auch befreit, von Druck und Mobbing. Im Netz finden sich viele Berichte von Eltern, die das so beschreiben. Es gibt also auch diese Seite. Ja, ich bin auch dafür, die Schulen wieder zu öffnen, weil dieses reiche, satte Land es einfach nicht schafft, flächendeckend guten digitalen Fernunterricht anzubieten. Denn es fehlt an Technik, Konzepten, Geld und dem nötigen Willen. Aber Präsenzunterricht ist nur denkbar mit verpflichtenden regelmäßigen Schnelltests!

  • 30
    47
    Hankman
    22.03.2021

    Wir sollten nicht so tun, als müssten Bund und Länder einfach nur den Lockdown aufheben - und plötzlich geht es allen wieder gut. Das ist Unsinn. Wir sind immer noch mitten in der Pandemie, gerade rollt die dritte Welle durch das Land. Bis wirklich drei Viertel der Bevölkerung geimpft sind, helfen nur Kontaktbeschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen. Über die kann man im Detail durchaus streiten. Aber es ist so, wie es ist. Nicht nur der Lockdown macht den Leuten Probleme, auch die Pandemie an sich, die Angst, man selbst oder einer der Lieben könnte sich mit dem Mist infizieren und schwer erkranken. Und manche leiden darunter, dass sie jetzt viel mehr leisten müssen als unter normalen Umständen.

    Ich kann nachvollziehen, dass Kinder darunter leiden, dass sie nicht mehr so viele Freunde treffen, dass sie nicht mit ihren Mitschülern zusammen sein dürfen. Aber zu behaupten, die Pandemie würde bloß dramatisiert und die Politik mache allen nur Angst, ist voll daneben.

  • 51
    19
    Lumixer
    21.03.2021

    Dem ist angesichts der erneuten Schulschließung nichts hinzuzufügen. Hamburg ist den besseren Weg gegangen, zugunsten der Zukunft unserer kids. NRW wird ebenso nicht schließen. Schule, gefördert und gefordert werden, sowie soziale Kontakte bzw. Freundschaften sind in dieser Zeit des Lebens das A und O. Verpasste Chancen kann man nicht auf- und wiederholen, sondern man sieht stets die Rücklichter des Lebens. Die Auswirkungen wird man erst nach der Pandemie sehen.
    Ein letztes Jahr eingeschultes Kind hat quasi die meiste Zeit mit Beschäftigungstherapie zu Hause verbracht, 1/6 des Lebens im Lockdown gelebt. Für einen 60-Jährigen würde sich das Anfühlen wie 10 Jahre - in Relation gesetzt. Darüber machen sich die "Volksvertreter" jedoch keine Gedanken, hoch lebe die Inzidenz - egal was diese politisch, nicht wissenschaftlich festgelegte Zahl tatsächlich aussagt. Die missratene Politik müssen wie immer die Wehrlosen, im dem Fall Kinder, ausbaden.