Schon fast 5000 Euro Spenden für den kranken Leon

Nach dem Aufruf in der "Freien Presse" ist die Hilfsbereitschaft groß. Doch der benötigte Assistenzhund ist teuer.

Romy Kühnert aus Wittgensdorf bei Chemnitz ist glücklich. Seitdem letzte Woche in der "Freien Presse" über das Schicksal ihres Sohnes Leon berichtet wurde, erhält sie Mails mit Spendenangeboten. "Fast 5000 Euro sind schon zusammengekommen. Und mehr als 300 Menschen haben mir bereits ihre Hilfe angeboten. Ich bin überwältigt und danke Ihnen allen", sagt sie. Auf die Spenden ist die Familie angewiesen, weil von der Krankenkasse nicht alle Unterstützungsmöglichkeiten finanziert werden können.

Der knapp 14-Jährige Leon leidet seit mehr als zehn Jahren an immer wiederkehrenden Tumoren im Gehirn. Die Ursache dafür ist die Erbkrankheit Neurofibromatose, an der auch Leons Vater litt. Er starb vor drei Jahren. Seitdem lebt die kleine Familie von Pflegegeld, Witwen- und Halbwaisenrente. An eine Rückkehr in die Berufstätigkeit kann Romy Kühnert noch nicht denken, denn sie muss für ihren Sohn da sein. Ein Assistenzhund könnte Leon im Alltag helfen. Doch die rund 25.000 Euro dafür hat Romy Kühnert nicht.

Die Spenden bringen Leon nun ein Stück näher an einen solchen Assistenzhund. Diese speziell ausgebildeten und sehr sensiblen Tiere haben die Gabe, Anfälle oder gesundheitliche Entgleisungen bereits lange vor dem betroffenen Menschen zu spüren. Die Tiere können so ausgebildet werden, dass sie im Ernstfall Hilfe holen, Medikamente bringen oder auch nur auf sich aufmerksam machen. "Das wäre auch für Leon wichtig", so seine Mutter.

Neurofibromatose tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. Leon hat die schwerste Form. Bei dieser Krankheit bilden sich Gewebeknoten an den Nervenbahnen, wodurch Bewegung und Konzentration beeinträchtigt sein können. Leon geht deshalb in eine Körperbehindertenschule. Wenn auch nur für kurze Zeit: Da Leon nicht geimpft werden kann, ist die Infektionsgefahr derzeit für ihn zu groß.

Nicht nur motorische oder kognitive Einschränkungen bringt die Krankheit mit sich. Sie erhöht auch das Risiko für Krebs - für Gehirntumore. Seit seinem vierten Lebensjahr musste der Junge immer wieder operiert und bestrahlt werden, was seine Einschränkungen im Alltag weiter verstärkt. Die Gefahr, das Schlag- und Krampfanfälle aus dem Nichts heraus auftreten, sei sehr groß. Derzeit habe Leon eine stabile Phase, sagt sein Arzt Dr. Jozef Zlocha, Kinderonkologe an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Chemnitz des Klinikums Chemnitz. "Doch die beginnende Pubertät könnte durch das Auf und Ab der Hormone das Tumorwachstum wieder anregen. Darauf wollen wir vorbereitet sein."

In den nächsten Tagen steht wieder die planmäßige Kontrolluntersuchung in der Klinik an. Mit MRT-Untersuchungen wird geschaut, ob sich neue Tumore gebildet haben. "Ich bin sehr aufgeregt", sagt Leons Mutter. "Hoffentlich ist alles gut."

"Mein Sohn hat einen unbändigen Lebenswillen. Er hat so viel schon überstanden, dass die Ärzte ihn schon Wunderkind genannt haben", so Romy Kühnert. "Hoffentlich behält er diese Energie. Mit dem Assistenzhund könnte er mehr Freiheiten haben. Das würde seinen Lebensmut beflügeln. Und auch ich wäre nicht mehr in ständiger Angst um ihn."

Über Spenden für Leon freut sich seine Mutter Romy Kühnert. Die Kontodaten werden nach einer Kontaktaufnahme per E-Mail mitgeteilt: romy-kuehnert@web.de

Die ganze Krankheitsgeschichte des Jungen lesen Sie unter: www.freiepresse.de/leonK

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